14. Januar 2021 / 14:18 Uhr

"Durchgecheckt bis zu den Haarspitzen": Wolfsburgs Pongracic darf spielen

"Durchgecheckt bis zu den Haarspitzen": Wolfsburgs Pongracic darf spielen

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Steht gegen Leipzig zur Verfügung: Wolfsburg-Verteidiger Marin Pongracic.
Steht gegen Leipzig zur Verfügung: Wolfsburg-Verteidiger Marin Pongracic. © Imago Images
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Der VfL Wolfsburg trifft am Samstag auf RB Leipzig - und will im eigenen Stadion auch gegen den Tabellenzweiten der Liga weiter ungeschlagen bleiben. Verteidiger Marin Pongracic bekam nach der Diskussion um seinen Fitness-Zustand grünes Licht für die Partie.

Er hielt nur eine Halbzeit lang durch, dann musste er raus: Dass Marin Pongracic nicht vollständig fit ist, war beim VfL Wolfsburg nach dem 2:2 am vergangenen Samstag bei Union Berlin ein Riesen-Thema. Der Vertediger litt offensichtlich immer noch an Folgen des Pfeifferschen Drüsenfieber und seiner Corona-Infektion. Vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr) gegen RB Leipzig ist der Kroate nun etwas überraschend wieder einsatzbereit.

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"Marin ist in den letzten drei Tagen vom Zehennagel bis zu den Haarspitzen durchgecheckt worden", erklärt VfL-Trainer Oliver Glasner. "Er hat grünes Licht bekommen und wird zur Verfügung stehen." Unter anderem seien Blutwerte und Lungenfunktion überprüft worden, "aus medizinischer Sicht ist alles okay". Am vergangenen Samstag hatte Pongracic 45 Minuten lang sichtbare Konditions- und Konzentrationsprobleme gehabt, verursachte mit einem Fehlpass den ersten Gegentreffer. Inwieweit das mit seiner Krankengeschichte zusammenhing, sei schwierig zu beurteilen. Glasner: "Wir beobachten das ständig, das Corona-Thema ist unser ständiger Begleiter. Unsere Aufgabe ist es, damit bestmöglich umzugehen." Aber: "Es gibt einfach keine Erfahrungen", den Umgang immer wieder neu zu lernen, sei "die Herausforderung unserer Zeit".

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Auch Maxence Lacroix ist nach Corona-Pause wieder einsatzfähig, konnte die gesamte Woche über mittrainieren. Gleiches gilt für den zuletzt angeschlagenen Josip Brekalo (Oberschenkel-Prellung). Glasner: "Unsere Personalsituation hat sich etwas entspannt." Lacroix oder Pongracic - wenn denn einer von beiden auch für die Startelf infrage kommt - könnten als Nebenmann von Jay Brooks in der Innenverteidung spielen. Im Training agierte dort allerdings zumeist Joshua Guilavogui, der diese Rolle in Berlin nach der Pongracic-Auswechslung gut ausgefüllt hatte.

Fehlen werden dem VfL am Samstag Jerome Roussillon (Trainingsaufbau nach Corona-Infektion), Jeffrey Bruma (Quarantäne nach Corona-Kontakt) und Maximilian Arnold (Rotsperre). Arnolds Ausfall könnte dafür sorgen, dass Guilavogui doch im Mittelfeld gebraucht wird. Glasner: "Wir werden schauen, was der Mannschaft am besten hilft, um gegen den letztjährigen Champions-League-Halbfinalisten bestehen zu können. Leipzig ist extrem stark im Zentrum."

Ein beachtliches 0:0 zum Liga-Start gegen Bayer Leverkusen (jetzt Tabellendritter), ein mutiger Auftritt beim 1:2 in München (Tabellenerster), ein vor allem in der ersten Halbzeit guter Auftritt beim 0:2 in Dortmund (Vierter) und zuletzt in Unterzahl bei Union Berlin (Tabellenfünfter) einen Punkt erkämpft – der VfL (Tabellensechster) war in dieser Saison gegen die Top-Teams der Liga fast immer gut, aber (noch) nicht gut genug. Jetzt will er mit Leipzig das erste Top-Team schlagen. Schaut man auf die Heimbilanz in dieser Runde, stehen die Chancen gut, denn: Die Wolfsburger gewannen die vergangenen fünf Bundesliga-Heimspiele in Folge - das war dem VfL zuletzt im Winter 2014/15 (sechs Siege) gelungen. In dieser Saison ist das Glasner-Team zu Hause noch ungeschlagen, hat neben den fünf Siegen noch zwei Remis eingefahren.

In der vergangenen Saison waren die Heimspiele noch ein Problem - lediglich viermal durfte ein Dreier bejubelt werden. Auch deshalb klappte es am Ende nicht mit der direkten Europa-Quali. In diesem Jahr läuft's bedeutend besser. "Wir gehen am Vorabend nicht mehr ins Hotel", sagt Glasner schmunzelnd. "Das ist der größte Unterschied zum letzten Jahr."


VfL-Gegner Leipzig will nach der Niederlage gegen Dortmund eine erfolgreiche englische Woche hinbekommen. Heißt: Drei Punkte beim VfL, drei daheim gegen Union und drei in Mainz. Da fügt es sich, dass sich das Lazarett beim Wolfsburger Gegner lichtet. Marcel Sabitzer und Kevin Kampl können auflaufen, Justin Kluivert kehrt in den Kader zurück, Ibrahima Konaté muss sich wohl bis zum Union-Spiel gedulden.

Und da wäre noch Christopher Nkunku. Der 23-jährige Techniker hatte sich beim 3:2 gegen Manchester United am 8. Dezember eine Knöchel-Verletzung zugezogen, verpasste sechs Pflichtspiele, jetzt ist der Franzose wieder schmerzfrei. Nkunku gehört an guten Tagen zu den besten Offensivspielern der Liga. Dass ihn RB-Trainer Nagelsmann in Wolfsburg von Beginn an bringt, ist unwahrscheinlich - aber nicht unmöglich.