05. September 2019 / 08:32 Uhr

Dresdnerin Christiane Reppe kämpft für Startplatz in Tokio

Dresdnerin Christiane Reppe kämpft für Startplatz in Tokio

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Christiane Reppe bei den Paralympics 2016 in Rio
Christiane Reppe bei den Paralympics 2016 in Rio © Archiv
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Die erfolgreiche paralympische Sportlerin möchte nach WM-Bronze nun die nötigen Punkte in der Weltrangliste sammeln, um bei den Paralympics in Tokio teilnehmen zu dürfen.

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Dresden. „Bilder sagen alles“, schreibt die Dresdnerin Christiane Reppe auf ihrer Facebookseite. Diese Fotos zeigen eine überglückliche Athletin nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der WM im Para-Triathlon in Lausanne. Obwohl die 32-Jährige seit Jahren eine der erfolgreichsten paralympischen Sportlerinnen Deutschlands ist, feierte sie in der Schweiz ein Debüt. Denn es ist kaum ein Jahr her, dass die Elbestädterin vom Handbiken zum Para-Triathlon gewechselt ist. Damit startete sie ihre dritte Sport-Karriere und will im kommenden Jahr zum fünften Mal an den Paralympics teilnehmen.

🇩🇪 Bilder sagen alles!! Bei meiner ersten Paratriathl Weltmeisterschaft habe ich es direkt aufs Podium geschafft!! 🥉...

Gepostet von Christiane Reppe am Dienstag, 3. September 2019

Schon 2004 holte sie in Athen zweimal Bronze im Schwimmen. Im Becken erlebte sie auch die Spiele 2008 in Peking und 2012 in London. Anschließend wechselte die vielseitige Athletin, der im Alter von fünf Jahren wegen eines bösartigen Tumors ein Bein amputiert werden musste, zum Handbiken und erreichte in Rio mit Gold im Straßenrennen sowie insgesamt vier WM-Titeln ihre bislang größten Erfolge. Danach suchte sie eine neue Herausforderung. Die Studentin der Wirtschaftspsychologie landete beim Para-Triathlon, zum Schwimmen und Handbiken gesellte sich als Abschluss nun der Rennrollstuhl.

Ehrgeizig und akribisch wie Christiane Reppe alles in ihrer Laufbahn bisher anging, überließ sie auch diesmal nichts dem Zufall. Über eine Crowdfunding-Aktion suchte sie Unterstützer für die Finanzierung des rund 5200 Euro teuren Rollstuhls, mit dem sie Ende des vergangenen Jahres dann auch in der DSC-Trainingshalle ihre Runden drehte. Sie wurde Mitglied beim Dresdner Großverein, zog ihre Bahnen in der Schwimmhalle an der Freiberger Straße. „In Dresden habe ich gute Bedingungen zum Training“, weiß Reppe. Um aber mit dem Rennrollstuhl nicht erst zu viel Lehrgeld zahlen zu müssen, suchte sie Unterstützung beim Weltbesten in dieser Disziplin, war bei Marcel Hug in der Schweiz.

Reppe hat schon viele Herausforderungen gemeistert

Um ihrem großen Ziel Tokio näher zu kommen, muss sie Punkte in der Weltrangliste sammeln. „Die Startliste vor den Weltcups kommt 30 Tage zuvor raus. Weil man nicht weiß, ob man dabei ist, wird die Trainings- und Wettkampfplanung schwierig. Wenn es nicht klappt, fällt man in ein Loch“, gibt sie zu. Doch Christiane Reppe hat schon so viele Herausforderungen immer wieder gemeistert, da fand sie auch diesmal einen Weg. „Ich habe meine Einstellung dazu geändert, mich einfach darüber gefreut, wenn ich starten konnte.“ Dass ihr beim Weltcup in Besancon dann auch noch ein dummes Missgeschick den schwer erkämpften zweiten Platz zunichte machte, hat sie ebenfalls weggesteckt. Wegen eines Wechselfehlers wurde sie disqualifiziert. Aber sie ließ sich nicht entmutigen, feierte im Juli mit dem Weltcup-Sieg im kanadischen Quebec einen wichtigen Erfolg, der sie bestärkte. Dennoch reichten die Punkte noch nicht für die WM, an der sie dann dank einer Einladung aber doch teilnehmen konnte.

„Nach Lausanne bin ich schon mit der Hoffnung auf Edelmetall gefahren. Das ist ja schließlich für den A-Kaderstatus und die Förderung wichtig. Und natürlich wollte ich mich zeigen“, so Reppe, die für den niedersächsischen GC Nendorf startet. Während des Rennens habe sie dann gedacht, dass es doch nicht reicht. „Beim Handbiken konnte ich aber zwei überholen und im Rennrollstuhl bin ich zwar fast gestorben, habe es gerade noch so auf den dritten Platz geschafft“, erzählt sie lachend. Auch wenn sie den Startplatz für Tokio noch nicht sicher hat, ist sie auf gutem Wege nach Japan. Bevor sie jedoch in den Urlaub geht, steht am Sonntag noch ein Weltcup im spanischen Banyoles und eine Woche später die EM in Valencia auf ihrem Plan. „Platz eins oder zwei ist mein Ziel bei der EM“, redet sie nicht um den heißen Brei.

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