17. November 2019 / 15:59 Uhr

Duell der Österreich-Trainer: Warum Hütter für Glasner wichtig war

Duell der Österreich-Trainer: Warum Hütter für Glasner wichtig war

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Eintracht Frankfurt - Adi Hütter
Kennen sich schon lange: Frankfurt-Trainer Adi Hütter (l.) und VfL-Trainer Oliver Glasner. © DPA
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VfL Wolfsburg bei Eintracht Frankfurt - das ist am kommenden Samstag (15.30 Uhr) nicht nur das Duell der punktgleichen Tabellennachbarn in der Fußball-Bundesliga, das ist auch das Duell der österreichischen Trainer Oliver Glasner und Adi Hütter. Und die beiden hatten in ihren Karrieren zwei interessante Kreuzungspunkte...

Glasner kommt aus Oberösterreich nahe der Grenze zu Deutschland, Bayerisch wird hier leichter verstanden als Wienerisch. Hütter stammt aus Vorarlberg an der Schweizer Grenze, der dortige Dialekt wird im Rest in Landes oft nur schwer verstanden. Glasner und Hütter blieben während ihrer gesamten aktiven Karriere in der österreichischen Bundesliga, der jetzige VfL-Coach hatte zwei Klubs (Ried und Linz), der Eintracht-Trainer deutlich mehr - unter anderem den Grazer AK und RB (damals Austria) Salzburg. "Wir haben sicher häufiger gegeneinander gespielt", sagt Glasner, "auch wenn ich mich jetzt konkret nicht daran erinnere."

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Beide wurden Trainer, bei beiden war RB Salzburg die erste Station. Hütter wurde dort 2007 Co-Trainer der Reserve, Glasner 2012 Assistent von Chefcoach Roger Schmidt. Zwei Jahre später spielte Hütter dann eine ganz wesentliche Rolle für Glasners Karriere. Der jetzige VfL-Coach sollte nämlich zusammen mit Schmidt das Trainer-Duo von Bayer Leverkusen bilden. "Es war eigentlich alles klar, ich hatte mir da schon ein Haus ausgesucht und mit Rudi Völler zusammengesessen", so Glasner.

Aber dann guckte sich RB ausgerechnet Hütter (der zwischenzeitlich Cheftrainer in Altach und Grödig war) als Schmidt-Nachfolger aus - und die SV Ried, bei der Hütter schon im Wort gestanden hatte, war plötzlich wieder auf Trainersuche. Und so bekam Glasner "das Angebot, dort Cheftrainer zu werden, wo ich die meiste Zeit meiner Karriere gespielt hatte".

VfL Wolfsburg: Glasners Anreise

Das neue VfL-Trainerteam vor der Abreise: Thomas Sageder, Michael Angerschmid, Oliver Glasner und Michael Berktold Zur Galerie
Das neue VfL-Trainerteam vor der Abreise: Thomas Sageder, Michael Angerschmid, Oliver Glasner und Michael Berktold ©

Glasner wurde also Cheftrainer in Ried, es gab die ersten Chefcoach-Duelle mit Hütter. In dem Stadion mit dem wunderbaren Namen "Keine-Sorgen-Arena" (nach dem Slogan einer Versicherung) verlor Glasner das Heimspiel mit 0:2, in Salzburg gab es ein 2:2 gegen den späteren Meister. 2015 wurde Glasner dann Trainer in Linz, Hütter zog es in die Schweiz zu Young Boys Bern. "Als Trainer sind wir uns öfter mal begegnet, er macht sehr gute Arbeit. Wenn wir uns treffen, quatschen wir immer gern", so Glasner. "Wir haben einen gemeinsamen Bekannten, der ein Hotel in Oberösterreich hat, dort sind wir uns mit den Familien auch schon über den Weg gelaufen."

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Ostermontag 2019 kreuzten sich die Karrieren dann wieder - indirekt. Hütter gastierte mit der Frankfurter Eintracht, die er 2018 übernommen hatte, beim VfL Wolfsburg. Kurz vor dem Spiel war auch Glasner in der Volkswagen-Arena - heimlich. Er unterschrieb seinen Drei-Jahres-Vertrag beim VfL, war während des Spiels gegen Frankfurt (1:1) schon auf dem Weg zurück nach Ried, die offizielle Verkündung der Trainer-Verpflichtung erfolgte erst einen Tag später.

Das letzte direkte Treffen der beiden aktuell einzigen österreichischen Cheftrainer in der Bundesliga gab es vor einem Jahr. "In Österreich gibt es immer im November eine Trainertagung, zu der Trainer eingeladen sind, die gerade im Ausland arbeiten", so Glasner. "Das waren beim letzten Mal Adi Hütter und Damir Canadi. Da habe ich noch nicht geahnt, dass sich Adi und ich in dieser Saison in der Bundesliga treffen werden..."

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