16. Mai 2020 / 17:33 Uhr

DTV in der Krise: Ein öffentliches Bild der Demontage

DTV in der Krise: Ein öffentliches Bild der Demontage

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannover-Sportchef Carsten Bergmann kommentiert die Situation beim DTV Hannover. 
Hannover-Sportchef Carsten Bergmann kommentiert die Situation beim DTV Hannover.  © Florian Petrow
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Der DTV Hannover steckt in der Krise. Weder dem alten noch dem neuen Vorstand ist es gelungen, persönliche Animositäten außen vor zu lassen, wodurch der Streit eskalierte. Hannover-Sportchef Carsten Bergmann kommentiert die zerrüttete Situation. 

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Der Deutsche Tennisverein Hannover hat schon immer eine besondere Ausstrahlung gehabt. Nicht, weil er auf die längste Tradition zurückblickt als ältester Tennisverein der Stadt. Vielmehr eilt dem Klub zwischen Zoo und Eilenriedestadion ein elitärer Ruf voraus. Die schöne Anlage, die gutbürgerliche Mitgliederstruktur, die Entwicklungsschübe – der DTV gehört ohne Zweifel zu den Vorzeigeadressen Niedersachsens.

Umso erstaunlicher wirkt es dann, wenn in diesem Umfeld Konfliktfelder entstehen, die dieser Gesamtentwicklung so beträchtlich schaden. Um das klar zu betonen: Eine lebendige und diskussionsfreudige Vereinskultur kann jedem Klub nur helfen, besser zu werden. Das Bild, das der zerrüttete DTV allerdings derzeit abgibt, wirft den Klub um Jahre zurück.

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Aus Neid und Missgunst kann nichts Positives entstehen

Dem alten wie neuen Vorstand ist es nicht gelungen, persönliche Animositäten außen vor zu lassen. Stattdessen eskalierte der Streit. Schwere Vorwürfe werden öffentlich formuliert und lassen ein Bild der gegenseitigen Demontage zurück. Das ist ohne Zweifel ein trauriger Höhepunkt in der 1896 beginnenden Geschichte des Vereins.

Mehr noch: Durch den Klub verlaufen offenkundig noch immer Risse zwischen Hockey- und Tennisabteilung, die der neue Präsident nun schnellstmöglich aktiv angehen muss. Seine größten Aufgaben: die Enttäuschten neu für den Verein zu begeistern, den Unterstützern weiter die tolle Entwicklung zu bieten, die der DTV in den vergangenen Jahren genommen hat.

Eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe, zumal er es nach dieser Katastrophenversammlung glaubwürdig schaffen muss, für Hockey UND Tennis zu sprechen. Aus Neid und Missgunst jedenfalls kann nichts Positives entstehen.