24. Mai 2018 / 23:50 Uhr

Ducksch und Drexler sind das Traum-Tandem von Holstein Kiel

Ducksch und Drexler sind das Traum-Tandem von Holstein Kiel

Thomas Pfeiffer
Marvin Ducksch (re.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Arminia Bielefeld neben  Dominick Drexler.
Marvin Ducksch (re.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Arminia Bielefeld neben  Dominick Drexler. © Daniel Bockwoldt/dpa
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Der Stürmer und der Mittelfeld-Akteur stellen das beste Offensiv-Duo der Zweiten Liga.

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Mannschaftssport – da ist es immer ein wenig ungerecht, einzelne Spieler hervorzuheben. Doch zwei Störche, ohne die das großartige Gesamtkunstwerk Holstein 2017/18 so nicht möglich gewesen wäre, verdienen eine besondere Würdigung: Dominick Drexler und Marvin Ducksch.

Beginnen wir mit der Statistik, die nicht alles, aber schon eine Menge über die beiden Protagonisten aussagt. Mittelstürmer Ducksch hat mit 18 Toren und 12 Vorlagen sowohl die Torjäger- als auch die Scorer-Wertung der abgelaufenen Zweitliga-Saison gewonnen. Spielmacher Drexler kommt beim Scoring auf den dritten Rang (12 Tore/11 Vorlagen). Lediglich der Ingolstädter Sonny Kittel (10/16) hat in dieser Wertung einen Kieler Doppelsieg verhindert. Und in der Torschützen-Liste (siehe Grafik rechts) zeichnet Drexler gemeinsam mit KSV-Flügelstürmer Kingsley Schindler an Position acht. Der Marktwert von Ducksch hat sich laut „transfermarkt.de“ in Kiel von 400000 auf 1,75 Millionen Euro mehr als vervierfacht. Drexlers pekuniäres Standing stieg kaum weniger rasant von 450000 auf 1,50 Millionen Euro. Aber die herausragenden Leistungen bei Kreation und Nutzung von Torchancen sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten des Offensiv-Duos. Beide hatten eine wechselhafte, von mehr Tiefen als Höhen geprägte Karriere hinter sich, als sie bei Holstein anheuerten. Ducksch wurde im Januar vergangenen Jahres vom FC St. Pauli ausgeliehen, Drexler unterschrieb im Frühjahr 2016 einen Zwei-Jahres-Vertrag, der im März 2018 bis 30. Juni 2020 verlängert wurde.

Mehr als nur Kollegen: Marvin Ducksch (li.) und Dominick Drexler verstehen sich auch ohne Ball prächtig.
Mehr als nur Kollegen: Marvin Ducksch (li.) und Dominick Drexler verstehen sich auch ohne Ball prächtig. © Uwe Paesler
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Drexler: Wenn ich ein sehr attraktives Angebot erhalte, dann werden die KSV und ich vernünftig miteinander darüber sprechen.

Mit den beiden Relegationsspielen ist indes die glorreiche Ära von Ducksch bei der KSV beendet. Der 24-Jährige muss zurück zum FC St. Pauli, bei dem er noch Vertrag bis 2019 hat. Zu welchem Zweck, ist noch offen. Ein Verkauf könnte nur noch in diesem Jahr mutmaßlich drei Millionen Euro in die Kiez-Kasse spülen. Egal, was passiert, seiner Zwangs-Rückkehr nach Hamburg sieht der gebürtige Dortmunder mit zwiespältigen Gefühlen entgegen. Zu präsent ist noch die Erinnerung an mangelhafte Wertschätzung am Millerntor vor seiner „Flucht“ an die Förde.Dort fühlte sich der 1,88 Meter große Rechtsfuß sauschnell sauwohl. „Mir war die Qualität der Mannschaft bewusst. Und ich wollte beweisen, auch mir selbst, welches Leistungsvermögen in mir steckt“, erzählte Marvin Ducksch. „Insofern ist unsere Entwicklung schon eine Überraschung gewesen, ja, aber kein Wunder.“ So nüchtern konnten und wollten es die Fans natürlich nicht sehen. Schon nachdem Ducksch die Störche im Mai 2017 mit seinem goldenen Tor in Großaspach zum Aufstieg geschossen hatte, war ihm ewiger Legenden-Status sicher, den er in der Zweiten Liga eindrucksvoll verfestigte. Die Gründe waren nicht kompliziert. „Seit meiner Jugend spielte ich erstmals eine Saison lang komplett verletzungsfrei. Außerdem erhielt ich vom Klub im Allgemeinen und vom Trainer im Besonderen den Zuspruch, den ich brauche, auch wenn es mal nicht gut läuft.“

Auch Duckschs kongenialem Angriffspartner Dominick Drexler, der am kommenden Sonnabend 28 Jahre alt wird, blieb bei seinen Profi-Stationen Rot-Weiß Erfurt, SpVgg Greuther Fürth und VfR Aalen der Durchbruch verwehrt. Erst bei der KSV konnte der Edeltechniker sein wahres Potenzial abrufen. Der gebürtige Bonner wurde nach der Hinrunde 17/18 vom „kicker“ zum besten zentralen, offensiven Mittelfeldspieler der Zweiten Liga gekürt.Spielt er auch nächste Saison für Holstein Kiel? „Ich habe bei meinen früheren Vereinen erfahren, wie es ist, nicht gebraucht zu werden. Ich weiß zu schätzen, was Holstein mir bietet“, erläuterte Drexler. „Aber ich will auch seriös und ehrlich einräumen: Wenn ich ein sehr attraktives Angebot erhalte, dann müssen und werden die KSV und ich vernünftig miteinander darüber sprechen.“ Womöglich hat diese Unterredung schon stattgefunden. Das Ergebnis dürften wir in Kürze erfahren...

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Dmitrijus Guscinas spielte zwar auch in Paderborn, Osnabrück, Koblenz und an der Seite von Mario Gomez bei VfB Stuttgart II, aber den nachhaltigsten Eindruck hat der Stürmer bei Holstein Kiel hinterlassen. Während seiner zwei Aufenthalte in Kiel (1999-2003 und 2007-2010) erzielte Guscinas 85 Tore in 210 Spielen. ©

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