27. Juli 2020 / 17:21 Uhr

Dresdner Volleyballerinnen starten in die Saison-Vorbereitung

Dresdner Volleyballerinnen starten in die Saison-Vorbereitung

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Die DSC-Volleyball-Damen mit Emma Cyris und Camilla Weitzel (im Vordergrund) beim Training in der Margon-Arena
Die DSC-Volleyball-Damen mit Emma Cyris und Camilla Weitzel (im Vordergrund) beim Training in der Margon-Arena © photoarena
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Die DSC-Volleyball-Damen sind am Montag mit sieben Spielerinnen in die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet. Der erste Höhepunkt steht für die Dresdnerinnen im September an. Dann steht für den deutschen Pokalsieger das Supercupfinale gegen Meister SSC Palmberg Schwerin auf dem Spielplan.

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Dresden. Zuspielerin Sarah Straube sprach ihren Mannschaftsgefährtinnen aus dem Herzen: „So eine lange Pause hatten wir noch nie. Umso schöner ist es, endlich wieder in der Halle zu stehen und mit dem Team zu trainieren“, sagte die 18-Jährige am Montag beim Auftakt-Training der DSC-Volleyballerinnen. Vor knapp vier Monaten fand das letzte richtige Mannschaftstraining statt, dann wurde die Spielzeit wegen der Corona-Pandemie abgebrochen. Der DSC will sich wahrscheinlich darum bewerben.

Nachdem kürzlich der Bundesliga-Start auf den 2. Oktober terminiert wurde, gab die Liga (VBL) jetzt auch bekannt, dass der Supercup bereits am 27. September die neue Saison einläuten wird. Allerdings wird nicht Hannover der Austragungsort sein und Frauen und Männer bestreiten ihre Spiele separat. Die DSC-Damen sind als Pokalsieger für den Cup qualifiziert, als Gegner wurde nach einer Quotientenregelung der Schweriner SC festgesetzt. Wo der Ost-Klassiker steigen wird, ist noch unklar.

US-Spielerinnen kommen an

Zum Vorbereitungsstart konnten Cheftrainer Alexander Waibl und sein Co-Trainer Konstantin Bitter sieben der insgesamt 13 Spielerinnen in der Margon-Arena begrüßen. Sechs Neuzugänge fehlten noch – die Schweizer Nationalspielerin Maja Storck trainiert gerade mit ihrem Auswahlteam, die deutsche Nationalspielerin Jennifer Geerties heiratet nächstes Wochenende in Schwerin und darf anschließend noch ein paar Tage flittern.

Vorausgegangene Meldungen zu den DSC-Volleyball-Damen

Das größte Problem bereitete bis jetzt die Einreise der vier US-Neuzugänge Morgan Hentz, Jenna Gray, Madeleine Gates und Audriana Fitzmorris (DNN berichteten). Nach großem Kampf ist nun aber endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Am Sonntag wird Madeleine Gates aus Kalifornien erwartet und am Dienstag sollen die anderen drei US-Girls einfliegen.

Keine Garantie

„Mit Hilfe des Bundesinnenministeriums und im Verbund mit anderen Mannschaftssportarten haben wir an Lösungen gearbeitet. Jetzt liegen alle Nachweise wie Arbeits- und Mietverträge sowie Bescheinigungen der Krankenkasse bei der Bundespolizei vor und auch die Spielerinnen können in den USA beim Zoll und der Airline diese Belege vorweisen“, erläutert Geschäftsführerin Sandra Zimmermann, fügt jedoch an: „Wir sind jetzt Vorreiter und die erste Mannschaft, die diesen Weg testet.

Eine Garantie haben wir nicht, sondern können nur hoffen, dass alles glatt geht.“ Zudem hat der fünfmalige Meister auch alles in die Wege geleitet, ein Ansteckungsrisiko zu vermeiden: „Direkt nach der Einreise werden sich die vier Spielerinnen in Quarantäne begeben. Dazu werden sie mindestens zweimal getestet, so dass sich im Idealfall die Quarantänezeit von 14 Tagen auf eine Woche reduziert. Die Tests zahlen wir selbst.“ Alexander Waibl betont: „Das ist mehr als es gesetzlich vorgeschrieben ist. Aber besser so, als wenn dann vielleicht die ganze Mannschaft in Quarantäne muss.“

Wirklich komplett wird Waibl sein Team erst Ende August oder Anfang September haben. Denn Sarah Straube verabschiedet sich in zwei Wochen erst einmal wieder. Sie bestreitet mit der U19-Auswahl Ende August die EM in Kroatien. Fest steht auch, dass der DSC im September an zwei Turnieren in Polen teilnimmt. Jetzt gilt es jedoch erst einmal, die Spielerinnen in Form zu bringen. „Wir haben so lange keinen Volleyball gespielt, da braucht es schon etwas länger, um das Ballgefühl zurückzubekommen und uns wieder an unser Niveau heranzutasten“, weiß Lena Stigrot.

DSC-Damen sind hochmotiviert

Für Alexander Waibl ist die Vorbereitung „wie ein Marathon“. Nach jeder langen Pause würde man am liebsten gleich wieder Vollgas geben, aber man müsse die Belastung behutsam steuern, die Mädels langsam heranführen. Neben dem Athletikaufbau stehen jeden Tag Ball- und Techniktraining auf dem Plan. „Wir werden von Woche zu Woche die Intensitäten steigern“, blickt Alexander Waibl voraus.

Seine Schützlinge sind jedenfalls heiß und hochmotiviert. „Die Freude auf das gemeinsame Training ist riesig, ich habe auch das Team vermisst“, gibt Stigrot zu und die Angreiferin freut sich schon jetzt auf den Supercup: „Das ist ein angenehmer Auftakt ohne viel Druck. Wir wollen endlich wieder spielen.“ Ob die Liga mit Zuschauern starten kann, steht derzeit noch in den Sternen, Hygienekonzepte werden dafür erarbeitet.

Noch fraglich sei das ganze Thema Europapokal. Wie Sandra Zimmermann informierte, würde der Spielplan für den CEV-Cup derzeit mit dem für den DVV-Pokal kollidieren. „Da sucht die Liga gerade nach Lösungen“, meint sie. „Ich denke, irgendwann werden wir wieder Normalität erleben. Bis dahin müssen wir in jeder Hinsicht flexibel sein“, bleibt Alexander Waibl trotz der Unwägbarkeiten gelassen.