02. September 2020 / 08:25 Uhr

Dresdner Handball wird zum Vorreiter: HC Elbflorenz darf vor 956 Fans spielen

Dresdner Handball wird zum Vorreiter: HC Elbflorenz darf vor 956 Fans spielen

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Elbflorenz-Präsident Uwe Saegeling freut sich auf die Rückkehr der Fans.
Elbflorenz-Präsident Uwe Saegeling freut sich auf die Rückkehr der Fans. © Matthias Rietschel
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Das sind doch mal gute Nachrichten! Handball-Zweitligist HC Elbflorenz darf im Test gegen die Füchse Berlin als erstes Team in Dresden wieder vor Zuschauern antreten. Die Kommune genehmigte ein entsprechende Konzept des Clubs, dem die Sorgen mit diesem ersten Schritt aber nicht genommen sind.

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Dresden. Die Zweitliga-Handballer des HC Elbflorenz werden im Dresdner Sport zum „Corona-Vorreiter“. Wenn sie am Freitag die Füchse Berlin zum Testspiel empfangen (18 Uhr), dürfen erstmals 956 Zuschauer die Partie live in der Ballsport-Arena erleben. Nachdem der Klub gemeinsam mit dem Hallenbetreiber ein umfassendes Hygiene- und Gesundheitskonzept vorgelegt hat, gab es zu Wochenbeginn Grünes Licht vom Gesundheitsamt.

Darlehen beantragt

Vereinschef und Mäzen Uwe Saegeling zeigt sich erleichtert: „Uns kommt zugute, dass in unserer modernen Spielstätte klare Trennungen der Besucherströme, die Einhaltung des geforderten Abstandes zu den Spielern und eine ausreichende Belüftung möglich sind.“ So soll jeder zweite Sitz frei bleiben, der Zuschauerbereich wird in vier Bereiche aufgeteilt, die jeweils mit separaten Eingängen erreichbar sind. Mit personalisierten Tickets wird gewährleistet, dass notfalls die Kontaktnachverfolgungen möglich sind. In der Halle muss ein Mundschutz getragen werden, am Platz während des Spiels aber nicht.

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So sehr sich der HCE-Boss auch über diesen ersten Schritt freut, betont er im gleichen Atemzug: „Uns ist natürlich klar, dass diese Zuschauerzahl nicht auf Dauer ausreicht, um die Spieltage wirtschaftlich zu betreiben.“ Immerhin hätten durch den Abbruch der abgelaufenen Spielzeit die sechs ausgefallenen Heimspieltage einen Verlust im sechsstelligen Bereich zur Folge gehabt. Deshalb habe man an vielen Stellschrauben gedreht, alles auf den Prüfstand gestellt, um Einsparungen vorzunehmen. Auch Kurzarbeit wurde in Anspruch genommen. Ein Darlehen über 200.000 Euro wurde bei der SAB-Bank inzwischen ebenfalls beantragt. Dennoch betont Saegeling: „Der Sponsorenpool ist im Wesentlichen relativ stabil geblieben. Und dafür sind wir sehr dankbar. Natürlich befindet sich der Verein in einer schwierigen Situation, aber wir schaffen es ganz gut, ihn durch diese Zeit zu steuern.“

Freude auch bei Coach Göde

Dass es derzeit in der Handball-Bundesliga Diskussionen um eine weitere Verschiebung des Liga-Starts gibt, kann Manager Karsten Wöhler nicht verstehen: „Wir wissen ja nicht, was uns die nächsten Monate bringen. Ich denke, Handball muss einfach wieder präsent sein und deshalb haben wir auch dafür gestimmt, dass wir es beim Start Anfang Oktober belassen.“ Allerdings würden sich die Verantwortlichen der beiden Ligen jede Woche bei einer Telefonkonferenz abstimmen.“

Auch Trainer Rico Göde freut sich auf die Partie gegen die Füchse als nächste Standortbestimmung und er hofft zugleich, dass das Spiel „so viele Fans wie möglich live erleben wollen“.