09. März 2021 / 15:00 Uhr

Dunkelrot-Grätsche: Vier Spiele Sperre für Wolfsburgs Otavio

Dunkelrot-Grätsche: Vier Spiele Sperre für Wolfsburgs Otavio

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vier Spiele Sperre für die Sprung-Grätsche: Paulo Otavio vom VfL Wolfsburg.
Vier Spiele Sperre für die Sprung-Grätsche: Paulo Otavio vom VfL Wolfsburg. © 2021 Getty Images
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Paulo Otavio vom VfL Wolfsburg ist wie zu erwarten war für vier Spiele gesperrt worden. Der Brasilianer, der am Samstag beim 1:2 in Hoffenheim nach einer ungewöhnlich brutalen Grätsche von hinten Rot gesehen hatte, fehlt damit gegen Schalke, Köln, Bremen und Frankfurt.

Paulo Otavio vom VfL Wolfsburg ist nach seiner Dunkelrot-Grätsche im Spiel bei 1899 Hoffenheim für vier Spiele gesperrt worden. Das bestätigte das Sportgericht des DFB am Dienstagnachmittag. Otavio war nach einem der spektakulärsten Fouls der jüngeren Bundesliga-Geschichte beim 1:2 am Samstag in der Nachspielzeit vom Platz gestellt worden.

In der letzten Szene des Spiels hatte Otavio Stürmer Munas Dabbur auf dessen Weg zum leeren VfL-Tor verfolgt (Koen Casteels war bei einer Ecke nach vorn gegangen) und ihn dann vorm Strafraum mit einer Art eingesprungener Beinschere ungewöhnlich brutal umgesenst. Eine Notbremse war's sowieso - aber die hätte "nur" zwei Spiele Sperre eingebracht. Das Foul an sich war aber ebenfalls eine glasklare Rote Karte - und sorgt jetzt für die Vier-Spiele-Sperre.

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Otavio fehlt dem VfL damit in den Spielen am Samstag gegen Schalke und danach in Bremen, gegen Köln und in Frankfurt. Der Brasilianer entschuldigte sich am Wochenende bei Dabbur und schrieb zudem auf seiner Instagram-Seite: "Gott sei Dank habe ich meinen Kollegen nicht verletzt." Otavios Foul war nach dem Spiel ein großes Bundesliga-Thema in Internetforen, sozialen Netzwerken und im TV. Tenor: Es war eine der klarsten Roten Karten aller Zeiten - und eine extrem unverständliche Aktion: "Das Foul war brutal. Da muss man sich fragen, was im Spielerkopf vorgeht", so Sky-Experte Didi Hamann. "Der Schaden, den er angerichtet hat, ist jetzt größer, als ein Tor zu verhindern." Seine Entschuldigung und die Tatsache, dass es seine erste Rote Karte war, wirkten sich offenbar strafmildernd aus, auch eine Sperre von bis zu sechs Spielen wäre denkbar gewesen.

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VfL-Trainer Oliver Glasner wollte nach dem Spiel in Sinsheim "mit Paulo nicht zu hart ins Gericht gehen. Er ist 60 bis 70 Mal die Linie hoch- und runtergelaufen" und habe am Ende "retten wollen, was nicht mehr zu retten war". Ähnlich sieht es auch Sportdirektor Marcel Schäfer, der selbst einen Platzverweis in dem Spiel kassiert hatte: "Paulo ist einer der liebenswertesten Menschen, die es gibt - und eine Frohnatur sondergleichen. Das Foul war eine ganz klare Rote Karte, da wollen wir nichts schönreden. Es war eine totale Fehleinschätzung von ihm, er wird daraus lernen. Er hat sich entschuldigt, insofern sollte das erledigt sein. Man darf ihn jetzt nicht als großen Treter hinstellen, das ist er nicht."

Otavios Sperre trifft den VfL zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Jerome Roussillon, der andere Linksverteidiger im Kader, konnte zuletzt wegen Wadenproblemen nicht trainieren - und Renato Steffen, der als "Notlösung" erste Wahl für diese Position gewesen wäre, wird dem VfL mit einer Verletzung am Sprunggelenk lange fehlen. Nun kommen Yannick Gerhardt (zuletzt in der Mittelfeldzentrale) und Ridle Baku (zuletzt vor allem Rechtsaußen) als Alternativen in Betracht.