27. April 2020 / 21:05 Uhr

Klubs der 3. Liga sprechen sich für Saison-Fortsetzung aus - knappe Mehrheit bei Abstimmung

Klubs der 3. Liga sprechen sich für Saison-Fortsetzung aus - knappe Mehrheit bei Abstimmung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Vereine der 3. Liga haben sich mit einer knappen Mehrheit für die Fortsetzung der aktuellen Saison ausgesprochen.
Die Vereine der 3. Liga haben sich mit einer knappen Mehrheit für die Fortsetzung der aktuellen Saison ausgesprochen. © imago images/Picture Point LE/Montage
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Der Spielbetrieb in der 3. Liga soll fortgesetzt werden - sofern die Politik und Gesundheitsbehörden grünes Licht geben. Die Abstimmung am Montag unter den 20 Klubs war sehr knapp. Zehn Klubs stimmten am Montag dafür, acht dagegen. Zwei Vereine enthielten sich bei der Abstimmung.

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Die Fußball-Drittligisten wollen mehrheitlich die derzeit wegen der Corona-Krise unterbrochene Spielzeit fortsetzen. Dafür stimmten bei einer Videokonferenz der 20 Klubs am Montag zehn Vereine der 3. Liga. Acht Klubs waren für einen Saisonabbruch, der 1. FC Kaiserslautern und der SV Meppen enthielten sich. „Es handelt sich hierbei um das Meinungsbild der Klubs der 3. Liga, nicht um eine Beschlussfassung“, teilte der Deutsche Fußball-Bund mit. Das letzte Wort haben das DFB-Präsidium oder der DFB-Vorstand - immer vorausgesetzt, die Politik und Gesundheitsbehörden geben ihr grünes Licht.

DFB-Vizepräsident Frymuth: "Das Ergebnis ist von allen zu respektieren und akzeptieren."

„Das Ergebnis der Abfrage ist von allen zu respektieren und akzeptieren“, sagte der zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. „Auch wenn das Bild nicht einheitlich ist, besteht eine mehrheitliche Meinung unter den Klubs, wie im Falle einer veränderten behördlichen Verfügungslage verfahren werden sollte. (...) Klar ist: Das Gesamtwohl der Liga ist über Einzelinteressen zu stellen.“ Soweit möglich, soll die Saison bis zum 30. Juni beendet werden.

Die Spielzeit 2019/20 war Mitte März wegen der Ausbreitung von Sars-CoV-2 unterbrochen worden. Die Vereine haben jeweils 27 von 38 Spielen absolviert. Anders als in der Bundesliga und 2. Liga hatte sich in der Folge ein Streit darüber entbrannt, wie sinnvoll eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen wäre. Während in den höchsten beiden Spielklassen Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Rettung der millionenschweren TV-Gelder bedeuten, zahlen die Medienpartner in der 3. Liga erheblich weniger. Einige Drittligisten fürchten deshalb ein Verlustgeschäft, womöglich sogar die Insolvenz, sollte die Saison ohne Fans zu Ende gespielt werden.

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Öffentlichkeitswirksam hatten sich zuletzt acht Vereine für einen Abbruch ausgesprochen, sechs dagegen. „Wir haben einen intensiven Diskussionsprozess in den vergangenen Tagen und Wochen hinter uns, in dessen Verlauf leider an einigen Stellen der angemessene Ton verloren gegangen ist“, sagte Tom Eilers, der Vorsitzende des Ausschusses 3. Liga beim DFB. „Ich habe nun den Wunsch und die klare Erwartungshaltung, dass in der 3. Liga wieder mehr Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Ruhe im Sinne der gemeinsamen Sache einkehrt - nämlich die 3. Liga in ihrer Struktur als Profiliga zu erhalten und ihre Zukunft zu sichern.“

Tabellenführer MSV Duisburg positionierte sich am Montag. „Die Weiterführung des Spielbetriebs zur Ermittlung von Auf- und Absteigern - diese Position haben wir bereits in den vergangenen Wochen seit Unterbrechung des Spielbetriebs deutlich gemacht und dabei bleiben wir auch“, sagte MSV-Präsident Ingo Wald. Der FCK gab an, die Saison zwar „grundsätzlich auf sportlichem Wege beenden“ zu wollen. Der Traditionsverein enthielt sich aber wegen „offener rechtlicher Fragen“ bezüglich eines möglichen Saisonendes nach dem 30. Juni.

Erhitzte Gemüter vor der Konferenz

Vor der Konferenz hatten sich die Gemüter abermals erhitzt, weil Markus Kompp, Geschäftsführer von Waldhof Mannheim, einen Coronavirus-Todesfall im direkten Umfeld eines Spielers öffentlich gemacht hatte. „So ein Vorgang hat ja auch eine ethische Komponente. Ich kann für mich persönlich sagen, dass ich diesen Weg so nicht gewählt hätte“, sagte Chemnitz-Präsidentin Romy Polster in der Bild (Montag).

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Robert Marien, Vorstandsvorsitzender von Hansa Rostock, äußerte ebenfalls Unverständnis. „Unser aufrichtiges Beileid an die Familie. Aber die Art und Weise, so etwas zu lancieren und die Ankündigung, es zu veröffentlichen, lässt sich streiten“, sagte der 39-Jährige.