28. Oktober 2021 / 18:23 Uhr

Duell gegen den Ex-Verein: Quartett von Bestensee und KW steht Rede und Antwort

Duell gegen den Ex-Verein: Quartett von Bestensee und KW steht Rede und Antwort

Kevin Päplow
Märkische Allgemeine Zeitung
Für Paul Ludwig (l.), Daniel Krafzik, Christopher Rosenow und Sebastian Wisocki ist das Derby am Samstag kein Spiel wie jedes andere.
Für Paul Ludwig (l.), Daniel Krafzik, Christopher Rosenow und Sebastian Wisocki ist das Derby am Samstag kein Spiel wie jedes andere. © O. Schwandt/Verein
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Landesklasse Ost: Am zehnten Spieltag empfängt der gastgebende SV Grün-Weiß Union Bestensee den FSV Eintracht Königs Wusterhausen zum Prestigeduell.

Wenn am Samstag um 14 Uhr der Schiedsrichter auf dem Sportplatz am Todnitzsee das Derby zwischen Union Bestensee und Eintracht Königs Wusterhausen in der Landesklasse Ost anpfeift, ist jede Sympathie für den ehemaligen Verein bei vier Akteuren auf dem Rasen erloschen. Paul Ludwig von Union Bestensee sowie Sebastian Wisocki, Daniel Krafzik und Christopher Rosenow von der Eintracht, reden vor dem für sie besonderen Spiel beim SPORTBUZZER Klartext.

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Am Samstag steigt in der Landesklasse Ost das Derby zwischen Union Bestensee und Eintracht Königs Wusterhausen. Wie heiß sind Sie auf diese Partie?

Krafzik: Da es ein Derby ist, sind diese Spiele immer etwas Besonderes und die Motivation natürlich auch. Ich freu mich drauf.


Wisocki: Aufgrund der momentanen erfolgreichen Situation bin ich bereit für das Derby. Wir wollen weiter Punkte holen und uns oben festsetzen. Zusätzlich schmeckt ein Derbysieg immer besser. Ich kann mich noch an den Sieg gegen Niederlehme erinnern.

Rosenow: Bei mir ist die Vorfreude natürlich auch groß auf dieses besondere Spiel, aber man bereitet sich genauso gut darauf vor, wie auf jedes normale Spiel.

Ludwig: KW ist zurück in der Landesklasse und ich spiele zum ersten Mal in einem Pflichtspiel gegen meinen Jugendverein. Überhaupt gibt es endlich mal wieder ein Derby zwischen diesen beiden Teams. Aufgrund von Corona war dies ja in der letzten Spielzeit nicht möglich. Ich persönlich bin bereit und der Schiri kann anpfeifen.

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Geben Sie uns einen kleinen Rückblick auf den letzten Spieltag. Da war das Ergebnis der Eintracht (2:2 gegen Luckenwalde II, Anm. d. Red.) ja bedeutend besser, als das von Union Bestensee (1:5 gegen Woltersdorf, Anm. d. Red.).

Rosenow: Aus unserer Sicht war der letzte Samstag natürlich besser, aber was letzte Woche war, zählt nicht mehr. Jetzt beginnt es wieder von null und wir müssen uns genauso gut vorbereiten und am Spieltag präsentieren, wie bei den Spielen zuvor.

Wisocki: Am letzten Spieltag durfte ich stellvertretend für unser tolles Trainerteam die Jungs von der Linie aus betreuen. Wir haben als Team eine sehr starke und disziplinierte Leistung abgerufen. Dieser Punkt hat uns ordentlich Rückenwind gegeben, aber auch gleichzeitig noch ein bis zwei Stellschrauben gezeigt, an denen wir noch drehen müssen. Klar haben wir Bestensee verfolgt und nehmen bewusst war, dass sie sich von Woche zu Woche probieren über Wasser zu halten. Dennoch liefern sie gute Ergebnisse ab und stehen zu Recht dort, wo sie stehen. Uns ist aber auch bewusst, dass sie uns schlagen wollen. Vom Gefühl her schmeckt einigen Teams ein Sieg gegen KW immer noch etwas besser als andere Siege. Ich bin mir sicher, dass auch am Wochenende nicht nur zehn Mann vor Ort sind bei Bestensee, sondern mindestens 15 Spieler. Jeder will dieses Spiel spielen.

Krafzik: Das 2:2 gegen Luckenwalde II war für uns schon ein gutes Ergebnis. Sie zählen in der Liga zu den Favoriten um den Aufstieg.

Ludwig: Wir sind leider, wie auch schon die Woche zuvor, nur mit elf Mann nach Woltersdorf gereist. Darunter einige angeschlagene und zwei Spieler unserer zweiten Mannschaft. Und wenn man so dünn besetzt ist, kann man auch schnell mal untergehen. Wir haben in den letzten Wochen leider große personelle Probleme, wodurch dann so ein Ergebnis wie letzte Woche zustande kommt. KW beeindruckt mich nicht nur seit letzter Woche, sondern schon die gesamte Spielzeit. Sie liefern Woche für Woche gute Ergebnisse und haben sogar gegen den Tabellenführer Luckenwalde II einen Punkt holen können. Ich habe noch kein Spiel von KW live sehen können, aber laut der Ergebnisse stehen sie zurecht weit oben in der Tabelle.

Beeinflusst das eventuell so ein wenig die Stimmung in der Mannschaft vor dem Spiel am Samstag?

Wisocki: Nein gar nicht, am Wochenende zählt nur das große Ganze. Nicht mehr und nicht weniger.

Rosenow: Ich glaube auch nicht, sowohl bei Bestensee wie auch bei unserer Eintracht wird die Stimmung gut sein.

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Krafzik: Klar geht man immer mit einem besseren Gefühl in ein neues Spiel, wenn man die letzte Begegnung positiv gestalten konnte. Ich bin da aber bei ,Bolle' und ,Rosi' und denke, dass die Stimmung nicht groß beeinflusst wird.

Ludwig: Bei uns wird seit Wochen immer wieder über dieses Spiel gesprochen. Dieses Wochenende ist es endlich soweit und ich denke jeder einzelne Spieler wird alles dafür geben dieses Derby zu gewinnen.

Sie alle vier haben schon das Trikot beider Vereine getragen. Das es kein Spiel wie jedes andere für Sie ist, ist klar. Beschreiben Sie uns Ihre Zeit beim Ex-Verein.

Wisocki: Ich hatte damals unter Heiko Flieger eine schöne Zeit. Wir wurden ein wenig zusammen gerufen aus dem Fußballkreis. Man gab uns den Namen "FC Chelsea" hier im Kreis. Nach zwei Jahren stand dann ein Trainerwechsel an und mir wurde die Lust immer mehr genommen, für Bestensee zu spielen. Nach mehr als vier Jahren stand meine Eintracht mit glaube ich nur acht Punkten mit dem Rücken zur Wand. Ich entschied mich gegen Platz drei in der Liga mit Bestensee, rief Thorsten Albrecht an (damals beim RSV Waltersdorf, Anm. d. Red.) und fragte ihn, ob wir KW helfen wollen, in der Liga zu bleiben. Danach haben wir gefühlt eine kleine Geschichte geschrieben. Ich hatte viele tolle Jahre in Bestensee. Fahrten nach Tschechien, Feiern bis tief in die Nacht. Ich habe tolle Menschen kennengelernt und elf Punkte sowie glaube ich 20 Tore Differenz im Winter auf Phönix Wildau aufgeholt und sind noch aufgestiegen.

Krafzik: Es war für mich auch eine wirklich sehr schöne Zeit in Bestensee. Ich durfte mit vielen guten Fußballern zusammen spielen und habe tolle Leute kennengelernt. Der Verein war wirklich für mich als Sportler, als auch als Mensch, ein guter Schritt. Ich denke gern daran zurück.

Rosenow: Die Zeit dort hat mich in gewisser Art und Weise geprägt. Ich fing auch dort im Männerbereich an zu trainieren und zu spielen. Es war eine sehr tolle Erfahrung für mich gewesen, mit dem super Trainerteam um Andre Hollow und Stefan Zack sowie tollen Fußballern zusammenzuarbeiten.

Ludwig: Die Eintracht ist mein Jugendverein. 2005 hatte ich dort meinen ersten Ballkontakt. In den elf Jahren, die ich bei KW spielte, lernte ich sehr viel von vielen unterschiedlichen Trainern. Das ist schon eine lange Zeit, aber die Trainer, die mich am meisten gefördert haben und an die ich bis heute noch denke, kann ich an einer Hand abzählen. Frank Roder, Tino Rindt und Sebastian ,Bolle' Wisocki. Diese drei Personen kommen mir in den Sinn, wenn ich an die Zeit zurückdenke. Diese Zeit unter diesen Trainern und auch in dem Team, in dem ich gespielt habe, wird unvergessen bleiben.

Herr Ludwig, wie bewerten Sie den momentanen Saisonverlauf der Eintracht?

Ludwig: Wie schon gesagt bin ich sehr überrascht. KW hatte einen super Saisonstart und hält sich auch weiterhin gut dort oben in der Tabelle. Ich bin wirklich gespannt, wie sie sich gegen uns präsentieren werden.

Herr Wisocki und Herr Krafzik, gibt es Spieler in den Reihen bei Union Bestensee, die Ihre Hintermannschaft besonders im Auge behalten muss?

Wisocki: Die Offensive ist allgemein sehr stark. Ein tolles junges Team mit einer starken Moral. Ich freue mich auf Paul Ludwig, den ich mit Tino Rindt selber in KW trainieren konnte und auf Gustav Lemke. Der Junge hat in meinen Augen ein riesen Potenzial.

Krafzik: Bestensee hat gute Jungs in seiner Mannschaft, die uns natürlich gefährlich werden können. Ich möchte jetzt ungern Namen nennen, dennoch finde ich, dass wir uns auf uns konzentrieren sollten.

Herr Rosenow, als Torwart gibt es ja nichts Schöneres, als die Null zu halten. Ist der Druck in solchen Partien vor vielen Zuschauern immer etwas größer?

Rosenow: Natürlich ist es ein besonderes Spiel für mich, aber ich würde nicht behaupten, dass ich unter großen Druck stehe. Es gab schon einige Spiele, wo viele Zuschauer vor Ort waren, irgendwann blendet man das aus und konzentriert sich nur auf seine Leistung.

Was wird in der Woche vor so einem Derby in der Kabine zwischen den Mitspielern besprochen. Wie stachelt man sich da an?

Wisocki: Wir sind eine sehr erfahrene Truppe mit Trainern, die einen Plan haben. Ich persönlich brauche nichts weiter sagen. Jeder einzelne Kicker will jedes Spiel gewinnen. Daher weiß ich, dass die Jungs brennen und fokussiert sind.

Krafzik: Die Vorfreude ist vor so einem Spiel für jeden größer als vor einem normalen Spiel. Man man redet drüber. Du bist automatisch hoch motiviert, da braucht dich keiner zusätzlich anstacheln. Also gehe ich da nicht ganz so mit ,Bolle' mit.

Ludwig: Ich denke, die Anspannung steigt langsam und man ist vielleicht im Training etwas fokussierter, peitscht sich nochmal etwas mehr an und baut sich somit schon den nötigen Willen, Ehrgeiz und so weiter auf. Es gibt genug Methoden, um sich auf solch ein Spiel vorzubereiten.

An die Feldspieler unter Ihnen: Wie sieht es bei einem eigenen Treffer aus. Jubeln Sie aus Respekt vor dem ehemaligen Verein oder nicht?

Krafzik: Sollte es dazu kommen, dass mir ein Treffer gelingt, würde ich aus Respekt nicht jubeln.

Wisocki: Siehst du Daniel, da gehen unsere Meinungen erneut auseinander. Falls ich der Mannschaft helfen kann, werde ich natürlich jubeln. Bedeutet aber nicht, dass ich Bestensee nicht respektiere. Eintracht ist meine Liebe. Für mich ist es etwas Besonderes noch Erste spielen zu können. Normalerweise bin ich seit dieser Saison kürzer getreten, was noch nicht ganz so klappt. Ich bin Trainer unserer A-Junioren und helfe sonst bei der Ü32 in unserem Verein, somit bin ich eigentlich ausgelastet. Spätestens zum Winter wird sich familiär bei mir etwas ändern und dann möchte ich endgültig kürzer treten. Daher genieße ich momentan jede Sekunde mit meinen Jungs.

Ludwig: Ich glaube das, falls ich ein Tor machen sollte, ich nicht wild herumspringen und schreien werde. Dennoch würde ich mich freuen, meinem Team mit einem Tor zu helfen. Der Jubel würde also eher zurückhaltend ausfallen.

Trauen Sie sich zu, einen Tipp abzugeben?

Wisocki: Ich sage 2:3.

Rosenow: Beide Mannschaften sind in der Lage zu gewinnen, die Mannschaft mit dem besseren Start und der größeren Leidenschaft, die den Kampf auch annimmt, wird sich durchsetzen. Ich wünsche mir natürlich, dass wir das sind.

Ludwig: Ich halte dagegen. So gut wie immer wenn Bestensee spielt, fallen viele Tore. Wir sind zudem sehr stark auf heimischer Anlage. Mein Tipp lautet 4:2 für uns.

Krafzik: Ein Ergebnis werde ich nicht nennen.Ich hoffe, dass es ein ordentliches und faires Spiel wird. Das wir dieses Derby gewinnen wollen, ist vollkommen klar.