28. März 2020 / 10:29 Uhr

Der Dresdner Rennverein rüstet sich weiter für neue Saison

Der Dresdner Rennverein rüstet sich weiter für neue Saison

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Noch hängt die Einladung zum ersten Renntag der Saison am Eingangstor zur Rennbahn in Seidnitz – aber wie lange noch?
Noch hängt die Einladung zum ersten Renntag der Saison am Eingangstor zur Rennbahn in Seidnitz – aber wie lange noch? © Steffen Manig
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Während am Leipziger Scheibenholz der Aufgalopp am Maifeiertag ausfällt, hoffen die Organisatoren in Seidnitz noch auf einen Saisonstart am 11. Mai 2020 und bereiten das Highlight des Galoppsports in der Region vor.

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Dresden. Nicht nur die Sportlerinnen und Sportler sind von der weltweiten Coronavirus-Pandemie betroffen, auch der Galoppsport ist in diesen schweren Zeiten völlig zum Erliegen gekommen. Irland war am Dienstag das letzte europäische Land, das den Rennbetrieb eingestellt hat. In Deutschland waren schon länger alle Renntage bis zum Ende der Osterferien am 18. April abgesagt worden. Das betrifft auch die erste Veranstaltung im Osten, den Aufgalopp in Berlin-Hoppegarten am 12. April. In Sachsen mussten am Donnerstag ebenfalls die Organisatoren des Kultrenntages im Leipziger Scheibenholz die Notbremse ziehen. Der für den 1. Mai geplante Renntag fällt aus.

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Das war der Aufgalopp im Scheibenholz am 1. Mai 2019. Rund 20.000 Besucher pilgerten zur Rennbahn. Zur Galerie
Das war der Aufgalopp im Scheibenholz am 1. Mai 2019. Rund 20.000 Besucher pilgerten zur Rennbahn. © André Kempner

Besonders bitter für die Messestädter, denn im vergangenen Jahr strömten noch rund 20 000 Besucher zu diesem Event. „Dieser Mairenntag hat für uns eine zentrale wirtschaftliche Bedeutung für die Finanzierung, Unterhaltung, Pflege und Bewirtschaftung der ältesten Sportstätte Sachsens“, erklärt Geschäftsführer Alexander Leip.

Pro Kalendertag soll nur noch ein Renntag stattfinden

Ohnehin wäre dieser Renntag den Maßnahmen, die das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in Köln für die nächste Zukunft getroffen hat, zum Opfer gefallen. Um den Rennbetrieb bei einer möglichen Lockerung der behördlichen Anordnungen ab Mitte kommenden Monats wieder aufnehmen zu können, sind im Anschluss Renntage ohne Publikum und mit einer Minimalpräsenz der am Rennsport Beteiligten geplant.

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In der Erklärung heißt es: „Dabei werden wir uns um eine angemessene regionale Verteilung der Rennen und eine stärkere Konzentration von Rennen bemühen. Wir hoffen, dass im Anschluss der ordentliche Rennbetrieb wieder Fuß fassen kann und insbesondere unsere klassischen Rennen, wie das 151. Deutsche Derby am 5. Juli und der Henkel-Preis der Diana am 2. August stattfinden können.”

Konkret heißt das: Pro Kalendertag wird in Deutschland zunächst nur noch ein Renntag stattfinden. Los soll es am 18. April im niedersächsischen Hannover gehen. Die erste Veranstaltung im Osten ist für den 25. April in Magdeburg geplant, tags darauf soll es in Hoppegarten losgehen. Am 1. Mai wurde vom Direktorium Hannover bevorzugt, Leipzig und München wurden deshalb gestrichen.

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Start zu einem Galopprennen in Dresden-Seidnitz. Zur Galerie
Start zu einem Galopprennen in Dresden-Seidnitz. ©

Auf der Galopprennbahn in Dresden-Seidnitz ist der Aufgalopp am 11. Mai geplant. Wie Rennvereins-Geschäftsführer Uwe Tschirch betont, bereite man sich auf alle möglichen Szenarien vor – ganz ohne Zuschauer, eine Beschränkung auf 1000 Besucher oder im schlimmsten Fall eine Absage. „Derzeit sind wir mit den Vorbereitungen ganz normal beschäftigt, als würde es einen kompletten Renntag geben. So wird gerade die Startmaschine überholt, das Gras und die Sträucher wachsen und müssen gestutzt werden. Auch beim Bau der neuen Galopp-Lounge geht es ganz gut voran“, erläutert Tschirch.

Rennbetrieb ohne Zuschauer möglich

Auch trainiert wird natürlich ganz normal, denn die Pferde der beiden Trainer Claudia Barsig und Stefan Richter und auch die einiger Besitzertrainer müssen bewegt werden. „Die Vollblüter brauchen ja, wie jeder Sportler auch, eine gewisse Vorbereitungszeit, um dann bei den Rennen ihre Leistungen zu bringen“, so Uwe Tschirch, dem eine Aufnahme des Rennbetriebes selbst ohne Zuschauer lieber ist als gar keine Veranstaltungen: „Natürlich gehören die Besucher einfach dazu, sie machen einen Renntag erst zum Event, doch man darf auch die Jockeys, Trainer und Besitzer nicht vergessen, für sie sind die Rennen die Einnahmequelle.“ Er hofft, dass sich die Situation nach dem 18. Mai wieder bessert. Der zweite Renntag in Seidnitz soll am 30. Mai stattfinden.