29. Juli 2017 / 07:35 Uhr

Dynamos Kapitän Hartmann: „Da ist Geduld gefragt“

Dynamos Kapitän Hartmann: „Da ist Geduld gefragt“

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Kapitän Marco Hartmann fühlt sich bereit für den Punktspielauftakt und wünscht sich, dass die Zuschauer das Heimteam von Beginn nach vorn peitschen.
Kapitän Marco Hartmann fühlt sich bereit für den Punktspielauftakt und wünscht sich, dass die Zuschauer das Heimteam von Beginn nach vorn peitschen. © dpa
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Die SG Dynamo Dresden startet am Sonntag daheim gegen Duisburg.

Dresden. Zebras sind die Wildpferde Afrikas: schnell, ausdauernd, kaum zähmbar. Sie können kräftig zubeißen und einem unerfahrenen Löwen mit einem Hufschlag den Kiefer brechen. Bei der Attacke auf die gestreiften Energiebündel braucht ein Rudel der Gattung Panthera Leo Teamwork und das Gespür für den richtigen Moment. Nicht viel anders verhält es sich, wenn die Dresdner Löwen am Sonntag Jagd auf die Duisburger Zebras machen. Um 15.30 Uhr bläst Dynamo gegen Aufsteiger MSV zum Angriff, aber mit leichter Beute rechnen die Schwarz-Gelben keineswegs.

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Kapitän Marco Hartmann erwartet in jedem Fall eine zähe Hetzjagd auf einen wehrhaften Gegner: „Die Erwartungen an uns sind im Umfeld hoch, aber Duisburg hat im letzten Jahr eine ganz souveräne Saison gespielt – ähnlich wie wir davor in der 3. Liga. Ich glaube, das ist eine gewachsene Mannschaft, die nicht zu viele Spieler ausgetauscht hat und ganz eklig sein wird. Sie wird nicht die Qualität der Wolfsburger haben, aber wesentlich mehr Gegenwehr und Zweikampfhärte zeigen.“ Der MSV habe sich gut verstärkt, spiele sehr diszipliniert: „Da ist Geduld gefragt.“

In Geduld üben konnte sich Hartmann in den letzten Wochen mehr, als ihm lieb war, denn nach seiner Innenbanddehnung im rechten Knie musste er individuelles Training absolvieren, anstatt sich mit der Mannschaft einzuspielen. Doch rechtzeitig zum Angriff auf die Gestreiften von der Wedau ist Dynamos Rudelführer wieder einsatzbereit. „Nach ein paar Rückschlägen in den anderthalb Wochen, wo ich es versucht habe, aber es nicht geklappt hat, verlief der Einstieg jetzt ohne größere Probleme. Ich habe mich gut gefühlt auf dem Platz.“ Seit Donnerstag steht er vollständig wieder im Mannschaftstraining: „Ich habe versucht, so schnell wie möglich wieder auf Wettkampfniveau zu kommen.“

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Trainer Uwe Neuhaus nahm es mit großer Erleichterung zur Kenntnis, dass nicht nur Hartmann, sondern bis auf Niklas Hauptmann (Adduktorenprobleme) auch alle anderen angeschlagenen Spieler wieder deutlich belastbarer sind. Wen er morgen von den Rückkehrern in die Startelf einbaut, das verriet er natürlich nicht: „Man muss immer sehen, wer war lange raus, wem fehlt die Fitness oder beim wem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er sich wieder verletzt? Innerlich glaube ich, dass ich eine Lösung gefunden habe“, sagte der 57-jährige Westfale.

Auch der Dresdner Coach rechnet fest damit, dass es nicht leicht wird, die weiß-blauen Zebras zur Strecke zu bringen: „Es wird eine Mannschaft auf uns zukommen, die sehr viel Selbstvertrauen hat, die auch eine ordentliche Vorbereitung gespielt hat, wo die Abläufe stimmen, die immer sehr kompakt auftritt. Das wird schon eine harte Nuss für uns. Ich glaube, dass wir sehr viel Geduld brauchen werden.“ Gerade im Mittelfeld dürfe man sich nicht zu viele Fehler leisten und in Konter laufen, warnte Neuhaus.

Noch einmal lehnte es der Trainer ab, jetzt schon ein Saisonziel zu formulieren. Er will erst einmal die ersten Spiele abwarten und schauen, ob Dynamo noch wie erhofft Glück auf dem Transfermarkt hat: „Ich denke, dass wir schon noch zwei Neue vertragen könnten.“ Doch erst einmal gilt seine ganze Konzentration der Auftaktpartie, die er natürlich gern mit drei Punkten beenden möchte.

Hilfe wünschen sich Trainer und Mannschaft morgen wieder vom Publikum. 28 000 Zuschauer, nur rund 500 davon aus Duisburg, werden erwartet. Die Dresdner Fans sollen der Heimelf die nötige Rückendeckung geben, um die Zebras zu stellen und zu vernaschen. Marco Hartmann erklärte: „Ich erwarte von den Leuten, die hier herkommen, dass sie wie wir alles raushauen und die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Sekunde unterstützen.“ Tun sie das in gewohnt lautstarker Weise, sollte die Treibjagd zum Erfolg führen.