09. Mai 2021 / 17:54 Uhr

Dreier-Feuerwerk zündet zu kurz: BG Göttingen verliert nach spektakulärem Start 95:99

Dreier-Feuerwerk zündet zu kurz: BG Göttingen verliert nach spektakulärem Start 95:99

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Bis zu seiner Verletzung im Schlussviertel war Aubrey Dawkins bester Werfer der BG Göttingen.
Bis zu seiner Verletzung im Schlussviertel war Aubrey Dawkins bester Werfer der BG Göttingen. © Swen Pförtner
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Im ersten Viertel haben sich viele die Augen gerieben: Zwölf Dreier in Folge fanden bei der BG Göttingen das Ziel. Danach lief gegen medi Bayreuth aber nicht mehr viel zusammen, das letzte Heimspiel der Basketball-Saison ging 95:99 verloren.

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Letztes Heimspiel der BG Göttingen: Gegen medi Bayreuth verspielten die Veilchen am Sonntagnachmittag nach der Pause einen Halbzeit-Vorsprung und mussten sich 95:99 (56:48) geschlagen geben. Vor allem im ersten Viertel hatten die Gastgeber ein Feuerwerk gezündet.

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Warum aus der Nah- oder Mitteldistanz werfen, wenn es jenseits der 6,75-Meter-Linie drei Punkte für einen Treffer gibt? Das haben sich die Veilchen im ersten Viertel gedacht. 41:26 stand es nach zehn Minuten. Die ersten 36 Punkte waren nach „echten“ Dreiern gefallen, zwölf der 15 Versuche (80 Prozent) hatten das Ziel getroffen: Nelson Weidemann (3), Luke Nelson (2), Rihards Lomazs (2), Mathis Mönninghoff (1) und Aubrey Dawkins (4), der am Tag zuvor 26 Jahre alt geworden war, hatten bis dahin gezaubert und für ungläubiges Kopfschütteln beim Gegner und für Jubel auf der BG-Bank gesorgt. Auch Dennis Kramer erzielte mit einem „And One“ noch einmal für drei Punkte, ehe Luke Nelson das Viertel mit einem „nur“ zwei Punkte zählenden Korbleger beendete.

Im zweiten Abschnitt schien es zunächst so weiter zu gehen, denn auch Kapitän Akeem Vargas trug sich in die Liste der erfolgreichen Distanzwerfer ein (44:28). Dann folgte jedoch ein 6:0-Lauf der Bayreuther und BG-Headcoach Roel Moors nahm eine Auszeit. Die Gastgeber hatten nun im Abschluss einige Probleme, Schrittfehler kamen dazu.



BG Göttingen - medi bayreuth, BBL 2020/21

09.05.2021, Basketball-Bundesliga easyCredit-BBL, Saison 2020 / 2021, Hauptrunde, BG Göttingen - medi Bayreuth. Göttingens Spieler auf der Bank jubeln. Foto: Swen Pförtner Zur Galerie
09.05.2021, Basketball-Bundesliga easyCredit-BBL, Saison 2020 / 2021, Hauptrunde, BG Göttingen - medi Bayreuth. Göttingens Spieler auf der Bank jubeln. Foto: Swen Pförtner ©

Erst in der Schlussphase trafen die Veilchen wieder – nach einem technischen Foul gegen Bayreuth waren es Freiwürfe von Lomazs und Nelson und dann auch endlich die ersten Punkte von Tai Odiase und ein krachender Dunk von Nelson (56:45). Immerhin fielen jetzt die Freiwürfe (6/6), von denen die BG im ersten Viertel lediglich einen zugesprochen bekam, Bayreuth dagegen 14. Entsprechend ungleich hatten sich auch die Fouls verteilt. Das änderte sich im Verlauf des zweiten Abschnitts aber auch. Bis auf 48:56 kamen die Franken heran, die 16-Punkte-Führung nach dem ersten Viertel hatte sich halbiert.

Nach der Pause wurde die Partie immer mehr zu einem Kampfspiel zweier Mannschaften, die in der Tabelle nah beieinander liegen. Bei Bayreuth fielen jetzt Dreier von Matthew Tiby und Osvaldas Olisevicius, sodass die Begegnung in der 26. Minute beim 66:65 für die BG absolut ausgeglichen war. Bei der BG fielen einige Freiwürfe nicht, der Rhythmus gegen immer aggressiver verteidigende Gäste war dahin. Ihnen war auch der Kraftverlust nach den schnell aufeinander folgenden Spielen nach der Quarantäne anzumerken. Mit einem weiteren Dreier ging die Bayreuther erstmals nach dem 2:0 in der Anfangsminute wieder in Führung (71:68/28.). Und sie bauten diese auf 77:72 zum Ende des Viertels aus.

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Spannung fürs Schlussviertel war programmiert. Dawkins traf einen Dreier, Deishuan Booker auch – und sogar mit Freiwurf (79:81/33.). Allerdings gelangen den Veilchen kaum Stopps in der Defensive, um den Spielfluss, den die Franken nun ganz eindeutig gefunden hatten, zu unterbrechen. Dawkins, bis dahin mit 20 Punkten bester Werfer der BG, knickte um und verletzte sich dann am Fuß, musste raus und kam auch nicht mehr aufs Spielfeld zurück. Sowie das Spiel begonnen hatte, ging es dann auch zu Ende Weidemann und Lomazs trafen Dreier, Nelson zwei Freiwürfe (90:90/38.). Und die Crunchtime war wieder spannend: Freiwürfe auf beiden Seiten, aber keine Gelegenheit mehr, das Spiel mit einem Distanzwurf zu drehen. Ausgerechnet jetzt hätte die BG ihn gut gebrauchen können.

Roel Moors war enttäuscht vom Ausgang des Spiels. „Manche wollten heute ein Allstar-Game spielen“, schilderte er seine Eindrücke. Er vermisste die Aggressivität bei seiner Mannschaft, kritisierte 17 Ballverluste und zwischenzeitlich vermisste er die gute Ballbewegung. Erst in der Schlussphase kamen noch einmal einige Assists dazu. Fehlende Kraft wollte er nach den anstrengenden Spielen nicht gelten lassen, eine größere mentale Stärke hätte er sich von seinen Spielern gewünscht. Bei einer kurzen Saison-Zusammenfassung nannte er sein Team „spektakulär“, es habe viele gute Sachen gemacht. Er hätte es sich gewünscht, länger um den achten Playoff-Platz mitzuspielen.

Eine Bundesliga-Saison ohne Zuschauer ist (fast) zu Ende. Eine Spielzeit ohne Fangesänge, lila Wand, Abklatschen mit den Spielern nach der Schlusssirene, Autogrammstunden bei den Sponsoren und Sommerfest mit dem Fanclub. Dabei hätte die Mannschaft „ihre“ Fans so sehr verdient und in einigen Spielen auch so sehr gebraucht. Trotz dieser ungewöhnlichen Umstände stehen nach 33 Begegnungen 13 Siege zu Buche – so viele wie in den vergangenen Jahren nicht. Einer könnte noch dazu kommen: Die Göttinger bestreiten am Dienstagabend (19 Uhr) noch das Nachholspiel bei den EWE Baskets Oldenburg.

BG Göttingen: ​Booker (5 Punkte/1 Dreier/1 Rebounds/0 Assists), Weidemann (12/4/0/6), Nelson (20/3/1/5), Vargas (3/1/2/0), Onwuegbuzie (dnp), Kramer (3/0/7/0), Omuvwie (0/0/1/0), Lomazs (15/3/3/5), Mönninghoff (3/1/6/4), Kamp (9/1/2/0), Odiase (5/0/5/0), Dawkins (20/6/1/1). – Teamwerte: Feldwürfe 31/59 (53%), Dreier 20/35 (57%), Freiwürfe 13/18 (72%), Rebounds 31 (6 off./25 def.), Assists 21, Ballverluste 17, Fouls 30.

medi Bayreuth: ​Pardon (9 Punkte/0 Dreier/4 Rebounds/1 Assists), Jalalpoor (4/0/1/0), Bruhnke (7/0/4/0), Doreth (15/1/1/2), Seiferth (14/0/5/2), Jones (5/1/1/6), Tiby (23/2/11/1), Walker (5/1/0/2), Olisevicius (17/2/4/5). – Teamwerte: Feldwürfe 32/66 (48%), Dreier 7/19 (37%), Freiwürfe 28/35 (80%), Rebounds 35 (12 off./23 def.), Assists 19, Ballverluste 8, Fouls 23.

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