21. Mai 2020 / 15:00 Uhr

Macht das so überhaupt Spaß? Kritik an neuen Hygiene- und Abstandsregeln des DTTB

Macht das so überhaupt Spaß? Kritik an neuen Hygiene- und Abstandsregeln des DTTB

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der DTTB hat auf die Kritik der Vereine an den Hygiene- und Abstandsregeln für den Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb reagiert. Großburgwedels Manager Michael Junker hatte befürchtet, dass der Spaß verloren gehen würde.
Der DTTB hat auf die Kritik der Vereine an den Hygiene- und Abstandsregeln für den Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb reagiert. Großburgwedels Manager Michael Junker hatte befürchtet, dass der Spaß verloren gehen würde. © Michael Plümer
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Für den Wiedereinstieg ins Training hatte der Deutsche Tennis-Bund (DTTB) Hygiene- und Abstandsregeln veröffentlicht, für die er reichlich Kritik erntete. Der Verband hat nachgesteuert und Regelungen gestrichen, entschärft oder genauer erläutert - und betont, dass es nur darum gehe, zu zeigen, wie es laufen könnte.

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Die vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) veröffentlichten Hygiene- und Abstandsregeln für den Wiedereinstieg ins Training hatten Kritik und teilweise Spott bei den Aktiven hervorgerufen. Vieles wäre in der Praxis nicht umsetzbar, so der Tenor etlicher Vereinsvertreter. „Dann kommt keiner mehr zum Training, weil es schlicht keinen Spaß mehr macht“, befürchtete Michael Junker, Manager der Drittliga-Frauen des TTK Großburgwedel.

Regelungen verschwunden, entschärft, erläutert

Nun hat der Bundesdachverband mit einer neuen Fassung seines Konzepts reagiert, die die Basis für den Neustart in der Pandemiezeit sein soll, sobald die Hallen für das Training unter Auflagen wieder geöffnet werden - was am Mittwoch passiert ist. Manche Regelungen sind in der zweiten Version verschwunden, andere wurden entschärft, weitere wiederum genauer erläutert.

Der Verzicht auf den Seitenwechsel wurde ebenso gestrichen wie das Verbot von Fahrgemeinschaften. Die Abschwächungen gehören allerdings eher in die Kategorie „Feinjustierung“. So wurde die Mindestgröße der Box rund um einen Tisch von zwölf mal sechs Metern auf zehn mal fünf reduziert. Die ursprüngliche Idee, sich auf feste Spielpaarungen zu beschränken, ist aufgeweicht, indem die Ergänzung „für einen bestimmten Zeitraum“ vorgenommen wurde.

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Für die Bälle, die in der Ursprungsfassung noch auf den ersten Blick deutlich (zum Beispiel farblich) voneinander unterscheidbar sein sollten, genügt es nun, wenn man sie auch auf andere Weise auseinanderhalten kann, etwa durch deutliche Beschriftung. „Fremde Bälle werden mit dem Fuß oder dem Schläger zum/r Mitspieler*in gespielt“, heißt es in der neuen Veröffentlichung des DTTB. „Alternativ dazu kann man die Bälle regelmäßig reinigen.“

"Erschließt sich mir nicht"

Auch die Tische sollen turnusmäßig gesäubert werden. „Warum man nach dem Abbau alles desinfizieren soll, erschließt sich mir nicht“, sagt Nils Lohmann. Der Kapitän des Verbandsligisten TTV 2015 Seelze merkt an, dass die Ausarbeitungen wohl vor allem auf den Leistungssport ausgelegt seien. „Im Hobbybereich stehen die Tische ja sowieso oft ein paar Tage rum, bevor sie wieder benutzt werden“, sagt er.

DTTB-Generalsekretär Matthias Vatheuer erklärt, dass es bei dem Konzept lediglich darum ginge, „ein Bild zu entwerfen, wie es sein könnte. Die konkreten Bedingungen treffen nachher die für die Hallen zuständigen Stellen.“ Würde sich der Hallenbetreiber mit weniger strengen Vorgaben zufriedengeben, wäre das natürlich ausreichend. Deshalb wäre etliches auch mit dem Zusatz „optionale Hinweise“ versehen. Doch es sei denkbar, dass sich Träger auf das Konzept des DTTB beriefen. Und damit würde es bindend. In Hessen laufen aktuell Probeaufbauten, um die Praxistauglichkeit zu ermitteln.

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Während die Burgwedeler zunächst noch abwarten („Wenn wir wissen, wann die Hallen geöffnet werden, sollte die Zeit ausreichen, sich darüber konkret Gedanken zu machen“, sagt Junker), sind die Planungen in Seelze bereits im Gange. „Vermutlich trainieren wir dann in Staffeln“, sagt Lohmann. „Wir werden natürlich einhalten, was wir einhalten können.“

Weitere Veröffentlichungen sind bereits in Arbeit. „Wir geben in der nächsten Woche weitere Hygienemaßnahmen für den Wettkampfbetrieb heraus“, kündigt Vatheuer an. Regelungen für Zuschauer oder Catering müssten schließlich nur dort beachtet werden, seien für das Training aber verzichtbar. „Gerade auf unsere zweite Fassung haben wir viel positives Feedback bekommen“, sagt der Generalsekretär.