03. April 2020 / 07:48 Uhr

Dresdner Eislöwen: „Spiele ohne Zuschauer kann es bei uns nicht geben“

Dresdner Eislöwen: „Spiele ohne Zuschauer kann es bei uns nicht geben“

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
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Volle Ränge sind nicht nur für die Motivation der Spieler notwendig, sondern auch für deren Finanzierung. © Steffen Manig
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Die Dresdner Eislöwen stehen bei der Lizensierung vor einer schwierigen Aufgabe, doch Geschäftsführer Maik Walsdorf geht sie mit Optimismus an. Bis Anfang Juli soll das Verfahren in der DEL2 abgeschlossen sein.

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Dresden. Während der Eishockeysport in der DEL2 nach dem Saisonabbruch ruht, wird in den Geschäftsstellen der Klubs um so eifriger gearbeitet. Am Donnerstag hat die DEL2-Zentrale die Lizenzierungsunterlagen für die Saison 2020/2021 an die Clubs versendet. Die 14 Standorte müssen bis zum 24. Mai ihre Unterlagen einzureichen. Bis Anfang Juli soll das Lizensierungsverfahren abgeschlossen sein.

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Wirtschaftlichkeitsprüfung als Herausforderung

DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch betont in diesem Zusammenhang: „Auch wenn durch die Corona-Pandemie die Saison vorzeitig beendet werden musste und auch der Sport von deren Folgen aktuell und zukünftig betroffen sein wird, so müssen wir gerade mit dem Fokus auf den geplanten Saisonbeginn am 11. September und die Stabilität der Liga die Fristen für das Lizenzierungsverfahren einhalten.“

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Am 4. Januar war es endlich soweit: Derbytime unter freiem Himmel. Die Dresdner Eislöwen empfingen die Lausitzer Füchse zum Wintergame im Rudolf-Harbig-Stadion. Zur Galerie
Am 4. Januar war es endlich soweit: Derbytime unter freiem Himmel. Die Dresdner Eislöwen empfingen die Lausitzer Füchse zum Wintergame im Rudolf-Harbig-Stadion. ©

Natürlich sei die Wirtschaftlichkeitsprüfung unter den gegebenen Bedingungen für jeden Standort sowie auch für die Prüfer eine Herausforderung, die es zu meistern gelte. Das unterstreicht auch Maik Walsdorf, Geschäftsführer der Dresdner Eislöwen: „Wir haben schon viel erlebt, aber eine solche Situation noch nie. Es ist um Vieles schwieriger als in der Vergangenheit, weil es eine Menge Unwägbarkeiten gibt. Keiner kann derzeit sagen, wie sich die Lage im September darstellt. Wir müssen unseren Haushalt aber so aufstellen, dass die Gelder dann auch fließen können. Deshalb stehen wir im permanenten Austausch mit unserem Steuerbüro und sind natürlich in engem Kontakt mir unseren Partnern.“

Das Verhältnis mit den Sponsoren sei schon immer ein sehr gutes, deshalb wisse man auch, wie es den Firmen im Moment geht. „Da gibt es verschiedene Szenarien. Manche wissen noch nicht, wie schwer sie die Corona-Krise trifft“, so der Geschäftsführer. Deshalb müsse man bestimmte Sicherungsklauseln in die Kontrakte bauen. Für den Wirtschaftsprüfer der DEL2 sei die Bewertung dann sicher ebenfalls eine riesige Herausforderung. Walsdorf ist trotz allem zuversichtlich: „Derzeit gehe ich davon aus, dass wir ein gutes Budget zusammenbekommen.“

Dauerkartenverkauf verschoben

Dennoch ruhe die Kaderplanung noch. „Wir haben schon einige Spieler, die wir in Dresden halten wollen, aber Verträge werden derzeit nicht unterschrieben und es gibt auch einen Stopp für Transfers. Lediglich einen Neuzugang haben wir zu verkünden. Das wollen wir machen, wenn wir bei unserer Supporter-Ticket-Aktion das Stadion mit 4412 virtuell ausverkauft haben. Derzeit sind reichlich 2000 Karten weg“, verrät er. Bis zum 30. April soll das Ziel erreicht sein.

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Hinsichtlich der neuen Spielzeit macht Walsdorf klar: „Spiele ohne Zuschauer kann es bei uns nicht geben Anders als beim Fußball machen die Zuschauereinnahmen bei uns rund 30 bis 40 Prozent der Einnahmen aus. Sobald sie wegfallen, haben wir keine Chance zu spielen.“ Aufgrund der Situation haben die Eislöwen den Beginn des Dauerkartenverkaufs verschoben.

„Fünf-Sterne-Klub“

In der Geschäftsstelle befinden sich momentan alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. „Das müssen wir jetzt im Zuge der Lizensierung wieder etwas hochfahren“, erklärt der 32-Jährige. Zudem sei man in Gesprächen mit der Stadt und dem Land, um alle Möglichkeiten der Unterstützung auszuloten. Auch bei der VBG, die eine Erhöhung der Beiträge angekündigt hat, wird eine Stundung beantragt. Walsdorf blickt aber nicht nur auf den eigenen Klub: „Ich hoffe, dass es für alle Vereine in der Liga gut ausgeht.“

Umso erfreulicher war am Donnerstag die Nachricht, dass die Dresdner Eislöwen auch weiterhin vom DEB als „Fünf-Sterne-Klub“ im Nachwuchsförderprogramm zertifiziert wurden. In der DEL2 erhielten nur noch Bietigheim und Landshut dieses Zertifikat. In allen drei höchsten Spielklassen sind es insgesamt 13 Vereine. Die Blau-Weißen verteidigen seit der Saison 2015/16 ihre Zugehörigkeit zu diesem illustren Kreis jedes Jahr aufs Neue.