26. Oktober 2018 / 09:07 Uhr

DSC-Abteilungsleiter Jörg Dittrich: „Die Schale muss zurück nach Dresden“

DSC-Abteilungsleiter Jörg Dittrich: „Die Schale muss zurück nach Dresden“

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Jörg Dittrich (r.) und Alexander Waibl wollen mit dem DSC weiter Spaß haben.
Jörg Dittrich (r.) und Alexander Waibl wollen mit dem DSC weiter Spaß haben. © Matthias Rietschel
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Jörg Dittrich, Abteilungschef der Volleyballdamen des Dresdner SC, vermeldet einen aufgestockten Etat. Doch der Verein ist nicht sorgenfrei. 

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Dresden. Seit Jahren sind die DSC-Volleyballerinnen ein Dresdner Aushängeschild. Je fünf Meistertitel und Pokalsiege auf nationaler Ebene, dazu der Europapokalsieg 2010 sowie sechs Jahre ununterbrochene Teilnahme an der Champions League und seither im CEV-Cup – kein anderer Dresdner Verein ist erfolgreicher und steht so für Kontinuität und Stabilität. Ein Garant dafür ist nicht zuletzt eine verlässliche Führungscrew, an deren Spitze seit 2010 Jörg Dittrich (49) das Ruder in den Händen hält.

Herr Dittrich, in diesem Jahr war die Volleyball-Pause durch die späte WM besonders lang. Wie gehen Sie damit um?

Diese Pause ist furchtbar lang und mindert die Freude an der Arbeit. Es gibt wohl kein Unternehmen, das ein halbes Jahr ohne Geschäftsbetrieb ohne Probleme übersteht. Das ist für uns auch gerade in der Stadt ein Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Sportarten. Die Hoffnung stirbt jedoch zuletzt, dass bei den Verantwortlichen der internationalen Verbände noch irgendwann die Vernunft siegt. Schließlich schädigt es die Sportart an sich, wenn sie in der regionalen Wahrnehmung so lange nicht stattfindet.

In der vergangenen Saison konnte der DSC mit dem Pokalsieg wieder einen Titel feiern, in der Meisterschaft gab es Bronze. Mit welchen Erwartungen sehen Sie der neuen Spielzeit entgegen?

Die Schale muss zurück nach Dresden. Wir streben wieder den Meistertitel an, wollen natürlich auch in den anderen beiden Wettbewerben vorn dabei sein. Das sind angesichts der Auslosungen in Pokal und CEV-Cup aber zwei sehr schwere Aufgaben.

Die Mannschaft wurde im Sommer noch einmal deutlich verstärkt. Das setzt auch einen gewissen finanziellen Spielraum voraus. Letzte Saison wurde das Budget mit 1,65 Millionen Euro beziffert. Wurde es aufgestockt und wie sieht die wirtschaftliche Situation insgesamt aus?

Wenn wir die Schale zurückholen wollen, können wir das nicht ohne die nötige finanzielle Ausstattung. Da mussten wir aufholen. Dabei hat der wirtschaftliche Druck keinesfalls nachgelassen, der Kampf um jeden Euro bleibt immer wieder der Gleiche. Aber dank der Unterstützung unserer Sponsoren konnten wir den Etat auf 1,8 Millionen Euro aufstocken. Das heißt aber nicht, dass alles schon durchfinanziert ist. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt aber normal. Manches hängt auch vom Weiterkommen in Pokal und CEV-Cup ab. Allerdings wäre es ein Trugschluss zu glauben, dass wir beim Ausscheiden Geld einsparen, denn langfristig zählt auch für unsere Sponsoren der Erfolg. Besser war natürlich die Situation mit der Champions League, da hatten wir Planungssicherheit für die Gruppenphase.

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Der DSC hat im Sommer auch in die Struktur des Bundesstützpunktes und damit die Entwicklung der eigenen Talente investiert. Was gibt es in diesem Bereich an Neuigkeiten?

Natürlich fließt von den 1,8 Millionen Euro auch eine beträchtliche Summe in den Nachwuchs, da haben wir jetzt ebenfalls aufgestockt. Zudem haben wir es geschafft, dass Bundesstützpunkttrainer Andreas Renneberg beim Olympiastützpunkt angestellt wird und die Stelle ab 1. Januar 2019 damit von Bund und Land finanziert wird. Möglich war das nur, weil wir nachweisen konnten, dass wir am Bundesstützpunkt erfolgreich arbeiten. Wir erhoffen uns davon eine weitere Qualitätsverbesserung, denn unser Grundsatz bleibt, den eigenen Nachwuchs mit voller Power zu entwickeln. Die Bestätigung als Bundesstützpunkt erhielten wir ebenso wie Münster aber leider nur bis 2020, Schwerin und Stuttgart dagegen bis 2024.

Bis Ende Oktober sollte ein Brandschutzgutachten für die Margon-Arena vorliegen. Wie ist der Stand und welche Perspektiven für eine attraktive Spielstätte für die DSC-Damen sehen Sie?

Gesehen haben wir bisher noch kein Gutachten. Uns wurde aber signalisiert, dass es vorliegt und das es die berechtigte Hoffnung gibt, dass wir die Arena für die gesamte Saison nutzen können. Insgesamt ist die Situation für uns unbefriedigend, denn derzeit gibt es in Dresden keine Halle, die unsere Anforderungen hinsichtlich Größe, Zuschauerkapazität, Möglichkeiten der Vermarktung und auch der Betreuung unserer Sportlerinnen zum Beispiel durch eine Physiotherapie und Krafträume entspricht. Ich denke, der DSC hat über Jahre Leistung abgeliefert und das sollte auch entsprechend wertgeschätzt werden. Im Moment sehen wir da keine klare Perspektive. Unser offizieller Kenntnisstand ist, dass die Margon-Arena 2021 und damit erst in drei Jahren komplett ertüchtigt werden soll.

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