23. März 2020 / 08:14 Uhr

Dynamo Dresden auf Sparflamme

Dynamo Dresden auf Sparflamme

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo Trainingsgelände, Großer Garten.
Weder das Rudolf-Harbig-Stadion noch das Trainingsgelände im Großen Garten darf zum Trainieren genutzt werden. Nur ein paar gelbe Dummys dürfen derzeit den Trainingsplatz bevölkern. © Steffen Manig
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Für die Spieler der SG Dynamo Dresden sind Mannschaftstraining und Zweikämpfe tabu. Die Zweitliga-Profis dürfen weiterhin nicht gemeinsam trainieren. Seitens der SGD-Spieler kommt Unterstützung für den Verein. Sie spenden einen Teil ihres Gehalts.

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Dresden. Untersagt sind Ansammlungen, bei denen es zu einer Begegnung von Menschen kommt – explizit verboten sind auch Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sporteinrichtungen sowie der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen. Klar, dass die jüngste Allgemeinverfügung des sächsischen Sozialministeriums zu Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie der SG Dynamo Dresden das Mannschaftstraining – mehr als 20 Spieler mit nahem Körperkontakt bei Zweikämpfen – unmöglich macht.

„Wir haben unsere Spieler darüber informiert, dass das individuelle Training bis auf Weiteres verlängert werden muss. Wir dürfen aufgrund der aktuell gültigen Verfügungen kein Mannschaftstraining anbieten“, sagte Sport-Geschäftsführer Ralf Minge. Die Zweitliga-Profis der Schwarz-Gelben trainieren ohnehin seit dem 13. März individuell, da sie weder das Rudolf-Harbig-Stadion noch das Trainingsgelände im Großen Garten nutzen dürfen. Und das zunächst bis zum 20. April, also noch mindestens vier Wochen.

DURCHKLICKEN: Individuelles Training bei Dynamo

Torwart Kevin Broll bereitet sich an seinem Auto für eine Runde Joggen vor. Zur Galerie
Torwart Kevin Broll bereitet sich an seinem Auto für eine Runde Joggen vor. ©

„Es ist derzeit für uns nicht absehbar, wann das nächste Mannschaftstraining in Dresden stattfinden wird. Sobald wir die Freigabe von den Behörden in Sachsen erhalten, starten wir wieder gemeinsam mit dem Teamtraining. Bis dahin dürfen die Spieler frei entscheiden, an welchem Ort sie die Aufgaben der individuellen Trainingspläne erledigen“, berichtete Ralf Minge.

Aktuell gibt es laut Beschluss der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zumindest bis 2. April keinen Spielbetrieb in den beiden obersten deutschen Fußballligen. In einer Woche wollen deren 36 Vereine entscheiden, ob die Pause verlängert wird – und dies ist im Prinzip sicher, da ohne vorheriges Mannschaftstraining nicht gespielt werden kann.

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Einander helfen

Um zumindest die wirtschaftlichen Folgen innerhalb des Vereins etwas aufzufangen, verzichten die SGD-Profis, der Trainerstab um Chefcoach Markus Kauczinski sowie die Geschäftsführer Michael Born und Ralf Minge bis 30. Juni 2020 auf insgesamt mehr als 300 000 Euro ihres Gehaltes. Der größte Teil davon fließt als finanzielle Unterstützung an Mitarbeiter des Vereins, die sich derzeit in Kurzarbeit befinden. Zudem werden 50 000 Euro der Gesamtsumme für soziale Zwecke gespendet, die von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind. Die bei einer Telefonkonferenz getroffene Entscheidung teilte Dynamo am Wochenende mit.

„Ich habe bei den Gesprächen mit unseren Spielern eine hohe Bereitschaft gespürt, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern helfen zu wollen, die durch die Corona-Krise unverschuldet persönliche Einschnitte zu verkraften haben“, erklärte Ralf Minge. „Der gesamte Trainerstab und alle Lizenzspieler haben sich schnell dazu bereit erklärt, sich in dieser Ausnahmesituation durch den freiwilligen Verzicht auf Teile ihres Gehaltes solidarisch zu zeigen. Dieses Verantwortungsbewusstsein zeigt mir, dass die Werte unseres Vereins auch und erst recht in der Not von jedem mitgetragen werden. Wir helfen einander, gerade dann, wenn es darauf ankommt“, so Minge weiter.