28. Dezember 2021 / 08:35 Uhr

Monarchs-Coach Däuber fokussiert: "Das nächste Ziel ist, wieder Deutscher Meister zu werden"

Monarchs-Coach Däuber fokussiert: "Das nächste Ziel ist, wieder Deutscher Meister zu werden"

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Headcoach Ulrich Däuber hat die Dresden Monarchs zum deutschen Meistertitel geführt.
Headcoach Ulrich Däuber hat die Dresden Monarchs zum deutschen Meistertitel geführt. © Lutz Hentschel/Imago images
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Ulrich „Ulz“ Däuber, Cheftrainer der Dresden Monarchs, spricht im SPORTBUZZER-Interview über die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte, die Pläne fürs Footballjahr 2022 sowie den Stand der Vorbereitungen – und warum es mit der CEFL-Teilnahme der „Königlichen“ nicht klappt.

Dresden. Hinter den Dresden Monarchs liegt das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte. Sie holten sich erstmals Platz eins in der Nordstaffel der German Football League (GFL) und anschließend die Deutsche Meisterschaft im American Football durch einen Sieg gegen die Schwäbisch Hall Unicorns im German Bowl, dem Play-Off-Finale. Ulrich „Ulz“ Däuber, der Headcoach der „Königlichen“, blickt auf die besondere Saison 2021 zurück. Der Fokus des 51-Jährigen liegt natürlich schon längst auf dem nächsten Football-Jahr, für das er wieder ein schlagkräftiges Team zusammenstellen will.

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SPORTBUZZER: Herr Däuber, wie gut hat es getan, im Herbst oder auch in der Vorweihnachtszeit nach diesem ganzen Trubel rund um den German Bowl auch mal abzuschalten?

Ulz Däuber: Auf jeden Fall sehr! Wir hatten bei uns im Büro einen Dresden-Monarchs-Adventskalender, auf dem ein Foto drauf ist von unserem German-Bowl-Sieg. Es ist schon was Schönes, wenn man jeden Tag so ein Türchen öffnen kann. Das sind so die kleinen Momente, in denen man sich immer wieder daran zurückerinnert, was wir alles geschafft haben. Ein bisschen ruhiger ist es geworden, weshalb ich das auch wirklich genießen konnte.


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Und wie fühlt sich dieser Titel mit etwas Abstand an?

Toll! Deutscher Meister zu werden, ist etwas ganz Besonderes! Die ganze Arbeit hat sich gelohnt. Andererseits fangen wir jetzt schon wieder an mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Unser Motto ist: ,Do it again!‘ Wir wollen es wiederholen. Aber wenn ich manchmal morgens aufgewacht bin und so vorm Kleiderschrank stand, habe ich mir gedacht: ,Ach komm, heute ziehst du mal wieder das T-Shirt vom German Bowl an.‘ Ich denke sehr gern an diesen Tag.

Das sind viele schöne Erinnerungen …

Und in den USA gibt es so einen Brauch, dass man sich Ringe machen lässt, wenn man eine Meisterschaft gewonnen hat. So richtig große Klunker. Daran sitzen wir gerade. Eine Firma in den USA macht das Design. Wenn das dann alles fertig wird, ist das auch noch mal ein Höhepunkt. Die Übergabe werden wir natürlich mit der Mannschaft zelebrieren. Voraussichtlich im März wird es so weit sein. Bei uns freut sich jeder schon darauf, so etwas zu haben.

Was sind wesentliche Gründe für diesen großen Monarchs-Erfolg?

Wie wir als Mannschaft zusammengewachsen sind. Wir hatten sehr gute Spieler, aber die allein gewinnen nicht alles. Da gehören auch die Coaches und das Umfeld dazu. Wichtig war auch, dass sich alle darauf eingelassen haben, was wir als Coaches vorgeben. Und dass alle daran geglaubt haben. Das hat einen großen Unterschied ausgemacht.

Was hat sich für Sie und den Verein durch den Titel verändert?

Durch Corona bislang leider recht wenig. Aber man merkt schon, dass das Interesse da ist und die Leute wissen, dass wir das geschafft haben.

Sie haben mittlerweile den German Bowl und die gesamte Saison analysiert. Gibt es etwas, das die Monarchs noch verbessern können?

Ja, wir als Monarchs wollen insgesamt noch mehr junge Spieler zu uns holen. Durch Corona fehlen uns da leider ein paar Leute. Eines unserer Ziele ist, dass wir perspektivisch unseren deutschen Kader noch mehr stärken und in Dresden und Umgebung noch mehr darauf aufmerksam wollen, wie toll das für Mädchen und Jungen ist, in unserem Verein Sport zu machen.

Apropos Kader: Die neuerliche Verpflichtung von Wide Receiver Anthony Brooks haben die Monarchs bereits verkündet. Wie laufen die Planungen im Hinblick auf die neue Saison?

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Ganz gut, einige Spieler haben schon wieder zugesagt. Aber wir sind in einer recht frühen Phase, werden noch den einen oder anderen Zu- und Abgang haben. Aber den großen Stamm können wir auf jeden Fall halten. Sehr wichtig ist auch, dass wir bei den Trainern Kontinuität haben werden.

Die zentrale Position ist der Quarterback. Haben Sie mit K.J. Carta-Samuels schon über seine Rückkehr nach Dresden gesprochen?

Ja, wir sind im Gespräch, aber das wird alles noch ein bisschen dauern. Der macht jetzt natürlich auch sein eigenes Ding zu Hause bei sich in den USA.

Derweil sind aber die ersten sportlichen Vorbereitungen im neuen Kraftraum schon angelaufen …

Der spielt eine wichtige Rolle. Wir befinden uns gerade in der Saisonvorbereitung. Da geht es vor allem um Krafttraining und darum, athletischer zu werden.

Worauf arbeiten Sie diesmal hin? Ist der German-Bowl-Sieg denn überhaupt zu toppen?

Das nächste Ziel ist, wieder Deutscher Meister zu werden, ganz klar. Den Titel zu verteidigen, wird nicht leicht, aber die Ambitionen haben wir auf jeden Fall.

Ein erster Saisonhöhepunkt ist sowieso schon in Sicht: Das Jubiläumsspiel anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Monarchs am 28. Mai 2022 um 18 Uhr im Rudolf-Harbig-Stadion gegen Kiel. Dann soll sicher endlich der 20 Jahre alte Zuschauerrekord fallen.

Die Spiele im Rudolf-Harbig-Stadion sind immer besonders toll. Das ist das zweitgrößte Football-Event in Deutschland nach dem German Bowl. Und klar ist da der Plan, den Rekord zu brechen. Deshalb mein Aufruf an alle Dresdner Football-Fans, sich diesen Tag vorzumerken.

Es wird das erste Heimspiel der Saison sein, die anderen werden dann im Stadion an der Bärnsdorfer Straße ausgetragen.

Ja, dort wird gerade eine neue Tribüne gebaut. Es wird aber schön heimelig werden. Eben „back to the roots“ (zurück zu den Wurzeln, d. Red.).

Die Monarchs treffen laut Spielplan in einer Achter-Liga auch auf die Berlin Adler und die Düsseldorf Panther. Gut für die GFL, dass diese Teams wieder hochkommen?

Ja, Berlin hat nun neben den Rebels wieder ein zweites Team, das ist sehr gut. Düsseldorf ist auch eine alteingesessene Mannschaft. Je mehr gute Teams dabei sind, desto besser. Wir haben in der regulären Saison insgesamt zehn Spiele, was auch gut so ist.

Der Spielplan soll Raum für die Teilnahme an europäischen Wettbewerben lassen. Eines dieser Formate ist die Central European Football League (CEFL), zuletzt war Schwäbisch Hall dort erfolgreich dabei. Werden die Monarchs auch teilnehmen?

Nach derzeitigem Stand werden wir dort nicht mitspielen, weil die Regeln das für uns nicht zulassen. Man darf nur eine gewisse Zahl an Ausländern auf dem Feld haben, für deutsche Teams ist das sehr schwer umsetzbar. Wir schauen uns aktuell nach einer internationalen Alternative um, aber das wissen wir noch nicht genau.

Auf europäischer Ebene gibt es ja auch die European League of Football (ELoF) als Konkurrenz. Ist die ELoF der GFL in jeder Hinsicht gewachsen?

Der Vergleich hinkt ein bisschen. Bei der GFL handelt es sich um eine im deutschen Sportsystem eingegliederte Bundesliga. Die ELoF ist eine Liga, die sich auf europäischer Ebene abspielen möchte. Bei der GFL läuft zurzeit sehr viel im Hintergrund ab. Die GFL wird von Jahr zu Jahr professioneller, zum Beispiel die Medienpräsenz, die Vermarktung und die ganze Organisation. Wir konzentrieren uns auf uns und wollen die GFL weiterbringen. Da sind wir auf dem richtigen Weg.

Würden Sie eigentlich gern mal mit den Monarchs ein Testspiel gegen die Leipzig Kings aus der ELoF machen?

Nein, interessiert mich nicht. Ich glaube an die GFL und Leipzig ist ein Team, das nicht unter diesem Reglement spielt. Ich finde, das passt nicht richtig zusammen.

Hauptsache, bei den Monarchs passt wieder alles. Wie geht es in den nächsten Monaten bis zum Pre-Season-Game am 7. Mai 2022 weiter?

Erst mal ist Kraftraum angesagt, im März werden wir dann rausgehen und im Freien trainieren. Die ausländischen Spieler werden Mitte April kommen, nach Ostern geht es dann wieder richtig los. Darauf freuen wir uns!