22. Juli 2021 / 08:53 Uhr

Dresdner Ruderer Schulze peilt drittes Gold an

Dresdner Ruderer Schulze peilt drittes Gold an

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Schulze
Karl Schulze ist bereit für Olympia. © imago images
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Nach 2012 und 2016 will Karl Schulze die dritte Goldmedaille im Doppelvierer holen. Der 33-jährige Dresdner muss bereits am frühen Freitagmorgen im Vorlauf ran und startet somit als einer der Ersten bei Olympia.

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Dresden. Karl Schulze will Geschichte schreiben. Der 33-jährige Dresdner Ruderer, der für Berlin startet, peilt bei den Olympischen Spielen in Tokio seine dritte Goldmedaille im Doppelvierer an. Schon 2012 in London und 2016 in Rio gehörte der Modellathlet zum siegreichen Quartett. Mit Max Appel (Magdeburg), Tim Ole Naske (Hamburg) und Hans Gruhne (Potsdam) will er diesen Coup nun erneut wiederholen und das Triple perfekt machen. Und sie gehören zu den ersten Athleten, bereits am frühen Freitagmorgen (4.30 Uhr MEZ) im Vorlauf ran müssen.

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Viel hat Karl Schulze für seinen Traum vom olympischen Gold-Triple in den vergangenen Jahren noch einmal auf sich genommen. So zog er im Oktober 2018 mit seiner Frau Marie-Christin und Töchterchen Leni, zu der sich im September 2019 noch Schwesterchen Lea gesellte, nach Glinde bei Hamburg. Er kam damit der Forderung des Verbandes nach Konzentration der Kader am Stützpunkt in Ratzeburg nach.

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Einen Dämpfer gab es zwar bei der WM 2019, bei der nur ein fünfter Platz heraussprang, doch zumindest den olympischen Quotenplatz sicherte der Doppelvierer. Dann aber kam Corona und durchkreuzte alle Pläne, die Schulze sich mit seiner Familie zurechtgelegt hatte. Die Nachricht von der Verschiebung der Spiele habe ihm „den Boden unter den Füßen weggezogen“, bekannte er damals. Denn es war bereits abgemacht, dass er mit seinen „Mädels“ mit Sack und Pack wieder elbaufwärts in die Heimat ziehen wollte. Und das tat er auch. Im Juli vor einem Jahr bezog die Familie wieder ein Domizil in Dresden, seither musste Schulze zum Training pendeln.

Ball flach halten

„Natürlich war vieles anders geplant“, gibt er zu, hofft aber dennoch, dass sich der Aufwand auszahlt. Allerdings wird der Kampf um Edelmetall diesmal deutlich schwerer. „Früher sind wir mit dem Doppelvierer immer als Favorit ins Rennen gegangen. Nach Platz fünf bei der letzten WM und dem sechsten Rang bei der EM ist das nun anders“, weiß der Dresdner, der mit seinen drei Kollegen nach einem fast desaströsen Saisonstart im Mai in Luzern zuletzt immer besser ins Rollen kam. Rang drei beim Weltcup in Sabbaudia hinter Europameister Italien und Norwegen gab dann aber Selbstvertrauen. In den Trainingslagern in Österreich und zuletzt im japanischen Kinosaki nahm die Crew richtig Fahrt auf.

Dennoch halten die Jungs den Ball flach. „Wenn wir im Finale auf den ersten 1000 Metern mit Italien und den Niederlanden vorne sind, dann ist vieles möglich. Aber der Schuss kann natürlich auch schnell nach hinten losgehen. Holland und Italien sind derzeit überlegen, dahinter kommen knapp wir, aber auch fünf, sechs andere Boote. Da kann auch das Halbfinale ganz schnell super, super eng werden“, weiß auch Max Appel. Vielleicht ein gutes Omen: Schüler aus dem japanischen Toyooda bastelten für die Ruderer aus Europa kleine Rucksäcke, die mit handgeschriebenen Glückwünschen, Motivationssprüchen und einer Goldmedaille bepackt waren. Wenn das nicht als Glücksbringer hilft…