24. November 2021 / 10:54 Uhr

Dummes Gelb, Wolfsburgs Nmecha gesperrt - "Da wird Lukas niemand den Kopf abreißen"

Dummes Gelb, Wolfsburgs Nmecha gesperrt - "Da wird Lukas niemand den Kopf abreißen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kein Tor und nun auch noch gesperrt: Lukas Nmecha nach dem Abpfiff in Sevilla mit Trainer Florian Kohfeldt.
Kein Tor und nun auch noch gesperrt: Lukas Nmecha nach dem Abpfiff in Sevilla mit Trainer Florian Kohfeldt. © AP
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Der VfL Wolfsburg muss im entscheidenden letzten Gruppenspiel der Champions League gegen Lille auf Lukas Nmecha verzichten. Der deutsche Nationalspieler sah wegen Meckerns seine dritte Gelbe Karte in diese Wettbewerb - und ist nun gesperrt.

Tor beim 2:0 in Leverkusen, Tor in der Champions League beim 2:1 gegen Salzburg, Tor beim 1:0 gegen Augsburg und Tor beim 2:2 in Bielefeld: Bis zum 0:2 in der Königsklasse am Dienstagabend beim FC Sevilla hatte Lukas Nmecha in jedem Spiel unter dem neuen Trainer Florian Kohfeldt getroffen. Gegen die Spanier jedoch ging der deutsche Nationalspieler nicht nur leer aus, sondern er handelte sich auch eine ärgerliche Sperre ein. Ausgerechnet im Alles-oder-nichts-Spiel in der Königsklasse am 8. Dezember gegen Lille muss der Stürmer zuschauen.

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Und das nicht wegen eines Fouls, sondern wegen Meckerns . eine dumme Karte. Nmecha hatte kurz vor Schluss zu stark lamentiert, nachdem er nach einem Handspiel zurückgepfiffen worden war und dafür von Schiri Cüneyt Çakır seine dritte Gelbe Karte in diesem Wettbewerb gesehen. "Ich kann die Emotion verstehen, aber er darf sich nicht verleiten lassen. Dementsprechend war es eine unnötige Gelbe Karte", ärgerte sich auch Kohfeldt, der aber mit dem 22-Jährigen nicht zu hart ins Gericht gehen wollte: "Da wird Lukas niemand den Kopf abreißen."

VfL Wolfsburg in Sevilla: Die Noten und Einzelkritik

<b>Pavao Pervan: </b> Pavao Pervan: War in seinem ersten Champions-League-Spiel bei den Gegentoren chancenlos. Durfte sich danach mehrmals auszeichnen – und machte das mit Bravour. Note: 3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Pavao Pervan: War in seinem ersten Champions-League-Spiel bei den Gegentoren chancenlos. Durfte sich danach mehrmals auszeichnen – und machte das mit Bravour. Note: 3 ©

Gleichwohl schmerzt Nmechas Fehlen gegen den französischen Meister. Denn: "In den letzten Wochen hat er in jedem Spiel ein Tor geschossen, war in aller Munde", so Kohfeldt. In Sevilla habe Nmecha mal keinen guten Abend gehabt, "da werde ich ihn aber genauso in den Arm nehmen. Das wird er lernen, wir reden hier nicht über einen 28-jährigen gestandenen Topstürmer." Der Trainer mahnte aber auch: "Es sollte ihm kein zweites Mal passieren, aber einmal hat er frei."

Beim schwachen VfL-Auftritt in Sevilla ging Nmecha erstmals unter Kohfeldt leer aus - war aber einmal nah dran am Tor. Denn den einzigen gefährlichen Abschluss der Wolfsburger hatte ausgerechnet er. In der 23. Minute hämmerte die Nummer 10 des VfL die Kugel aufs Tor, doch Sevilla-Torhüter Yassine Bounou lenkte den Schuss noch an die Latte.

Und so ging Nmecha ebenso leer aus wie sein Sturmpartner Wout Weghorst, der am Samstag beim 2:2 in Bielefeld nach 527 Minuten erstmals wieder getroffen hatte. Beim heißen Gruppenfinale gegen Lille wird der Sturm-Riese im Blickpunkt stehen. In Sevilla konnte er sich nicht entscheidend in Szene setzen. Aber: "So viele Bälle hat er nicht da gekriegt, wo er gefährlich ist", analysierte Kohfeldt treffend. "Ich bin mir sicher, dass das Tor in Bielefeld ihm nach wie vor gutgetan hat. Meine Überzeugung in Wout ist nicht einen Zentimeter kleiner als vor dem Spiel."