01. Mai 2022 / 10:00 Uhr

Durch Aue-Pleite: Dynamo Dresden nun definitiv in der Relegation

Durch Aue-Pleite: Dynamo Dresden nun definitiv in der Relegation

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Gibt’s denn das? Ransford Königsdörffer (M.) ließ Dynamos Riesenchance zum ersten Sieg in diesem Jahr liegen - durch einen simplen Fehler beim Kontern.
Gibt’s denn das? Ransford Königsdörffer (M.) ließ Dynamos Riesenchance zum ersten Sieg in diesem Jahr liegen - durch einen simplen Fehler beim Kontern. © Steffen Manig
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Beim 1:1 gegen Regensburg bleibt der gewünschte Erfolg einmal mehr aus. Chris Löwe sieht in den zwei ausstehenden Zweitligapartien „Vorbereitungsspiele“ auf die beiden alles entscheidenden Duelle.

Dresden. ​Das längst kaum mehr Vermeidbare ist nun offiziell eingetreten. Dynamo Dresden kann den drohenden Abstieg aus der 2. Bundesliga nur noch über die Relegation abwenden. Nunmehr sieben Zähler Rückstand auf den Tabellen-15. SV Sandhausen sind in den beiden Punktspielen am nächsten Sonntag in Karlsruhe und eine Woche später daheim gegen Erzgebirge Aue nicht mehr aufzuholen. Nach dem 1:1 (0:0) vom Sonnabend im Heimspiel gegen Jahn Regensburg und Aues 0:6-Niederlage in Darmstadt steht nun fest, dass die Dynamos auch nach dem 34. Spieltag den ungeliebten Relegationsplatz einnehmen werden, auf dem sie bereits seit dem 25. Spieltag festhängen.

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„Natürlich sind wir traurig und enttäuscht“

„Darauf gilt es jetzt einfach, sich vorzubereiten. Wir haben noch zwei Spiele Zeit – wie zwei Vorbereitungsspiele –, um noch mal alle Dinge so einzustudieren, dass wir in der Lage sind, die Relegation zu gewinnen“, sagt Dynamo-Verteidiger Chris Löwe. Denn zu gewinnen ist eindeutig das große Problem der Sportgemeinschaft, die seit nunmehr 15 Spielen sieglos ist. Dabei standen zwar nur sechs Niederlagen zu Buche, aber eben auch neun Remis, bei denen die Schwarz-Gelben allenfalls mal an drei Punkten schnuppern durften.

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Diesmal war ein Sieg vor 20376 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion sogar zum Greifen nah. Nach einer lange Zeit recht unansehnlichen Partie mit viel Mittelfeldgeplänkel, Ideen- und Mutlosigkeit, aber wenigen Chancen erzielte Toptorschütze Christoph Daferner mit seinem 13. Saisontreffer das 1:0 für die Hausherren in der 73. Minute. Das hätte durchaus reichen können, wäre in der 88. Minute nicht Kapitän Tim Knipping beim Kopfballduell mit Regensburgs Zielspieler Andreas Albers den entscheidenden Tick zu spät gekommen. Später Ausgleich, wieder kein Sieg. „Unfassbar bitter. Wir hätten es uns einfach verdient, dass wir das Spiel gewinnen“, rang Daferner anschließend nach Worten.

„Natürlich sind wir traurig und enttäuscht. Fußball ist brutal, gerade in unserer Situation“, sagte Trainer Guerino Capretti. Eine Woche nach dem spät erkämpften 2:2-Unentschieden in Düsseldorf änderte er seine Startelf auf vier Positionen. Michael Akoto, Paul Will, Agyemang Diawusie und Ransford Königsdörffer verdrängten Morris Schröter, Yannick Stark, Julius Kade und Brandon Borrello auf die Bank. Fast wäre ein Traumstart gelungen, doch der auffällige Sechser Akoto traf in der 6. Minute nur die Latte. Sein Schuss in der 43. Minute wurde geblockt. Auch die Hereinnahmen von Will und Diawusie zahlten sich aus, die nach Akotos Balleroberung das Führungstor vorbereiteten.

„Dritte Liga tut schon weh, scheißegal, oh SGD!“

Deutlich ärgerlicher aus Dresdner Sicht war, wie Königsdörffer das sichere 2:0 vergab. Zwar traf er in der 80. Minute ins Tor, doch befand er sich bei einem Überzahlkonter im Moment von Diawusies Querpass nicht hinterm Ball, sondern im Abseits. Das hätte der 20-Jährige sehen müssen, zumal er noch locker Zeit gehabt hätte. Statt den Sack zuzubinden, fiel dann eben das Gegentor. „Jetzt mit dem Finger auf ,Ransi’ zu zeigen, dass wir seinetwegen nicht gewonnen haben, das werden wir nicht machen“, kündigte „Rino“ Capretti an. „Er war unheimlich fleißig, aber ihm ist natürlich auch nicht alles gelungen.“

Schon lange zuvor sang der K-Block in Dauerschleife: „Dritte Liga tut schon weh, scheißegal, oh SGD!“ Ob das die Profis angestachelt hat? „Natürlich waren auch Fans enttäuscht, ist doch logisch“, musste Capretti zugeben. Auch wenn das weite Rund diesmal nur noch zu zwei Dritteln gefüllt war, baut der Cheftrainer in der entscheidenden Phase auf Unterstützung von den Rängen. Dynamo wird sie brauchen, erst recht in der Relegation.