15. Februar 2020 / 08:29 Uhr

Dresdner SC vorm Pokalfinale: „Die Mädels sind gut drauf“

Dresdner SC vorm Pokalfinale: „Die Mädels sind gut drauf“

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
In der SAP-Arena von Mannheim erwartet die DSC-Volleyballerinnen erneut eine stimmungsvolle Atmosphäre.
In der SAP-Arena von Mannheim erwartet die DSC-Volleyballerinnen erneut eine stimmungsvolle Atmosphäre. © imago images / Conny Kurth
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Dresdens Volleyballerinnen haben zwar die Niederlage gegen Vilsbiburg noch in den Knochen, doch am Sonntag in Mannheim soll alles passen.

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Dresden. Wenn Mareen von Römer am Sonntag die SAP-Arena von Mannheim betritt, wird sie das gleiche Kribbeln und genau so viel Gänsehaut verspüren wie vor zwei Jahren, als sie mit dem DSC gegen Wiesbaden den fünften Pokalsieg der Vereinsgeschichte erkämpfte. Allerdings ist für die 32-jährige diesmal doch alles anders – statt auf dem Feld Regie zu führen, muss sie mit dem Platz hinter der Bank vorliebnehmen. Schon seit Ende Oktober, als bei der ehemaligen Nationalspielerin eine schwere Lungenentzündung diagnostiziert wurde, fehlt sie ihrer Mannschaft.

„Ich habe mich jetzt schon lange mit der Situation abfinden müssen, dass ich nur im Hintergrund helfen kann. Aber negative Gedanken lasse ich nicht zu, zumal es mir deutlich besser geht und ich auch Fortschritte im Training sehe“, zeigt sich die Zuspielerin positiv gestimmt. So oft es ging, war der Kapitän trotz der Krankheit in den letzten Wochen beim Team, wird auch heute mit im Flieger sitzen, der am Vormittag von Klotzsche in Richtung Frankfurt abhebt. „Für jedes Sportlerherz ist es das Größte, in einem Finale vor mehreren tausend Zuschauern zu spielen. Aber es sei nicht von der Hand zu weisen, dass natürlich die Anspannung enorm ist. „So sehr man auch versucht, alles so normal wie möglich zu gestalten, ist es eben kein normales Spiel, keine normale Kulisse. Alles im Umfeld ist größer und besonders, ob das Medieninteresse oder der Vorabend mit der gemeinsamen Veranstaltung“, weiß Mareen von Römer aus eigener Erfahrung.

Mit Lockerheit zum großen Ziel

Schon 2010 holte sie mit dem DSC in Halle/Westfalen den Pott, und sie führte das Team vor zwei Jahren in der SAP-Arena gegen Wiesbaden zu einem 3:0-Sieg. „Natürlich sind das Spiele, an die man sich immer erinnern wird und von denen ich noch viel erzählen kann“, sagt die Dresdnerin, die versuchen will, den Mädels vor allem ein wenig Lockerheit zu vermitteln. „Um im Spiel möglichst schnell die Nervosität abzulegen, darf man die eigenen Erwartungen einfach nicht so hochschrauben. Es muss nicht der besondere, spektakuläre Ball sein, Hauptsache wir machen den Punkt. Das ist alles, was zählt“, so von Römer. Und sie fügt an: „Physisch sind die Mädels gut drauf“. Die Regisseurin wird es sich dennoch nicht nehmen lassen, ihre Mädels vor dem Spiel mit einer kleinen Ansprache heiß zu machen.

Die Mannschaft auf das Finale einzustimmen, übernahm zudem bereits am Dienstag auch die Leipziger Sportpsychologin Dr. Marie Hengst, mit der die DSC-Damen seit Oktober zusammenarbeiten. Die 31jährige Vogtländerin, die selbst Ski alpin betrieb und zuletzt mehrere Jahre die deutsche Skilanglauf-Nationalmannschaft betreute, fand durch die Vermittlung von Sascha Lense – jetzt in Diensten von Schalke 04 – zum fünfmaligen deutschen Meister. Ob die Zusammenarbeit über die Saison hinaus besteht, hängt von den Finanzen ab.

Gänsehautfeeling: Camilla Weitzel freut sich auf die Kulisse

Das Pokalfinale wird da wohl kaum das nötige Geld in die Kasse spülen. Die 5000 Euro Antrittsprämie hat der DSC investiert, damit die Mannschaft zeitsparend mit dem Flieger zum ersten großen Saison-Highlight anreisen kann.

Neben Alexander Waibl und Mareen von Römer waren 2018 übrigens auch schon Ivana Mrdak, Piia Korhonen und Camilla Weitzel im Kader. Während Mrdak und Korhonen zum Stamm gehörten, hieß es für die damals erst 17-jährige Mittelblockerin Camilla Weitzel: Zuschauen und Lernen. Inzwischen steht die Jung-Nationalspielerin beim DSC stets in der Startformation und ist froh, dass auch sie schon auf Erfahrung mit einem solch großen Event verwiesen kann: „Ich bin froh, dass ich diese Kulisse schon vor zwei Jahren erlebt habe und weiß, was eine solche Kulisse an Gänsehautfeeling auslöst, dass es einen erstmal fast erschlagen kann. Auch durch die EM und die Olympia-Qualifikation kenne ich inzwischen solche Szenarien.“ Natürlich baut auch sie auf die Unterstützung der „roten Wand“ von rund 500 mitgereisten DSC-Fans. Spielbeginn ist in Mannheim um 16.30 Uhr (live bei Sport1).