12. September 2021 / 18:53 Uhr

Dreimal DeSousa! Grizzlys feiern beim 6:3 gegen Krefeld den ersten Saison-Sieg

Dreimal DeSousa! Grizzlys feiern beim 6:3 gegen Krefeld den ersten Saison-Sieg

Benno Seelhöfer und Sven Grosche
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Drin das Ding! Chris DeSousa (l.) bejubelt seinen ersten Treffer für die Grizzlys Wolfsburg.
Drin das Ding! Chris DeSousa (l.) bejubelt seinen ersten Treffer für die Grizzlys Wolfsburg. © Boris Baschin
Anzeige

Starker Auftritt von Chris DeSousa und ein starkes Spiel der Grizzlys Wolfsburg - und das trotz eines dezimierten Kaders und vieler Ausfälle. Mike Stewart durfte am Sonntag beim 6:3 gegen Krefeld seinen ersten Sieg als Grizzlys-Coach bejubeln. Und das auch noch vor Fans.

DEL-Eishockey ist zurück in Wolfsburg! Und zwar so richtig. Mit Fans. 1150 Zuschauer waren am Sonntag in der Eis-Arena und sorgten für eine super Stimmung. Und die wurde noch besser: Denn trotz einiger Personalprobleme holten die Grizzlys unter ihrem neuen Coach Mike Stewart im zweiten Spiel ihren ersten Sieg, schlugen die Krefeld Pinguine mit 6:3 (2:1, 3:1, 1:1). Garant für die Sieg war ein überragender Chris DeSousa, der gleich dreimal einnetzte. Außerdem trafen Sebastian Furchner, Toto Rech und Darren Archibald für die Wolfsburger. Unter den Zuschauern war übrigens auch Ex-Grizzlys-Assistenztrainer Petteri Väkiparta, der als Scout der U20-DEB-Auswahl drei Spieler der Gäste besonders im Blick hatte.

Anzeige

Das Personal

Die Grizzlys gingen personell arg gebeutelt in das Spiel mit Krefeld. Neben Fabio Pfohl, Tyler Gaudet und Luis Schinko, die bereits in Köln gefehlt hatten, mussten die Wolfsburger auch auf Valentin Busch und Garrett Festerling verzichten. Während es sich bei Letzterem nach einer leichten Oberkörper-Verletzung, die er sich im Köln-Spiel zugezogen hatte, um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelte, fällt Busch nach einem harten Check in die Bande von Kölns Alexander Oblinger mit einer Gehirnerschütterung länger aus. Ein mögliches Nachspiel wird es für den Übeltäter aber nicht geben. Fliegauf vor dem Krefeld-Spiel: "Der Check war nicht sauber, aber die Liga hat nichts gemacht." Der Grizzlys-Manager hatte sogar noch mal bei den Liga-Verantwortlichen nachgefragt, "es war ihnen aber wohl zu wenig".

Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Krefeld Pinguine.

Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Krefeld Pinguine. Zur Galerie
Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Krefeld Pinguine. © Boris Baschin

Gaudet soll nach einer leichten Blessur, die er sich im Training zugezogen hatte, am Freitag (19.30 Uhr) im Spiel gegen den DEG aber auflaufen können. Damit war mit DeSousa nur ein nomineller Center im Spieltags-Kader, Gerrit Fauser und Spencer Machacek halfen erneut auf den Mittelstürmer-Positionen aus. Neu im Kader im Vergleich zum Auftritt in Köln war nur Janik Möser, der diesmal im Angriff auflief. Für vier komplette Sturmreihen reichte das allerdings trotzdem nicht, Stewart konnte nur elf Angreifer aufbieten, und damit nur 18 statt der erlaubten 19 Feldspieler. Im Tor gab es auch einen Wechsel: Chet Pickard rückte für Dustin Strahlmeier, der ein starkes Spiel in Köln absolviert hatte, in den Kasten.

Kurioses erstes DeSousa-Tor

Das Spiel startete mit einer kalten Dusche für die Wolfsburger. Wie schon beim Gegentreffer in Köln, haben sich die Grizzlys nach nur zwei Minuten auskontern lassen - da offenbarten sich erneut Abstimmungsprobleme in der Rückwärtsbewegung. Beim Zwei-auf-eins rechneten dann alle mit einem Querpass - Jeremy Bracco nutze das aus und schloss eiskalt ab. Doch für einen Schock sorgte das bei den Gastgebern nicht - nur rund vier Minuten später gab's direkt den Ausgleich. Und dabei half eine ordentliche Portion Glück: DeSousas Schuss wurde so geblockt, dass der Puck in einem hohen Bogen auf Sergei Belov im Krefelder Kasten zuflog. Trevor Mingoia versuchte vergeblich, die Scheibe aus der Luft ins Netz zu hauen, lenkte den Goalie aber so ab, dass der Puck auch ohne sein Zutun den Weg ins Netz fand. Nach einem langen Video-Check entschieden die Schiris letztendlich auf Tor.

Der Ausgleich sorgte für etwas Ruhe im Wolfsburger Spiel, zu Beginn taten sie sich noch etwas schwer. Der Center-Mangel machte sich bemerkbar, der Spielaufbau wirkte nicht immer rund. Dennoch kamen die Grizzlys zu ihren Möglichkeiten - und drehten das Spiel noch im ersten Durchgang: Furchner netzte wie schon in Köln erneut ein. Den ersten Versuch des Grizzlys-Kapitäns parierte Belov noch, dann stocherte Hungerecker nach, und am Ende war Furchner zur Stelle.

Im zweiten Durchgang erhöhten die Grizzlys nach einer starken Kombination. Über Mingoia landete die Scheibe beim wie schon in Köln auffälligen DeSousa, dessen - wie es scheint - Schuss-Versuch landete als Traum-Vorlage auf dem Schläger von Rech. Der brauchte nur noch einzuschieben. Auf der anderen Seite wurde es dann deutlich kurioser: Bracco spielte den Puck von der blauen Linie vor den Wolfsburger Kasten, wo Ex-Grizzly Lucas Lessio - erneut nach Abstimmungsproblemen in der Wolfsburger Hintermannschaft bei Puck-Verlust - plötzlich völlig frei vor Pickard auftauchte und den Pass vor dem Einschlag ins Netz wohl noch leicht mit seinem Schläger touchiert hat.


Hin und wieder blitzte trotz aller Personal-Probleme und Schwierigkeiten in der Vorbereitung aber immer wieder das aggressive Eishockey - wie Stewart es sehen will - auf. So wie auch vor dem Treffer zum 4:2: Wieder war die Mingoia-DeSousa-Rech-Reihe dafür verantwortlich, Ersterer eroberte den Puck im Forecheck und der Center schloss direkt ab. Doch das zweite Tor reichte DeSousa nicht, nur wenig später krönte er seinen bärenstarken Auftritt im Powerplay mit einem Hattrick. Schon vor dem Köln-Spiel sagte Stewart, dass er das Gefühl habe, dass bei DeSousa und Mingoia die Chemie stimme. Er sollte Recht behalten.

Der letzte Abschnitt startete mit einem Paukenschlag: Neuzugang Archibald schoss sein erstes Tor für Grizzlys - und das gleich in Unterzahl. Ein erneuter Beweis für den starken Penalty Kill der Grizzlys. Trotz der vielen Strafminuten in Köln gab's kein Gegentreffer in Unterzahl. Im Schlussdrittel gegen Krefeld überstanden die Wolfsburger zudem auch eine doppelte Unterzahl. Leon Niederbergers Treffer im letzten Drittel war nur noch Ergebniskosmetik.

Matchwinner DeSousa freut sich sehr über seine Treffer. "Das war heute sehr schön, dann noch beim Heim-Auftakt vor dem großartigen Publikum", sagte er am Magentasport-Mikrofon. Er war vor allem damit zufrieden, wie sein Team den Matchplan umgesetzt habe. "Und was mir besonders gefallen hat, war, dass wir uns im dritten Drittel nicht zurückgelehnt, sondern weitergemacht haben." In Wolfsburg fühle er sich wohl, betont er: "Ich bin sehr glücklich hier, ich habe hier ein gutes Gefühl, und wir haben alle sehr viel Spaß zusammen."

Stewart lobt die Fans

Stewart sprach nach seinem ersten DEL-Wochenende mit den Grizzlys insgesamt von einem guten Start. Auch mit Blick auf die knappe Niederlage nach Verlängerung in Köln. Im Spiel gegen Krefeld sah er, dass sein Team "Schritt für Schritt besser geworden" sei. "Das erste Tor hat uns einen Schubser gegeben." Und weiter: "Wir haben aggressiv gespielt und wenn wir die Scheibe gewonnen haben, haben wir direkt geschaut, was offensiv geht." Krefeld habe sich nicht versteckt, so Stewart. "Aber wir haben verdient gewonnen."

Und das trotz vieler Ausfälle - und einem Feldspieler weniger. "Die Spieler sind topfit. Und fit genug, um das zu kompensieren", ist sich der Grizzlys-Coach sicher. "Die Jungs haben das Spielsystem heute trotzdem gut umgesetzt. Natürlich gibt es immer Raum für Verbesserungen, aber man hat gesehen, wie wir spielen wollen." Aggressiv, offensiv. Sechs Tore sprechen da eine deutliche Sprache. Stewart: "Wir haben jeden Menge Chancen in der Offensive kreiert und sind dafür belohnt worden." Besonders gepusht habe das Team das lautstarke Publikum. Den Coach freut das sehr: "Die Leute haben eine super Stimmung gemacht, ein großes Lob an die Zuschauer."

Statistik

  • Grizzlys: Pickard - Bittner, Murray; Krupp, Melchiori; Button, Wurm; Raabe - Hungerecker, Fauser, Furchner; Reichel, Machacek, Archibald; Mingoia, DeSousa, Rech; Nijenhuis, Möser.
  • Pinguine: Belov - Jensen, Kulda; Hersley, Glässl; Sacher, Tiffels; Mass - Bracco, Lucenius, Lessio; Sabolic, Berlev, Volek; Weiß, Blank, Schymainski; Hauf, Rutkowski, Niederberger.
  • Schiedsrichter: Hoppe / Kohlmüller.
  • Zuschauer: 1150. - Strafminuten: Wolfsburg 12 / Krefeld 6.
  • Tore: 0:1 (2:09) Bracco (Lessio), 1:1 (5:59) DeSousa (Mingoia), 2:1 (11:38) Furchner (Hungerecker/Fauser), 3:1 (24:21) Rech (DeSousa/Mingoia), 3:2 (26:07) Lessio (Bracco), 4:2 (33:25) DeSousa (Mingoia), 5:2 (34:56) DeSousa, 6:2 (40:21) Archibald (4:5), 6:3 (45:16) Niederberger.