04. April 2021 / 09:51 Uhr

Dritter, Vierter, Fünfter? Wolfsburgs Trainer schielt Richtung Vize-Meisterschaft!

Dritter, Vierter, Fünfter? Wolfsburgs Trainer schielt Richtung Vize-Meisterschaft!

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Brekalo trifft, Trainer Glasner und der VfL marschieren Richtung Champions League
Brekalo trifft, Trainer Glasner und der VfL marschieren Richtung Champions League © Roland Hermstein
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Elf Punkte Vorsprung auf Rang fünf: Ist dem VfL Wolfsburg die Teilnahme an der Champions League noch zu nehmen? Oliver Glasner, Trainer des Tabellendritten, beantwortet diese Frage auf seine Art - und schaut lieber nach oben!

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Das Top-Spiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern war am Samstag noch nicht angepfiffen, da nahm Oliver Glasner den Sieg der Münchner schon ein wenig vorweg. "Warum sollen wir immer nach hinten schauen?", fragte der Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 1:0-Sieg gegen den 1. FC Köln. "Wir sind drei Punkte hinter Leipzig..." Sprich: Der Österreicher blickt gar nicht so sehr auf den Vorsprung auf Nicht-Champions-League-Platz fünf - er will Vizemeister werden!

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Warum auch nicht? Die Ausgangslage für den Tabellendritten Wolfsburg hat sich eine Woche vor dem Duell mit Verfolger Frankfurt dramatisch verbessert. Denn auf den Fünften Dortmund hat der VfL jetzt sieben Spieltage vor Schluss elf (!) Punkte Vorsprung. Und Glasner erklärt recht plausibel, warum er lieber auf Platz zwei schielt als auf Rang fünf: "Wenn du nach hinten schaust, ist die Gefahr zu stolpern viel größer als wenn du auf dich schaust - und auf das, was vor dir kommt. Das bringt viel mehr als die Rechnerei, wer wann wie viele Punkte hinter uns ist." Was außerdem für Glasners Überlegung spricht: Seit Samstag hat Wolfsburg die Vizemeisterschaft sogar in eigener Hand - denn das direkte Duell mit RB Leipzig steht noch aus.

Allerdings: Um Platz zwei anzugreifen, sollte sich der VfL nicht mehr oft so eine Halbzeit leisten wie im ersten Durchgang gegen Köln. Entsprechend energisch hatte Glasner am Samstag an der Seitenlinie agiert, wirkte verärgert, phasenweise sogar aufgebracht. Nach dem Halbzeitpfiff musste er sich beruhigen. "Ich habe immer noch den Weg in die Kabine, um mich wieder zu fassen", sagte er. "Die Spieler sind selbstkritisch. Es ging darum, ein paar Kleinigkeiten an das Kölner Spiel anzupassen. Wir mussten uns besser positionieren, in den Zweikämpfen präsenter sein – und das haben wir in der zweiten Halbzeit gemacht." Und: "Es war wichtig, dass wir die eine Chance nutzen. Und das hat Josip nach toller Energieleistung von Wout gemacht.

Torschütze Brekalo: "Wir sind eine geile Mannschaft"

Weghorst-Pass im Fallen, Abschluss Brekalo: Das Tor des Tages für den VfL gegen Köln schoss einer, der in der Hinrunde noch Stammspieler war, bei dem es dann in der Rückrunde nicht rund lief - und der erst durch die Verletzung von Renato Steffen wieder Startelf-Dauerbrenner ist. Auch gegen Köln "hat er sich erst schwergetan", wie Glasner befand. Und er erinnerte, daran, dass der Kroate auch schon gegen Schalke getroffen hatte: "Es freut mich für ihn, dass er nach einer schwierigeren Phase zwei Tore in kurzer Zeit für uns erzielt hat." Kurios: Als das Tor fiel, war Brekalo schon fast draußen, Joao Victor stand zur Auswechslung bereit. Nach dem Treffer, so Glasner "musste sich Joao noch mal ein paar Minuten aufwärmen gehen..."

Brekalo selbst beschrieb sein viertes Saison-Tor so: "Das war eine sehr wichtige Aktion von Wout - und ich habe dann gegen die Bewegung des Torhüters und der Verteidiger geschossen." Der 22-Jährige freute sich, dass er selbst und das gesamte Team nach der schwachen ersten Halbzeit den Energie-Regler deutlich sichtbar nach oben schieben konnten. "Das zeigt uns", so der Kroate, "dass wir eine geile Mannschaft sind." Mit dem achten Rückrunden-Sieg (so viele hat sonst nur der FC Bayern) sei der VfL "auf einem super Weg".

Nur die Sache mit der Vizemeisterschaft, die hatte sich noch nicht bis zum Siegtorschützen herumgesprochen. Brekalo: "Wir sind Dritter - und wollen Dritter bleiben." Und dass das trotz des Blickes auf Platz zwei und des üppigen Abstands nach hinten noch anstrengend genug werden kann, wird ihm und allen anderen der Trainer bei Bedarf schon erklären. "Es ist nicht so", stellt Glasner klar, "dass ich sage, wir haben jetzt elf Punkte Vorsprung und können jetzt drei Wochen etwas ruhiger machen..."