15. September 2021 / 22:54 Uhr

Dreierpack von Nkunku hilft nichts - RB Leipzig bei 3:6 bei ManCity zu blauäugig

Dreierpack von Nkunku hilft nichts - RB Leipzig bei 3:6 bei ManCity zu blauäugig

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
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Gejubelt wurde beiderseits. Am Ende freuten sich aber dann doch nur die Citizens. © Getty Images
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Manchester City war für RB Leipzig das erwartet schwere Pflaster. Im ersten Gruppenspiel der Champions League unterlagen die Sachsen 3:6 (1:3) bei der Elf von Pep Guardiola. Christopher Nkunku traf dreimal für den Bundesligisten. Im Gedächtnis bleiben allerdings die haarsträubenden Fehler von RB.

Manchester. Pep Guardiola kann sich 109 Tage nach dem 0:1 im Champions-League-Finale gegen Chelsea London zufrieden die Birne polieren. In seinem 300. Pflichtspiel als Citizen-Manager feiert der 50-jährige Säulenheilige des Fußballs einen 6:3 (3:1)-Sieg gegen die vom dreifachen Torschützen Christopher Nkunku inspirierten und zumindest offensiv glänzenden Roten Bullen. Der Sieg von Manchester City in Gruppe A der Champions League war allseits erwartet, kommt aber merkwürdigen Pfaden zustande. An Nathan Akés Kopfball zum 1:0 haben mehrere Rote Bullen eine Aktie.

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Das 2:0 köpfelt Nordi Mukiele ins eigene Netz (28.). Und nach dem klasse herausgespielten 2:1-Anschluss durch Christopher Nkunku (42.) legen sich die Männer von Jesse Marsch via Handspiel im Strafraum ein weiteres Ei ins eh prall gefüllte Nest. Riyad Mahrez nimmt Lukas Klostermanns Vorlage zum 3:1 an (45 + 2). Das 3:2 köpft Nkunku, das 4:2 besorgt 118-Millionen-Neuzugang Jack Grealish (56.). Nkunkus 4:3 (73.) retournieren Joao Cancelo mit dem 5:3 (75.) und Gabriel Jesus mit dem 6:3 (86.). Ex-Manchester-Profi Angeliño sieht in der 77. Minute gelb-rot.

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Ein Festival des Fehler und Unzulänglichkeiten: RB Leipzig geht in einer turbulenten Partie bei Manchester City mit 3:6 unter. Zur Galerie
Ein Festival des Fehler und Unzulänglichkeiten: RB Leipzig geht in einer turbulenten Partie bei Manchester City mit 3:6 unter. ©

Die Saison-Bilanz von RB ist keine erbauliche. Sechs Spiele, vier Niederlagen. In der Königsklasse geht es am 28. September daheim gegen den FC Brügge weiter. In der Liga scharrt Geißbock Hennes schon mit den aufgestollten Hufen. Bis zum Spiel beim 1. FC Köln (Sonnabend, 18.30 Uhr) zählt für die angeknockten Rasenballer jede Minute Regeneration. Jesse Marsch mit drei Wechseln gegenüber dem Bayern-Spiel. Lukas Klostermann verteidigt für Mohamed Simakan, Tyler Adams räumt im Mittelfeld für Kevin Kampl ab und Emil Forsberg zieht statt Dominik Szoboszlai die Fäden.

Manchester hat den Ball, RB hat ihn nicht. Chancen resultieren aus der Orgie an Ball-Passagen zunächst keine, Peter Gulacsi bleibt unbehelligt. Dann segelt ein Eckball von Grealish an den Fünf-Meterraum. Nathan Aké kommt mit Anlauf, Gulacsi nicht raus, Willi Orban und Nordi Mukiele habe im Stehen gegen den anrauschenden Abwehrmann keine Chance. Kopfball, Tor, 1:0 (16.). RB schüttelt sich und kommt zur ersten mit Mut und Klasse herausgespielten Chance. Schönheitsfehler: Nkunku schließt aus Abseitsstellung ab (23.). Die Gastgeber sitzen im Cockpit links, die Standards bleiben eine Waffe. Ein Freistoß von Kevin de Bruyne bringt beinahe das 2:0 durch Aké. Fürs zweite Tor sorgt dann Mukiele mit einem verkorksten Flugkopfball (28.). Das sieht nicht gut aus, fühlt sich nicht gut an. Dann schiebt André Silva die Kugel in Netz. 2:1? No, Abseits (35.).

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(1) Peter Gulacsi: Muss der Kapitän vorm 0:1 raus aus dem Kasten? Schwierig, das. Ansonsten bei den Toren ohne Chance. Note 3. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Muss der Kapitän vorm 0:1 raus aus dem Kasten? Schwierig, das. Ansonsten bei den Toren ohne Chance. Note 3. ©

Leipzig kommt gegen in sich ruhende Gastgeber zu Nadelstichen, ein Konter über Ex-City-Profi Angeliño bleibt an der letzten Instanz, Aké, hängen. Dann fällt der Anschlusstreffer: RB nistet sich mit mehreren Männern im letzten Drittel ein, Dani Olmo und Tyler Adams bringen Forsberg in Stellung, der flankt auf Mukiele, Kopfball-Vorlage auf Nkunkus Kopf, 2:1 (42.). Ansehnliches Halbzeit-Ergebnis? Nein, Klostermanns Handspiel im Duell mit Ferran Torres mündet in einen Elfmeter, den Riyad Mahrez in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zum 3:1 ins Netz knallt. Pause. Manchester ist besser. Uns sie haben bei ihren Toren Geleitschutz und/oder tatkräftige Unterstützung bekommen.

Wiederbeginn. Geht noch was? Ja! Dani Olmo flankt, Nkunku, bester Leipziger, rammt den Ball zum 3:2 ins Netz (51.). Guardiola schiebt einen Hals - und Tyler Adams auf rechts eine lockere Kugel. Der US-Boy erkennt den Ernst der Lage erst, als Mister Grealish nach innen zieht und zum 4:2 (56.). Danach geht es hin und her. Nkunku bringt sein Team zweimal ran, die Citizens schlagen mehrfach zurück. Abpfiff, 3:6 aus Leipziger Sicht, raus aus den Klamotten, Dusche, Flughafen, Heimflug gegen ein Uhr.