01. November 2020 / 08:42 Uhr

Dresden Titans lösen Heimaufgabe gegen Frankfurt insgesamt solide

Dresden Titans lösen Heimaufgabe gegen Frankfurt insgesamt solide

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Kapitän Georg Voigtmann (r.) packt den Ball unter dem Brett. Frankfurts Adam Schoormann springt ins Leere.
Kapitän Georg Voigtmann (r.) packt den Ball unter dem Brett. Frankfurts Adam Schoormann springt ins Leere. © Steffen Manig
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Der Drittligist aus Elbflorenz beherrscht die Fraport Skyliners Juniors über weite Strecken, hat aber Mühe, in den letzten beiden Vierteln in Schwung zu kommen.

Dresden. In der 2. Basketball-Bundesliga Pro B haben die Dresden Titans am Samstagabend ihren zweiten Saisonsieg gefeiert. Vor 405 Zuschauern in der Margon-Arena bezwangen die Männer von Trainer Fabian Strauß die Fraport Skyliners Juniors deutlich mit 72:52 und übten sich damit erfolgreich in Wiedergutmachung für das peinliche 66:96 eine Woche zuvor in Gießen.

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Gegen die Reserve des Frankfurter Bundesligisten, der mit Adam Schoormann und Bruno Vrcic zwei schon häufig in der Eliteliga eingesetzte und treffsichere Spieler mitgebracht hatte, starteten die Dresdner schwungvoll und entschieden das erste Viertel mit 23:12 für sich. Im zweiten Spielabschnitt setzten sie ihre gute Vorstellung fort und gingen beim Stand von 46:32 in die Halbzeitpause.

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Doch nach Wiederbeginn schien Sand im Getriebe, die Hessen kamen plötzlich Schritt für Schritt heran, weil der zuvor gut aufgelegte Dresdner Kapitän Georg Voigtmann Nerven zeigte und selbst zwei Freiwürfe nicht verwandeln konnte. Doch der Center war nicht der einzige Spieler, der ein kleines Tief durchmachte, auch Julius Stahl, Daniel Kirchner oder Lennard Larysz agierten unglücklich. Die ganze Mannschaft leistete sich zu viele Ballverluste, traf auch nicht mehr. Fast fünf Minuten gelang kein Korberfolg, sodass Frankfurt vor allem dank Vrcic (am Ende 28 Punkte)und Schoormann (13 Zähler) bis auf 41:46 herankam. Das 48:41, das Sebastian Heck im Nachsetzen erzielte, wirkte dann aber wie eine Erlösung für die Gastgeber, Stahl legte das 50:41 nach und das dritte Viertel endete schließlich 57:45.

Pro B spielt wohl ohne Zuschauer weiter

Im letzten Viertel dauerte es wieder fast drei Minuten, ehe die Dresdner durch einen Fastbreak-Angriff über Sebastian Heck punkten konnten. Da auch die Gäste viele Fehler machten, konnten sie den Hausherren nicht mehr gefährlich werden. Heck besorgte mit einem Zweier den 72:52-Endstand. Damit blieb die Mannschaft in diesem Jahr zu Hause weiter ungeschlagen. Die Fans freute es, sie sangen beim Rausschmeißer von den “Atzen” kräftig “Hey, was geht ab? Wir feiern die ganze Nacht!” mit und gingen zufrieden aus der Margon-Arena nach Hause.

“Das ist eine beeindruckende Serie”, sagte Ex-Geschäftsführer Peter Krautwald, der am Nachmittag mit dem Gothaer Nachwuchs zu Gast in seiner Heimat war und die Dresdner Pro-B-Truppe erstmals seit Januar wieder live erlebte. Krautwald sah zwar einige Schwierigkeiten der Dresdner, den Rhythmus bei den Wechseln beizubehalten, dennoch habe die Mannschaft Frankfurt insgesamt ganz gut bespielt und verdient gewonnen: “Der Sieg zählt gerade jetzt, wo die Spieler in der aktuellen Sitaution nicht so richtig wissen, wie es weitergeht.”

Momentan sieht es allerdings so aus, als ob die Pro B ohne Zuschauer weiterspielt, denn die Liga wurde als Profiliga eingestuft und kann damit auf Erstattung von 75 Prozent ihrer finanziellen Ausfälle hoffen. “Die Liga tagt nächste Woche noch einmal”, sagte der aktuelle Titans-Geschäftsführer Rico Gottwald. “Die Geisterspiele sind suboptimal für die Liga, aber die Liga muss weiterspielen, damit man präsent bleibt”, erklärte er und kündigte einen Livestream für das nächste Heimspiel an. Mit der Partie gegen die Skyliner Juniors war Gottwald ganz zufrieden: “Die Frankfurter hatten zwei BBL-Spieler mit, die in den ersten beiden Partien nicht dabei waren. Insofern war Frankfurt eine Wundertüte für uns, wir haben uns aber gut vorbereitet und es hintenraus ganz gut gelöst. Jetzt hoffen wir, dass wir gegen den FC Bayern nachwischen können und den ersten Auswärtssieg in der neuen Saison zeitiger holen.”


Dresdner bemüht um schnelles Spiel

Sebastian Heck fand das Spiel im Großen und Ganzen auch okay, sah aber auch Schwachstellen: “Die Ballverluste rühren vielleicht daher, weil wir versuchen, das Spiel schnell zu machen. Aber es gibt noch einige Unstimmigkeiten bei uns.” Die Mannschaft habe das aber mit Aggressivität in der Verteidigung auszugleichen versucht. “Woran wir aber wirklich arbeiten müssen, ist, die Energie zum Start ins dritte Viertel hochzuhalten. Das war das größte Problem, das wir heute hatten.”

Kapitän Voigtmann, der beste Werfer der Dresdner, war auch selbstkritisch: “Wenn man mit 20 Punkten Vorsprung am Ende gewinnt, ist es schwer unzufrieden zu sein, aber es gibt schon noch viele Sachen zu tun. Dessen sind wir uns bewusst. Wir wollen versuchen, schneller als der Gegner zu spielen, da ist es aber auch klar, dass man mal ein paar Turnover mehr macht, weil wir noch ein sehr junges Team sind. Wir müssen jetzt gucken, dass wir das in den nächsten Wochen immer mehr reinkriegen, wie wer spielt. Dann werden wir auch weniger Turnover machen.”

Punktbeste Dresdner Werfer: Voigtmann 19 Zähler, Larysz 12, Nießen 9, Heck 8.