23. Dezember 2021 / 15:24 Uhr

Abgebrochene Drittliga-Partie zwischen MSV Duisburg und VfL Osnabrück wird wiederholt

Abgebrochene Drittliga-Partie zwischen MSV Duisburg und VfL Osnabrück wird wiederholt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Schiedsrichter Nicolas Winter (r.) hatte das Spiel am 19. Dezember nach Beleidigungen gegen Osnabrück-Profi Aaron Opoku (M.) abgebrochen.
Schiedsrichter Nicolas Winter (r.) hatte das Spiel am 19. Dezember nach Beleidigungen gegen Osnabrück-Profi Aaron Opoku (M.) abgebrochen. © IMAGO/Team 2
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Der Deutsche Fußball-Bund hat entschieden, das Spiel zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück, das wegen rassistischer Beleidigungen gegen Aaron Opoku abgebrochen worden war, zu wiederholen. 

Das am vergangenen Sonntag nach einem rassistischen Vorfall abgebrochene Drittliga-Spiel zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück wird wiederholt. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entsprach mit dieser Entscheidung den Anträgen beider Vereine. Über den genauen Termin der erneuten Ansetzung machte der Verband am Donnerstag zunächst keine Angaben. Über mögliche Sanktionen gegen den MSV Duisburg "wird das DFB-Sportgericht nach Anklageerhebung durch den Kontrollausschuss zu einem späteren Zeitpunkt gesondert entscheiden", hieß es zudem in einer Erklärung.

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Die Partie war von Schiedsrichter Nicolas Winter nach rund 35 Minuten beim Stand von 0:0 zunächst unter- und wenig später dann abgebrochen worden. VfL-Profi Aaron Opoku war zuvor von den Zuschauerrängen rassistisch beleidigt worden. Die Osnabrücker sahen sich aufgrund dieser Vorfälle nicht in der Lage, die Partie fortzusetzen. Auch der MSV reagierte entsetzt auf die verbalen Entgleisungen auf der Tribüne.

"Bei dem Vorfall handelt es sich um einen nicht normierten Sonderfall, der ungeachtet eines etwaigen Verschuldens der beteiligten Vereine nach Ansicht des Sportgerichts eine Spielwiederholung rechtfertigt. Emotional und moralisch halten wir die Entscheidung des VfL Osnabrück, das Spiel nicht fortzusetzen, für nachvollziehbar. Auch hat die Intention, ein Zeichen gegen Rassismus setzen zu wollen, unsere ausdrückliche Unterstützung", sagte Stephan Oberholz, der Stellvertretende Vorsitzende des DFB-Sportgerichts zur Urteilsbegründung:


Und weiter: "Allerdings muss klar bleiben, dass das Recht zum Spielabbruch grundsätzlich allein dem Schiedsrichter zusteht. Wir weisen zudem ausdrücklich darauf hin, dass in künftigen, vergleichbaren Fällen eines Spielabbruches in Bezug auf die Spielwertung immer auch Tatintensität, Täterprofil, Zeitpunkt und Spielstand näher in den Blick genommen werden müssen.."

Beide Vereine lobten die DFB-Entscheidung. "Wir begrüßen dieses Urteil, das ist die Entscheidung, die der VfL und wir gemeinsam wollten. Ein Dank geht dabei auch an den DFB, der damit angemessen auf die Umstände des vergangenen Sonntags reagiert. Wir hoffen aber auch, dass so ein Spielabbruch einmalig bleibt. Die Geschehnisse sind eine deutliche Aufforderung an jeden, Menschlichkeit und Toleranz zu leben", sagte MSV-Präsident Ingo Wald.

Sein Osnabrücker Kollege Holger Elixmann sprach von einer "guten Entscheidung" und fügte hinzu: "Weder der MSV Duisburg noch der VfL Osnabrück sollten aufgrund des Fehlverhaltens eines Zuschauers bestraft werden. Beide Vereine haben durch ihr Verhalten ein klares Zeichen gegen Rassismus und für Menschlichkeit gesetzt, der DFB hat sich im Sinne des Fußballs durch das Urteil daran angeschlossen."