11. März 2019 / 19:50 Uhr

Dresden Titans am Scheideweg

Dresden Titans am Scheideweg

Jochen Leimert
Coach Markus Röwenstrunk musst mit seinen Dresden Titans in Oldenburg eine empfindliche Niederlage einstecken. 
Titans Coach Markus Röwenstrunk © Matthias Rietschel
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Die Dresdner Basketballer kämpfen ums Überleben in der drittklassigen Pro B. Die Zukunft von Trainer Röwenstrunk und Geschäftsführer Müller ist offen.

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Dresden. Die Dresden Titans stehen nach der 68:80-Heimniederlage gegen die BSW Sixers am Scheideweg. Wollen sie am Ende einer verkorksten Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B nicht auch noch den Absturz in die Regionalliga riskieren, dann muss am kommenden Wochenende gegen die Morgenluft witternden Herzöge in Wolfenbüttel ein Sieg her. Doch wie soll der den auswärtsschwachen Dresdnern, die in dieser Saison erst zwei Spiele in der Fremde gewinnen konnten, gelingen? Die jüngste Heimvorstellung gegen Sandersdorf war alles andere als ein Mutmacher. Und im Verein brodelt es, die Zukunft von Trainer Markus Röwenstrunk und auch die vom GmbH-Geschäftsführer Jörn Müller ist offen.

DURCHKLICKEN: Das Spiel der Titans gegen WWU Baskets Münster

Im Kampf um die Playoff-Teilnahme mussten die Dresden Titans gegen die WWU Baskets Münster einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Zur Galerie
Im Kampf um die Playoff-Teilnahme mussten die Dresden Titans gegen die WWU Baskets Münster einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. © Steffen Manig
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Unmittelbar nach der Pleite gegen die vor allem von der Dreier-Linie glänzend werfenden Sixers war die Mannschaft total niedergeschlagen. „Dass es am Ende nur zwölf Punkte Rückstand waren, das spiegelt nicht das wider, was war“, ärgerte sich Kapitän Janek Schmidkunz, der vor allem den restlos frustrierten Julian Scott trösten musste. Scott hatte mit 24 Punkten sein Soll übererfüllt, aber kein anderer Dresdner zweistellig getroffen. Schmidkunz gab unumwunden zu: „Unsere Einstellung stimmte nicht, die Körpersprache war nicht gut genug, wenn man in so einer Situation ist. Viele von uns kennen das nicht, sie waren vielleicht noch nicht in so einer Situation. Wir hätten heute einen riesigen Schritt nach vorn machen können, aber das haben wir nicht getan.“

„Im Abstiegskampf muss ich fighten“

Geschäftsführer Müller fehlte jegliches Verständnis für das halbherzige Auftreten der Truppe: „Wir wussten doch, dass wir gegen das Farmteam des MBC spielen. Eine Mannschaft, die individuell richtig was drauf hat. Aber wenn ich gegen so eine Truppe spiele und im Abstiegskampf stecke, dann muss ich fighten. Da muss ich um jeden verdammten Ball kämpfen, diesen Ball werfen und auch dann, wenn es weh tut, dort hingehen, wo der Ball ist. Das haben wir nicht gemacht. Deshalb wäre ein Sieg auch nicht verdient gewesen.“ Die Niederlage bezeichnete er in Anlehnung ans Boxen als „Wirkungstreffer“. Jetzt gehe es darum wieder aufzustehen.

„Das wird mit Sicherheit nicht einfach, aber wir kriegen das hin“, übte sich Trainer Röwenstrunk am Montag in Optimismus. Er fand den Auftritt seiner Mannschaft ebenfalls enttäuschend, versuchte die besonders im zweiten und dritten Viertel abfallende Leistung aber auch mit der traumhaften Trefferquote von Ferdinand Zylka zu erklären: „Ich denke auch, dass bei uns der letzte Wille ein bisschen gefehlt hat. Auf der anderen Seite wollten die Sixers das Spiel nach vier Niederlagen in Folge unbedingt gewinnen. Leider hat Zylka fast jeden Dreier getroffen, das machte es nicht einfacher.“ Einige Dreier des Sandersdorfers seien zu frei gefallen, „andere waren aber auch gut verteidigt und die hat er trotzdem getroffen“, bedauerte Röwenstrunk. Zylkas Wurfglück – er netzte acht von elf Dreier-Versuchen ein – habe die Verteidiger zermürbt. Leider hätten die Titans (nur drei von 18 Versuchen saßen) selbst große Schwierigkeiten gehabt, aus der Distanz zu treffen. Zudem sei das Angriff unterm Korb wenig variabel gewesen, bemängelte der Coach.

Enttäuschender Auftritt der Titans

Nichtsdestotrotz muss die Mannschaft am Sonntag in Wolfenbüttel anders auftreten, um ihren Vorsprung in der Tabelle zu verteidigen. Dass die Herzöge zum Play-down-Start gegen die Sixers gewannen und frisches Selbstvertrauen tankten, erschwert die Aufgabe. Doch Janek Schmidkunz weiß, dass die Titans laut Tabelle noch mit zwei Siegen im Vorteil sind: „Wenn wir Wolfenbüttel einmal schlagen, ist das Ding für uns entschieden.“

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Ein Sieg und der Klassenerhalt wäre auch für den Trainer wichtig, denn sein Vertrag läuft nur bis Saisonende. Wie es danach weitergehen soll, ist offen: „Bis jetzt wurde mit mir noch nicht gesprochen“, so Röwenstrunk. Selbst wenn der Abstieg noch abgewendet wird, ist eine Vertragsverlängerung alles andere als sicher, denn laut DNN-Informationen steht Geschäftsführer Müller vor dem Abschied. Der hatte Röwenstrunk im Dezember geholt, zuvor die Mannschaft zusammengestellt. Auf Nachfrage wollte sich der ehemalige Center, der 2017 die Nachfolge von Peter Krautwald angetreten hatte, nicht zu seiner Zukunft äußern. Aber im Verein wächst die Kritik an seiner Person.

Zur Halbzeit liegen unsere #Titans mit 38:48 gegen die BSW Sixers zurück. Noch ist hier aber mal gar nichts verloren!...

Gepostet von Dresden Titans Basketball Club am Sonntag, 10. März 2019

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