21. April 2021 / 21:24 Uhr

Dresdner Volleyballerinnen erzwingen fünftes Finalspiel

Dresdner Volleyballerinnen erzwingen fünftes Finalspiel

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
17.04.2021, Dresden jubelt, Stuttgart enttäuscht, Volleyball, 3. Spiel des best-of-five-Finales, Dresdner SC - MTV Allianz Stuttgart 3:2
Die Dresdnerinnen haben noch die Möglichkeit, sich den Meistertitel zu erkämpfen. © Matthias Rietschel
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Die Volleyballerinnen vom Dresdner SC lassen sich mit dem erneuten 3:2-Erfolg in Stuttgart weiterhin eine Chance auf den sechsten Gewinn der deutschen Meisterschaft offen. Die Entscheidung fällt dann am Sonnabend in Dresden.

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Dresden. Völlig erschöpft, aber überglücklich lagen sich die DSC-Volleyballerinnen in den Armen. Zu Jubeltänzchen fehlte ihnen nach dem zweistündigen nervenaufreibenden Krimi wohl die Kraft. Aber entscheidend ist: Der Traum vom sechsten Titelgewinn der Vereinsgeschichte lebt. Im Finale um die Deutsche Meisterschaft hat das Team von Alexander Waibl das fünfte Spiel erzwungen. Die Elbestädterinnen setzten sich am Mittwoch in der vierten Partie bei Allianz MTV Stuttgart nach einer Achterbahnfahrt mit 3:2 (25:22, 25:17, 22:25, 17:25, 15:13) durch. Damit konnte Dresden in der „Best of five“-Serie nach einem 0:2-Rückstand nun zum 2:2 ausgleichen und hat am Sonnabend (14 Uhr) in der heimischen Margon-Arena die Chance, die begehrte Schale zu erkämpfen.

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Trotz des Sieges war der DSC-Coach ein wenig angesäuert: „Wir haben in den ersten beiden Sätzen gut gespielt und auch noch zu Beginn des dritten Durchgangs. Dann aber haben wir total den Faden verloren und aufgehört anzunehmen, zuzuspielen und anzugreifen und so das Spiel fast aus der Hand gegeben. Das war ärgerlich und unnötig“, machte der 53-Jährige um seinen Ärger keinen Hehl. Zum Glück habe das aber sein Team im fünften Abschnitt wieder in den Griff bekommen. „Wir spielen fast jedes Spiel ums Überleben. Jetzt hat jede Mannschaft nur noch das eine Spiel und will Meister werden“, fügte Waibl dann schon wieder mit dem Blick nach vorn hinzu.

Jennifer Janiska gestand: „Es war auf dem Feld tatsächlich eine Achterbahnfahrt. Dabei habe ich schon vor dem Spiel gedacht, wenn wir wieder Tiebreak spielen, wird man mit jedem Satz älter. Das nimmt einen schon ganz schön mit, geht an die Substanz und die Nerven.“ Auch die 27-Jährige, die neben Maja Storck (28 Punkte) erneut eine der Schlüsselspielerinnen (18 Punkte) auf dem Feld war, befand: „Im dritten Satz hast sich bei uns vielleicht so ein bisschen Zufriedenheit und ein Schlendrian eingeschlichen. Das darf natürlich nicht sein, da dürfen wir nicht runterfahren.“



Lenka Dürr wurde MVP

Dabei gab es vor der Partie eine Überraschung beim Gegner. Denn Ausnahmekönnerin Krystal Rivers konnte nicht auflaufen, war „wegen gesundheitlicher Probleme“, wie MTV-Sportdirektorin Kim Renkema erklärte, gar nicht in der Halle. „Es war für uns schon etwas schwierig, weil Stuttgart im Spiel auf der Diagonalen viel gewechselt hat, uns darauf einzustellen“, meinte Waibl später. Doch im ersten Satz lieferten sich beide Teams bis zum Schluss einen engen Schlagabtausch, denn vor allem Maja Storck mit ihren Aufschlägen und Jennifer Janiska mit cleveren Angriffen am Ende zugunsten der Gäste entschieden.

Im zweiten Abschnitt lief das Spiel von Dresden dann wie am Schnürchen. Aber im dritten Abschnitt riss nach einer 12:7-Führung plötzlich der Faden. Mit unnötigen Fehlern machte man es den Gastgeberinnen, die jetzt mit Maria Segura als annehmender Diagonalen spielten, relativ leicht. Und so kamen nun die MTV-Damen richtig ins Rollen und schafften den Satzausgleich.

Mit Beginn des Tiebreaks aber strafften sich die DSC-Damen um Libera Lenka Dürr – sie wurde später zur MVP gekürt. Sie besannen sich auf ihre Stärken, schlugen druckvoll auf, während sich die Gastgeberinnen mehrere Aufschlagfehler leisteten. Und sie nahmen auch wieder stabiler an und standen stabil im Block. Zudem konnten sie nun ihre Angriffschancen besser nutzen. Beim 8:5 für den DSC wurden zum letzten Mal die Seiten gewechselt. Nach klarer 14:10-Führung aber wurde es fast noch einmal brenzlig, als Stuttgart drei Matchbälle abwehrte. Mittelblockerin Camilla Weitzel erlöste nach genau zwei Sunden beim vierten Versuch endlich ihr Team.

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