26. Juni 2020 / 10:10 Uhr

Dresdner Kanuten Liebscher und Kriegerstein vor Testwettkampf in Duisburg

Dresdner Kanuten Liebscher und Kriegerstein vor Testwettkampf in Duisburg

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher absolvieren am Wochenende einen ersten Testwettbewerb in Duisburg.
Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher absolvieren am Wochenende einen ersten Testwettbewerb in Duisburg. © Matthias Rietschel
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Die beiden Top-Kanuten vom KC Dresden, Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher, sehnen sich nach Wettkämpfen. Das wird nun Realität mit einem Testwettkampf in Duisburg. Etwas unklar bleibt allerdings noch, ob die Weltmeisterschaft in Szeged (Ungarn) im September wie geplant stattfindet.

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Dresden. Wenigstens noch zwei, drei Wettkämpfe in diesem Jahr absolvieren. Das ist der Wunsch vieler Sportler in Corona-Zeiten. Für die Elite der deutschen Rennkanuten geht dieser Wunsch an diesem Sonnabend in Erfüllung. In Duisburg treffen sich die designierten Olympia-Kader zu einem ersten Testwettbewerb. Auch Olympiasieger Tom Liebscher und die Olympia-Zweite Steffi Kriegerstein vom KC Dresden stellen sich der Leistungsüberprüfung. Während für die Männer 250 m und 1000 m auf dem Programm stehen, sind es für die Frauen 250 m und 500 m.

„Hatten unseren Spaß“

Tom Liebscher freut sich schon darauf: „Wir sind alle gespannt, wie das ausgeht. Endlich gibt es einen Anlass, mal richtig schnell zu fahren. Ich bin schon ein Typ, der solche Wettkampfreize als Motivation für das weitere Training braucht. Da kann man sehen, woran man im Training arbeiten muss“, erläutert der 26-Jährige, der wie alle anderen die Verschiebung der Olympischen Spiele und die Absage vieler weiterer Wettkämpfe und Trainingslager in diesem Jahr erst einmal mental verarbeiten musste.

Die beiden Nationalmannschaftslehrgänge von je zwei Wochen in Kienbaum hätten da auf jeden Fall geholfen. „Es war schön, mit und gegen die anderen zu paddeln. Da ging es schon ab und zu heiß her. Die Konkurrenz hat sich nochmal verdichtet, die Jungen drängen nach“, beschreibt der mehrfache Weltmeister die Situation. Die Hygiene- und Abstandsregeln hätten dabei auch zu lustigen Erlebnissen geführt: „Beim Essen saßen alle zwei Tische voneinander entfernt. Die Konversation lief deshalb immer ziemlich laut ab. Da hatten wir auch unseren Spaß“, wie er lachend verrät.

Selbst wenn es jetzt in Duisburg nicht direkt um etwas gehe, wolle er keinesfalls als „lasche Tasche“ anreisen. „Man will schon zeigen, dass man vorn dabei ist. Wenn es richtig abgeht, will ich auf jeden Fall mitmischen“, lässt der Dresdner keinen Zweifel. Sollte es nicht gleich auf Anhieb perfekt rutschen, dann wisse er, an welchen Schräubchen im Training gedreht werden müsse. Und reichlich zwei Wochen später gibt´s dann den zweiten Test, bei dem auch der U23-Bereich eingeladen ist und sich damit die Konkurrenz noch vergrößert. Ob Ende September mit der WM in den nichtolympischen Disziplinen in Szeged (Ungarn), bei der die olympischen Strecken als Weltcup ausgefahren werden sollen, noch ein Höhepunkt ansteht, ist derzeit noch nicht sicher.

Im Training gut durchgekommen

Deshalb sieht Steffi Kriegerstein die Situation eher mit gemischten Gefühlen. „Wir haben jetzt die ganzen letzten Wochen durchgeackert, uns gequält. Normalerweise endet unsere Saison im August. Wenn wir jetzt noch einen Monat Training dranhängen und dann vielleicht dieser Weltcup nicht stattfindet, wäre das nicht gerade prickelnd. Denn auch Regeneration im Hinblick auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr ist ja wichtig“, gibt die 27-Jährige zu bedenken.

Deshalb sagt sie: „Auf der einen Seite ist es gut, dass jetzt solche Tests stattfinden. Sie geben einen Einblick, wo man steht. Aber unter den gegebenen Umständen ist es schwierig, denn es fehlt ein richtiges Ziel.“ Sie sei jedoch im Training gut durchgekommen und will das in Duisburg auch zeigen. Während allerdings bei den Männern alle Kader am Start sind, fehlen bei den Frauen mehrere Athletinnen, darunter die Leipzigerin Tina Dietze oder die Potsdamerin Franziska John, aus verschiedenen Gründen.