20. Februar 2022 / 08:29 Uhr

Vor Duell mit BVB: Gladbach-Verteidiger Friedrich über Eberl, Kruse und Ich-AGs

Vor Duell mit BVB: Gladbach-Verteidiger Friedrich über Eberl, Kruse und Ich-AGs

Andreas Kötter
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marvin Friedrich wechselte im Winter von Union Berlin zu Borussia  Mönchengladbach.
Marvin Friedrich wechselte im Winter von Union Berlin zu Borussia Mönchengladbach. © IMAGO/Revierfoto (Montage)
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Am Sonntag muss Borussia Mönchengladbach im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund antreten. Vor der Partie spricht Gladbachs Winter-Zugang Marvin Friedrich im SPORTBUZZER-Interview über die Lage in Gladbach und den Abschied von Max Eberl. Zudem blickt er auf seine Zeit bei Union Berlin, das im Januar auch Max Kruse abgab.

Am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) steigt das Duell der beiden Borussen-Klubs in Dortmund: Der BVB trifft auf Gladbach. Bei beiden Vereinen läuft die Saison bisher alles andere als zufriedenstellend. Vor der Partie sprach der SPORTBUZZER mit Gladbach-Verteidiger Marvin Friedrich.

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SPORTBUZZER: Herr Friedrich, Max Eberl ist nicht mehr da. Was macht das mit einem Spieler, wenn derjenige, der ihn verpflichtet hat, kurz darauf geht?

Marvin Friedrich (26): Das war natürlich alles andere als schön für mich. Ich war, glaube ich, gerade einmal drei Wochen bei Borussia, da hat Max Eberl gesagt, dass er sich zurückzieht. Nichtsdestotrotz schaue ich immer nur nach vorne und bin mir sicher, dass ich auch mit Roland Virkus (Eberls Nachfolger als Sportdirektor in Mönchengladbach, Anm. d. Red.) sehr gut zusammenarbeiten werde.

Haben Sie an Ihrer Entscheidung für Borussia gezweifelt?

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Keine Sekunde! Ich hatte vom ersten Augenblick an sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen, und sie haben mir aufgezeigt, wie Borussia tickt, und was hier möglich ist. Trotz der sportlichen Situation habe ich daran nie gezweifelt. Und dass wir aktuell im Abstiegskampf stecken, ist klar. Aber ich sehe in jedem Training auch die große Qualität dieser Mannschaft und spüre, dass gar nicht viel fehlt, um wieder regelmäßig Punkte zu holen, und zwar Dreifachpunkte.

Für diesen Wechsel haben Sie die Chance ausgeschlagen, mit Union Berlin nächste Saison vielleicht Champions League zu spielen …

Stimmt. Und fraglos hatte ich bei Union Berlin eine sehr schöne und sehr erfolgreiche Zeit. Aber hier, bei Borussia, sehe ich die Chance für meinen nächsten Schritt, ob nun fußballerisch oder menschlich. Und ich bin mir sicher, dass ich den richtigen Schritt gemacht habe.

Auch Max Kruse hat Union verlassen.

Ehrlich gesagt, hatte ich damit nicht gerechnet. Aber er wird seine Gründe haben.

Es waren finanzielle Gründe, wie er selbst gesagt hat. Auch Vereine sind Wirtschaftsunternehmen, ist es da nur legitim, wenn ein Profi als Ich-AG auftritt?

Darauf eine richtige Antwort zu finden, fällt mir schwer. Natürlich verdienen wir Fußballer viel Geld, aber die Zeit, die uns in diesem Job bleibt, ist auch verhältnismäßig kurz. Dass man da versucht, so zu verdienen, dass man später, nach der Karriere, gut zurechtkommt, das ist doch legitim. Das sollte man niemandem verwehren, und niemand sollte dafür an den Pranger gestellt werden. Im Übrigen ist es typabhängig, ob man sich entscheidet, in seiner Karriere so viel Geld zu verdienen, wie es möglich ist, oder ob man sich dauerhaft zu einem Verein bekennt, und darin das Glück findet. Das eine ist aber nicht moralischer als das andere. Für beide Wege gibt es gute Gründe.

Sind Winterwechsel nicht unfair, weil, wie bei Union, ein funktionierendes Team, das Großes erreichen kann, auseinandergerissen wird?

Diese Gefahr besteht natürlich. Aber so ist das Fußballgeschäft nun mal: Wenn man gute Leistungen bringt, macht man sich auch für andere interessant. Letztlich ist das für den Klub, der einen Spieler verliert, aber auch der Beweis, dass man gut gearbeitet hat. Union Berlin ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Und wenigstens bekommt Union in Form der Ablösesumme so etwas wie eine Entschädigung.

In Dortmund kommt es am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) zum Wiedersehen mit Trainer Marco Rose, mit dessen Abschied im Vorjahr Borussias Negativlauf begann. Ist das für Ihre Teamkollegen schon wieder ein Match wie jedes andere?


Ich bin wahrscheinlich der falsche Ansprechpartner für diese Frage, schließlich bin ich gerade einmal fünf Wochen bei Borussia. Nach dem, was ich in der Kabine aber hören oder eben nicht hören kann, würde ich sagen, dass diese Sache aus den Köpfen raus ist. Der Name Marco Rose ist jedenfalls bisher nicht gefallen. Und das ist auch gut so. Wir haben die Pflicht, uns auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

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