31. März 2022 / 20:40 Uhr

Dresdner SC: Bundesliga-Spitzenspiel findet in frostiger Atmosphäre statt

Dresdner SC: Bundesliga-Spitzenspiel findet in frostiger Atmosphäre statt

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Die Stuttgarterin Lara Berger wird ab der kommenden Saison für den Rivalen aus Dresden spielen. Das gefällt nicht allen.
Die Stuttgarterin Lara Berger wird ab der kommenden Saison für den Rivalen aus Dresden spielen. Das gefällt nicht allen. © Imago/Hansjürgen Britsch
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Der erneut durch Corona-Infektionen personell geschwächte Dresdner SC muss am Freitag wider Willen in Stuttgart antreten. Für Zoff sorgt auch noch ein Wechsel.

Dresden. Die Volleyballerinnen vom Dresdner SC sind weiter vom Pech verfolgt, denn in der Mannschaft von Trainer Alexander Waibl hat es erneut einen Corona-Ausbruch gegeben. So kann der amtierende deutsche Meister Freitagbend (20 Uhr) nur mit einer Rumpftruppe beim Tabellenführer antreten.

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Sportlich alles entschieden

Wie schon vor dem glatt mit 0:3 gegen den MTV Allianz Stuttgart verlorenen Pokalfinale hatte sich der DSC um eine Spielabsage bemüht, doch die Volleyball-Bundesliga lehnte das ab. Waibl kann die Entscheidung nicht nachvollziehen: „Die Partie in Stuttgart wird so für uns zu einem Trainingsspiel, wobei wir kein Verständnis dafür haben, dass man uns vor Beginn der Play-offs noch da durchprügelt.“ Die Partie auf Biegen und Brechen durchzuziehen, finde er verantwortungslos, so Waibl: „Es geht da wohl nur um wirtschaftliche Interessen bei den Stuttgartern beziehungsweise um die Fernsehübertragung.“

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Sportlich sei am Ende der Hauptrunde alles entschieden, erklärt der DSC-Coach und nimmt die Bundesliga-Verantwortlichen unverblümt aufs Korn: „Ob das Spiel stattfindet oder nicht, hat keinerlei Auswirkung auf die Tabellenkonstellation der Hauptrunde. Mit dieser Entscheidung wird das Risiko erhöht, dass es innerhalb unserer Mannschaft zu weiteren Infektionen kommt. Eine Überraschung ist diese Entscheidung hingegen nicht, denn die Liga beugt sich gern den Wünschen Stuttgarts.“

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„Wir haben drei Jahre in sie investiert“

Das wird man bei den Funktionären nicht gern hören. Und auch in seiner Heimat wird Waibl Freitagabend wohl nicht sehr warmherzig empfangen werden. Dass man beim Pokalsieger sauer auf die Dresdner ist, hat aber noch einen anderen Grund, denn mit der 1,96 Meter großen Diagonalspielerin Lara Berger hat sich der DSC eine talentierte Stuttgarter Spielerin für die nächste Saison geangelt. Die 20 Jahre alte Tübingerin hofft in Dresden auf mehr Spielzeit, denn in Stuttgart kam sie meist nur zum Einsatz, wenn die US-Amerikanerin Krystal Rivers angeschlagen war und geschont werden musste.

MTV-Trainer Tore Aleksandersen sagte der Stuttgarter Zeitung über Berger: „Sie hat sich sehr gut entwickelt. Wenn sie sich physisch weiter verbessert und mehr Selbstvertrauen aufbaut, gibt es für sie kein Limit.“ MTV-Sportchefin Kim Renkema ärgert sich im Gespräch mit der gleichen Zeitung über Bergers Abschied: „Wir haben drei Jahre in sie investiert. Dass sie uns nun verlässt, ist sehr schade.“

Heftige Kritik in Stuttgart muss momentan aber vor allem Andreas Burkard, der Geschäftsführer des Volleyball-Landesverbandes Württemberg (VWL), einstecken. Laut Meinung des MTV habe er Lara Berger beraten, was Burkard gegenüber VWL-Präsident Martin Walter aber bestritten haben soll.