30. April 2022 / 15:36 Uhr

Dynamo Dresden auf Kurs Relegation: Nur 1:1 gegen Regensburg

Dynamo Dresden auf Kurs Relegation: Nur 1:1 gegen Regensburg

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Ein Spiel der Zweikämpfe: Dynamo Dresdens Patrick Weihrauch (l) gegen Regensburgs Erik Wekesser. © dpa
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Die Schwarz-Gelben gehen durch einen Gegentor kurz vor Schluss den Sieg noch aus der Hand. Nun schaut die Sportgemeinschaft auf das Abendspiel von Aue. Gewinnen die Erzgebirger nicht, spielt die SGD in der Relegation.

Dresden. Dynamo Dresden kann den direkten Klassenerhalt nicht mehr schaffen. Die Schwarz-Gelben trennten sich am Sonnabend vor 20376 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion mit einem 1:1 (0:0) von Jahn Regensburg – es war das 15. sieglose Spiel in Serie. Nun sind es bei zwei noch ausstehenden Spielen sieben Punkte Rückstand auf den Tabellen-15. der 2. Bundesliga, den Sandhausen.

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Capretti verändert Startelf auf vier Positionen

Am Abend gastiert Erzgebirge Aue beim SV Darmstadt und kann mit einem Auswärtssieg den Rückstand auf Dynamo auf fünf Punkte verkürzen. „SGD, wir sind da jedes Spiel, ist doch klar. Dritte Liga tut schon weh, scheißegal, oh SGD“, sangen die Fans im K-Block in Dauerschleife. Eine böse Vorahnung? Noch haben die Dresdner aber die wesentlich besseren Karten für die Relegation.

JETZT Durchklicken: Die Bilder zum 1:1 Unentschieden!

Wieder kein Sieg: Die SG Dynamo Dresden kommt gegen den SSV Jahn Regensburg in einer Partie mit nur wenigen Höhepunkten nicht über ein 1:1 hinaus. Zur Galerie
Wieder kein Sieg: Die SG Dynamo Dresden kommt gegen den SSV Jahn Regensburg in einer Partie mit nur wenigen Höhepunkten nicht über ein 1:1 hinaus. ©

Chefcoach Guerino Capretti änderte seine Anfangsformation im Vergleich zum 2:2 der Vorwoche in Düsseldorf auf vier Positionen. Michael Akoto nach abgesessener Gelbsperre, Paul Will, Agyemang Diawusie und Ransford-Yeboah Königsdörffer verdrängten Morris Schröter, Yannick Stark, Julius Kade und Brandon Borrello auf die Bank.

Akoto trifft nur die Latte

Die Sportgemeinschaft wollte es sofort wissen und spielte gemäß der Ankündigung des Trainers gleich mutig mit. Nach Diawusies Flanke wehrte Gimber genau vor die Füße von Michael Akoto ab. Und der nahm den Ball volley – Jahn-Torwart Kirschbaum lenkte den scharfen Ball an die Latte. Das schepperte! Doch die Chance zur frühen Führung war vertan (6.).

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Danach ließen sich die Dynamos wieder zunehmend ihren Rucksack anmerken, von dem der Trainer im Vorfeld gesprochen hatte. Es gab wenig gelungene Aktionen nach vorn, stattdessen viel Klein-Kleinim Mittelfeld. Zwar schlugen die Außenbahnspieler Agyemang Diawusie und Guram Giorbelidze weiter Flanken, fanden aber fast nie ihr Ziel in Person von Christoph Daferner.

Partie verflacht immer mehr

Ein Beleg dafür war der schlecht ausgespielte Überzahlkonter, als Giorbelidze in den Rückraum auf Diawusie flankte, dessen Hereingabe dann verpuffte (11.). Das Spiel verflachte, auch weil die Oberpfälzer das Dresdner Konzept schnell entschlüsselt hatten, die Räume nun enger machten und hinten besser standen. Damit neutralisierten sich beide Mannschaften, das Spiel verflachte.

Deshalb gingen beide Teams zu Abschlussversuchen aus der Distanz über, die aber weit daneben gingen – zum Beispiel bei Paul Will in der 33. Minute. Gefährlich fürs Regensburger Gehäuse wurde es nur noch mal zehn Minuten später nach einem Eckball, als Gimber einen Schuss von Akoto blockte. Die wesentlichen Statistiken waren zur Pause ausgeglichen, Kevin Broll nahezu arbeitslos.

DURCHSCROLLEN: Die Noten zum Spiel

(1) Kevin Broll: Hat im ersten Durchgang nur mäßig zu tun, da Regensburg nicht zu zwingenden Chancen kommt und seine Vordermänner ihren Job ordentlich erledigen. Ähnliches Bild auch nach dem Seitenwechsel: Von Regensburg geht keine große Gefahr aus, Dynamos Hüter daher mit einem eher ruhigen Arbeitstag. Beim 1:1 durch Albers in der 88. Minute ohne Aktie am Treffer. Note: 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Hat im ersten Durchgang nur mäßig zu tun, da Regensburg nicht zu zwingenden Chancen kommt und seine Vordermänner ihren Job ordentlich erledigen. Ähnliches Bild auch nach dem Seitenwechsel: Von Regensburg geht keine große Gefahr aus, Dynamos Hüter daher mit einem eher ruhigen Arbeitstag. Beim 1:1 durch Albers in der 88. Minute ohne Aktie am Treffer. Note: 3 ©

Nach dem Seitenwechsel kamen beide Teams zunächst unverändert aufs Feld. Die Gästeelf von Trainer Mersad Selimbegovic wirkte im Vergleich zu vorangegangenen Partien aber ebenso wie die SGD irgendwie gehemmt. Phasenweise konnte man meinen, beide Truppen hätten sich im Vorfeld auf ein torloses Remis geeinigt. Und das reichte nur dem Jahn und war für Dynamo viel zu wenig!

Daferner nutzt eine der ganz wenigen Möglichkeiten zum Führungstreffer

Dann plötzlich die Gäste: Nach einem weiten Ball ließ Shipnoski Knipping ins Leere laufen, sein Schussfreistehend vorm Tor ging aber knapp links vorbei (59.). Das hätte das 0:1 aus Dresdner Sicht sein müssen. Doch es blieb zunächst weiterhin torlos. Auf beiden Seiten herrschte weiterhin viel Ideenlosigkeit, speziell den Hausherren mangelte es an Mut.​

Und plötzlich war sie dann doch da, die eine Szene: Akoto luchste Gimber in der Mitte den Ball ab und über Will und Diawusie ging die Post ab. Nun endlich kam mal eine Flanke zu Christoph Daferner, der den Ball annahm und aus der Drehung humorlos und zielgenau ins linke untere Eck einnetzte. Das 13. Saisontor des Topstürmers war eine Erlösung für Dynamo.


DURCHSCROLLEN: Die Stimmen zum Spiel

Christoph Daferner (SG Dynamo Dresden): Wir hätten das 2:0 nachlegen können. Ich glaube, dann wäre der Deckel drauf gewesen. Ich hatte aber trotzdem das Gefühl, dass wir hinten gut standen und das 1:0 über die Zeit bringen. Aber dann hat Regensburg eine Aktion gereicht, um noch das 1:1 zu machen. Das ist unfassbar bitter. Es ist auch gerade nicht leicht, Worte zu finden. Wir hätten es uns heute einfach verdient, dass wir das Spiel gewinnen. Es ist einfach unfassbar bitter, dass wir das heute nicht geschafft haben. Ich kann den Unmut und die Kritik auch verstehen, aber heute kann man der Mannschaft eigentlich nichts vorwerfen. Man merkt einfach den Rucksack, den wir aufhaben. Aber jetzt müssen wir uns einfach schütteln und in Karlsruhe endlich mal einen Sieg holen. Zur Galerie
Christoph Daferner (SG Dynamo Dresden): "Wir hätten das 2:0 nachlegen können. Ich glaube, dann wäre der Deckel drauf gewesen. Ich hatte aber trotzdem das Gefühl, dass wir hinten gut standen und das 1:0 über die Zeit bringen. Aber dann hat Regensburg eine Aktion gereicht, um noch das 1:1 zu machen. Das ist unfassbar bitter. Es ist auch gerade nicht leicht, Worte zu finden. Wir hätten es uns heute einfach verdient, dass wir das Spiel gewinnen. Es ist einfach unfassbar bitter, dass wir das heute nicht geschafft haben. Ich kann den Unmut und die Kritik auch verstehen, aber heute kann man der Mannschaft eigentlich nichts vorwerfen. Man merkt einfach den Rucksack, den wir aufhaben. Aber jetzt müssen wir uns einfach schütteln und in Karlsruhe endlich mal einen Sieg holen. ©

Und für das ganze Spiel. Denn nun waren die Gäste in Zugzwang, denn sie wussten: Ohne Punkt in Dresden sind sie noch nicht endgültig vorm Absturz auf den Relegationsplatz sicher. Zunächst kam bei Dynamo Batista-Meier für den insgesamt zu blassen Patrick Weihrauch (74.). Regensburg ging nun mehr Risiko und bot Dynamo Räume. Königsdörffer aber nutzte sie nicht, weil er beim Überzahlkonter zwar ins Tor traf, zuvor aber beim Pass von Diawusie im Abseits stand (79.).

Albers dämpft die Dresdner Euphorie

Nun setzte Selimbegovic alles auf eine Karte, brachte drei neue Akteure. Bei der SGD kamen in der 82. Minute Drchal für Torschütze Daferner und Stark für Akoto. Dann aber die kalte Dusche: Stürmer Andreas Albers kam erstmals in der gefährlichen Zone ans Spielgerät. Tim Knipping war bei Gimbers Flanke etwas zu spät und hatte beim Kopfball des Dänen das Nachsehen. Ausgleich in der 88. Minute!

Was hatte Dynamo nach diesem späten Tiefschlag noch entgegenzusetzen? Nicht viel. Da war er wieder, der Rucksack. Nach dreiminütiger Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Tobias Stieler ab. Jahn Regensburg ergatterte den erhofften Punkt an der Elbe und rettete sich damit in die sichere Zone. Für Dynamo ist damit klar: Der direkte Klassenerhalt ist futsch.

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