09. Oktober 2021 / 11:15 Uhr

DTM-Boss Frederic Elsner will von Krise nichts wissen: So plant die Rennserie die Zukunft

DTM-Boss Frederic Elsner will von Krise nichts wissen: So plant die Rennserie die Zukunft

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In der DTM geht es in das letzte Rennwochenende der Saison.
In der DTM geht es in das letzte Rennwochenende der Saison. © IMAGO/HochZwei (Montage)
Anzeige

Trotz sinkender TV-Quoten blickt das Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) optimistisch in die Zukunft. Boss Frederic Elsner erklärt im SPORTBUZZER-Interview die Pläne der Rennserie.

Das Jahr eins nach der Rettung des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) geht seinem Ende entgegen. Auf dem Norisring in Nürnberg findet an diesem Wochenende das letzte Rennwochenende der zu dieser Saison von ­Class-1- auf GT3-Fahrzeuge umgestellten Serie statt. Die Änderungen im technischen Reglement haben offenbar aber nicht alle DTM-Fans bei der Stange gehalten, wie Berichte über sinkende TV-Quoten in den vergangenen Wochen nahelegten.

Anzeige

Von einer erneuten Krise der Serie will Frederic Elsner, der im Führungsteam der Dachorganisation ITR als Manager der DTM fungiert, aber nichts wissen. "Wenn man sich allgemein Sportveranstaltungen anschaut, die im Fernsehen laufen, sind Veränderungen im Sehverhalten festzustellen. Wenn man sich unseren Marktanteil anschaut, sind wir konstant auf Vorjahresniveau, immer um die sechs Prozent. Luft nach oben gibt es immer, aber das ist zufriedenstellend", sagt Elsner im Gespräch mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Alternative Rennserien: DTM Electric und Co.

Auf den digitalen Plattformen verzeichne die DTM gar steigende Zahlen. Bei den absoluten Zuschauerzahlen leide sogar der Fußball, fuhr Elsner fort: "Darum sehe ich das nicht so negativ, wie teilweise berichtet wird, sondern gesamt gesehen eher positiv." Um die Zukunft der DTM macht sich der gebürtige Österreicher also keine Sorgen. Er verweist auf ein Fünf-Säulen-Modell, das die Verantwortlichen im vergangenen Jahr präsentiert hätten. Dieses umfasst alternative Rennserien, etwa die DTM Classic mit historischen Boliden oder die DTM Electric mit elektrischen Fahrzeugen.

Befürchtungen, durch diese Spezifizierung Fans der eigentlichen DTM zu verlieren, hat die ITR offenbar nicht. "Die Wünsche der Fans sind so vielfältig, dass wir nicht den Eindruck haben, das Hauptprodukt damit zu schwächen. Wir stärken eher die Plattform", meint Elsner. Beim Thema Klimaneutralität sieht der Funktionär nicht allein die Motorsportserien und deren Verantwortliche in der Pflicht. "Kli­ma­neu­tra­li­tät betrifft ja nicht nur die Autos, die im Kreis fahren. Das geht los bei der Anreise, wie ist die Stromversorgung an der Strecke? Da sind auch die Rennstrecken tief in der Verantwortung, auch sie werden in den nächsten Jahren den Schritt gehen müssen", sagt Elsner, der für die nächsten Monate "sehr viele Gespräche mit den beteiligten Parteien" ankündigt. Es handle sich um "ein sehr komplexes Thema, das du nur in kleinen Schritten erreichst".

Zuvor fällt bei den Rennen an diesem Samstag und Sonntag (jeweils 13 Uhr, Sat.1) jedoch die Entscheidung um den DTM-Titel 2021. Mit Liam Lawson (Neuseeland, Red Bull AF Corse Ferrari), dem Südafrikaner Kelvin van der Linde, dessen Verbleib für 2022 beim Team ABT Sportsline am Freitag bekannt wurde, Maximilian Götz (Mercedes-AMT Team HRT) und Marco Wittmann (Walkenhorst Motorsport) kommen noch vier Fahrer für die Krone infrage. "In den Köpfen der Leute sind eigentlich nur Lawson und van der Linde. Man vergisst, dass Götz mit AMG zusammen auf einem Flughafen die Strecke hat nachbauen lassen, um dort testen zu können", so Elsner, der zudem auf den Heimvorteil des Fürthers Wittmann verwies.