16. Januar 2020 / 15:37 Uhr

"Druck wird höher": Union Berlin setzt auf Rückrunden-Mut gegen RB Leipzig

"Druck wird höher": Union Berlin setzt auf Rückrunden-Mut gegen RB Leipzig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Union-Trainer Urs Fischer gastiert mit seinem Team zum Rückrundenauftakt bei Herbstmeister RB Leipzig.
Union-Trainer Urs Fischer gastiert mit seinem Team zum Rückrundenauftakt bei Herbstmeister RB Leipzig. © Andreas Gora/dpa
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Die eigenen Fans werden wieder schweigen. Davon will sich der 1. FC Union aber nicht aus dem Tritt bringen lassen. Bei RB Leipzig sieht Coach Fischer direkt die „schwierigste Aufgabe“ der Rückrunde. Ein Szenario aus dem Hinspiel soll sich dabei nicht wiederholen.

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Das Schicksal des ungeliebten Stadtrivalen will der 1. FC Union Berlin unbedingt vermeiden. Nur zwei Aufsteiger stürzten nach einer stabilen Hinrunde mit 20 oder mehr Punkten in den vergangenen zehn Jahren doch noch in die 2. Fußball-Bundesliga ab - unter anderem Hertha BSC 2012. Vor dem Kracherstart bei Tabellenführer RB Leipzig am Samstag (18.30 Uhr/Sky) appellierte Trainer Urs Fischer so an die Tugenden des ersten Halbjahres seines Teams. „Es werden immer weniger Spiele, der Druck wird höher sein als in der Vorrunde“, warnte der Schweizer am Donnerstag. „Wichtig ist, dass wir unserer Linie treu bleiben, damit wir am Schluss das Ziel auch erreichen.“

Zum Auftakt sieht Fischer direkt die „schwierigste Aufgabe“ der Rückrunde für seine Mannschaft. Schon zum Bundesliga-Debüt hatte Union gegen RB reichlich Anschauungsunterricht für erfolgreichen Spitzenfußball erhalten, war mit 0:4 untergegangen. Dennoch forderte der Coach einen beherzten Auftritt. „Es wird Spielphasen geben, wo Leipzig dominant sein wird“, sagte Fischer. „Es braucht Mut, dass du diese Situationen überstehen kannst, dann aber trotzdem dranbleibst und versuchst, in der nächsten Situation mutig anzulaufen.“

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Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Union Berlin. ©

Das Ende der insgesamt zufriedenstellenden Hinserie mit nur einem Punkt aus den letzten drei Partien sorgte allerdings nicht gerade für Zuversicht. Zudem präsentierte sich die Abwehrreihe in den drei Testspielen im Trainingslager unter spanischer Sonne ungewohnt wacklig. Dabei war die Verteidigung in der Hinserie der größte Trumpf der Köpenicker: Nur einmal kassierte das Fischer-Team überhaupt mehr als zwei Gegentreffer - gegen Leipzig. Es sei „noch eine Rechnung offen“, betonte Innenverteidiger Neven Subotic deshalb im „Kicker“. „Beim 0:4 in der Hinrunde haben wir nicht unser wahres Gesicht gezeigt.“

Wie im Hinspiel darf sich Union dabei nicht vom Stimmungsboykott seiner Fans aus dem Tritt bringen lassen. Man habe das geplante Schweigen im Gästeblock aus Protest gegen das „Konstrukt aus Leipzig“, wie die Anhänger der Köpenicker den Spitzenreiter bezeichnen, mit der Mannschaft thematisiert, sagte Urs Fischer. „Die Fans haben sich zu dem entschieden, Punkt. Wir müssen nicht mehr darüber sprechen. Für mich entscheidend ist, dass die Mannschaft von der ersten Sekunde an bereit für die Aufgabe ist.“

Schweigen der Fanclubs als "akustisches Zeichen"

Mit dem Schweigen wollen die Fanclubs ein „akustisches Zeichen“ setzen, wie sie zuletzt im Internet ankündigten. Zudem solle der Gästeblock erst wenige Minuten vor Anpfiff betreten werden. Der Verein erwartet rund 7000 bis 8000 eigene Fans in Leipzig. RB gilt bei Union-Anhänger aufgrund der Rolle des Brausekonzerns Red Bull als Auswuchs der Kommerzialisierung des Fußballs, zudem wird mangelnde Mitbestimmung kritisiert.

Schon beim 0:4 hatten die eigenen Fans die Anfangsviertelstunde im Stadion An der Alten Försterei geschwiegen. In der 16. Minute kassierten die Köpenicker dann das erste Gegentor. „Wenn ich ans Hinspiel denke, waren die ersten 15 Minuten nicht so schlecht“, sagte Fischer und ergänzte im Scherz: „Es wurde dann eher ein bisschen schwächer als die Stimmung kam. Wir müssen uns auf unsere Aufgabe konzentrieren.“