08. November 2019 / 20:28 Uhr

Dynamo Dresden atmet durch: 1:0-Heimsieg im Kellerduell gegen Wehen!

Dynamo Dresden atmet durch: 1:0-Heimsieg im Kellerduell gegen Wehen!

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Sieg vor heimischer Kulisse! Im Kellerduell gegen Wehen Wiesbaden setzt sich Dynamo Dresden durch.
Sieg vor heimischer Kulisse! Im Kellerduell gegen Wehen Wiesbaden setzt sich Dynamo Dresden durch.
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Endlich ist der Bann gebrochen – Dynamo Dresden lebt noch! Die SGD hat nach fünf Niederlagen in Serie erstmals wieder gewonnen.

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Dresden. Gegen den SV Wehen Wiesbaden hieß es am Freitagabend im hochwichtigen Kellerduell in der 2. Fußball-Bundesliga letztlich knapp, aber verdient 1:0 (1:0). Mann des Abends war Alexander Jeremejeff, der eine schöne Vorarbeit von Moussa Koné kurz vor der Pause zum Goldenen Tor veredelte (41.). Dynamo hat den Wiesbadenern die Rote Laterne mitgegeben und ist nun kein Schlusslicht mehr, sondern nur noch Vorletzter. Und siehe da: Der Abstand zum Tabellenachten FC St. Pauli, der sich ebenfalls am Freitagabend 1:1 vom VfL Bochum trennte, beträgt plötzlich nur noch drei Punkte. Die Schwarz-Gelben haben den Anschluss an zuvor platzierten Teams wiederhergestellt.

SGD-Trainer Cristian Fiel veränderte seine Mannschaft im Vergleich zur 1:3-Auswärtsniederlage beim VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende auf drei Positionen. Chris Löwe sowie die nach ihren Sperren wieder einsetzbaren Patrick Ebert und Niklas Kreuzer ersetzten Patrick Möschl, Dzenis Burnic und Marco Hartmann. Trotz des Fehlens des Dresdner Kapitäns war es eine überdurchschnittlich erfahrene Anfangself der SGD – die älteste seit fünf Jahren. Zwar kamen zum Kellerduell so wenige Fans wie lange nicht ins Rudolf-Harbig-Stadion. Doch jene 25444 Zuschauer, die da waren, wussten, was die Stunde geschlagen hat. Der K-Block kochte schon eine halbe Stunde vor Anpfiff, feuerte die Schwarz-Gelben schon beim Warmmachen an – im wahrsten Sinne, denn Bengalofackeln erleuchteten die Kurve.

Auf die Mannschaft schien der Funke übergesprungen zu sein. Nervös wirkten die Dresdner nicht, aber sie agierten druckvoll, weil sie nach fünf Punktspielniederlagen in Serie unbedingt drei Zähler brauchten. Torchancen sprangen dabei in der Anfangsviertelstunde allerdings nicht heraus. Die Partie spielte sich weitgehend im Mittelfeld ab, die SGD war dabei zu mehr als zwei Dritteln im Ballbesitz. Nur die entscheidende Schussposition fand sich nicht. Als Wehens Niklas Dams in der 20. Minute Baris Atik bei der Ballannahme im Strafraum zu Fall brachte, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Martin Petersen berechtigterweise stumm – zu wenig für einen Foulelfmeter. Beim nächsten Foul an Atik, diesmal durch Jakov Medic, zückte der Unparteiische zwar keine durchaus vertretbare Gelbe Karte, bat aber zum Freistoß. Den brachte Niklas Kreuzer auf Jannis Nikolaou, doch der Deutsch-Grieche traf bei seiner Volley-Abnahme den Ball nicht richtig und der Winkel war zu spitz. Lukas Watkowiak im Tor der Hessen hatte keine Mühe (24.).

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Heimsieg! Dynamo Dresden gewinnt das Kellerduell gegen Wehen Wiesbaden mit 1:0. Zur Galerie
Heimsieg! Dynamo Dresden gewinnt das Kellerduell gegen Wehen Wiesbaden mit 1:0. © Dennis Hetzschold
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Erste Halbzeitführung der Saison

Richtig kurios wurde es dann in der nächsten Szene. Bei einem Dynamo-Angriff flankte Alexander Jeremejeff, doch der Ball war knapp im Aus. Das hatte das Unparteiischen-Trio jedoch übersehen, der Spiel lief weiter und ein gefährlicher Konter der Hessen entwickelte sich – letztlich der erste schöne Vorstoß in dieser Begegnung überhaupt. Kapitän Manuel Schäffler bekam den Ball schön in den Lauf gespielt, legte sich den Ball auf links und ließ damit Chris Löwe und Brian Hamalainen aussteigen – und er zog trocken zum vermeintlichen 0:1 ins rechte Eck ab (26.). Kevin Broll im Dresdner Tor war ohne Chance. Entsetzen bei den Dynamos, der SV Wehen jubelte – doch nur kurz. Denn Schiedsrichter Petersen bekam einen Hinweis von seinem Video-Assistenten Florian Heft aus Köln und überprüfte das Zustandekommen des Treffers. Dabei sah er, dass das Spielgerät zuvor auf der Gegenseite im Toraus war, nahm den Treffer nach einer reichlichen Minute zurück und entschied auf Abstoß für die Wiesbadener – Glück für Dynamo. Und SVWW-Coach Rüdiger Rehm konnte es nicht fassen.

Die Gäste schüttelten sich kurz, kamen dann aber zu einer Schusschance durch Jeremias Lorch, die Broll im Nachfassen parieren konnte (36.). Bei ihrem nächsten Angriff verlor Tobias Schwede jedoch den Ball und diesmal konterte Dynamo. Moussa Koné marschierte auf dem rechten Flügel, setzte sich gegen Medic durch und flankte an den kurzen Pfosten. Dort lief Sturmpartner Jeremejeff goldrichtig ein und war den Bruchteil einer Sekunde eher als Schlussmann Watkowiak, der den Ball folglich nicht zu fassen bekam – der kullerte an ihm vorbei zum umjubelten 1:0 für die SGD (41.). Sascha Mockenhaupt kam zu spät. Diesmal konnte Cristian Fiel kurz durchatmen. Kurz darauf aber rummste es – neben Watkowiak explodierte ein Böller, der aus dem K-Block geflogen kam. Watkowiak erschrak, hielt sich das Ohr. Und ein wütender Kevin Broll kam angerannt, entschuldigte sich bei seinem Torwartkollegen und geigte den eigenen Fans die Meinung.

Infolge der Behandlungspause für Wehens Keeper, der weitermachen konnte – bei Wiesbaden saß wegen einer Verletzungsmisere bei den Schlussmännern der reaktivierte Torwarttrainer Marjan Petkovic als Ersatzhüter auf der Bank –, gab es vier Minuten Nachspielzeit. Und wieder musste Fiel zittern. Denn der Videoassistent überprüfte ein fragliches Handspiel von Patrick Ebert im eigenen Sechzehner, kam aber zu einem eindeutigen Urteil: kein Handspiel, weiter ging’s. Kurz darauf war dann jedoch Halbzeitpause. Die Dynamos hatten wie schon in der Vorwoche bei Moussa Konés 1:2-Anschlusstreffer per Elfmeter in Stuttgart von einem Videobeweis profitiert, führten zumindest nach Spielanteilen aber verdient. Erstaunlich, aber irgendwo auch erschreckend: Es war im 13. Punktspiel dieser Saison erst die erste Dresdner Halbzeitpausenführung.

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Broll ohne Gegentor

Dennoch hatten die Schwarz-Gelben verständlicherweise Gefallen daran gefunden und wollten den Vorsprung gleich nach Wiederanpfiff ausbauen. Doch Jeremejeffs zu zentraler Schuss von halbrechts war kein Problem für Watkowiak (47.). Die nächste Dresdner Großchance hätte dann allerdings auch das 2:0 sein müssen. Nach überraschendem wie genialem Hackenpass von Patrick Ebert spurtete Moussa Koné völlig frei auf Watkowiak zu. Der Senegalese probierte es selbst, aber viel zu schwach. Wieder hielt Watkowiak. Ein simpler Pass auf den rechts neben ihm ebenfalls frei eingelaufenen Alexander Jeremejeff wäre die wesentlich erfolgversprechendere Option gewesen (53.). Wehen war nun im Zugzwang und stand hinten etwas offener als im ersten Durchgang – Dynamo machte aber bislang nichts daraus.

Nach 65 Minuten dann gleich zweimal Aufregung im SVWW-Strafraum: Erst sprang Kapitän Schäffler beim Klärungsversuch der Ball vom Knie leicht an die eigene Hand, bei der zweiten Angriffswelle der Dresdner kam Baris Atik im Zweikampf mit Sascha Mockenhaupt zu Fall – doch in beiden Fällen blieb der Strafstoßpfiff aus. Kurz darauf war dann Feierabend für Routinier Chris Löwe, für den der junge Max Kulke, der am Sonntag seinen 19. Geburtstag feierte, ins Spiel kam (66.). Nach seinen Auftritten auswärts in der Vorsaison in Darmstadt und vergangene Woche in Stuttgart war es Kulkes Debüt vor heimischem Publikum im Harbig-Stadion. Das Spiel hatte Dynamo in dieser Phase voll im Griff, schlug aber weiter kein Kapital daraus. Abwehrhüne Florian Ballas kam zwar nach einem Freistoß von Kapitän Niklas Kreuzer zu einem Kopfball, doch der Ball setzte so ungünstig auf, dass Moussa Koné darunter hindurchsprang, und flog ins Aus (69.).

Von Wiesbaden kam angesichts des Rückstands zu wenig. Und Cristian Fiel wollte die Dresdner Übermacht im Mittelfeld weiter festigen. Torschütze Jeremejeff verließ die Partie, René Klingenburg kam (74.) und Moussa Koné war nun Einzelkämpfer im Sturmzentrum. Für die letzten Minuten verstärkte dann noch der lange Marco Hartmann das Zentrum und übernahm zugleich die Binde vom dafür ausgewechselten Niklas Kreuzer (83.). Fast hätte Koné doch noch für das 2:0 gesorgt, als er durch Watkowiaks Beine hindurch ins Tor traf, doch zuvor hatte er knapp im Abseits gestanden (89.). Eine knappe Minute später hatte auch Ebert seine Chance, fand aber in Watkowiak seinen Meister (90.). Wiesbaden probierte es dann in der vierminütigen Nachspielzeit doch nochmal nach vorn. In der Vorwoche war den Hessen schließlich der 1:1-Ausgleich in der 91. Minute beim Hamburger SV gelungen. Doch dies sollte sich diesmal nicht wiederholen. Kevin Broll blieb erstmals seit dem 0:0 gegen Darmstadt am dritten Spieltag wieder ohne Gegentor. Und die SGD atmete tief durch und holt superwichtige drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg.

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