10. Mai 2021 / 19:24 Uhr

Dynamo Dresden empfängt Bischofswerda im Pokal mit einigen Drittliga-Kickern

Dynamo Dresden empfängt Bischofswerda im Pokal mit einigen Drittliga-Kickern

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo Dresdens Marvin Stefaniak während der Drittliga-Partie gegen den Halleschen FC am 12. Dezember 2020.
Dynamo Dresdens Marvin Stefaniak steht bei dem Sachsenpokal-Spiel gegen die Schiebocker im Kader. © Karina Hessland-Wissel/Getty Images for DFB
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Im Sachsenpokalspiel gegen den Bischofswerdaer FV schonen die Schwarz-Gelben am Mittwochabend zwar einen Großteil ihres Profikaders. Dennoch ist SGD-Chefcoach Alexander Schmidt weit davon entfernt, das Viertelfinale gegen die Elf seines Namensvetters und Trainerkollegen Erik Schmidt einfach herzuschenken.

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Dresden. In Corona-Zeiten ist alles anders, auch im Sachsenpokal. Die kleineren Vereine haben sich mehr oder weniger selbst von der Teilnahme ausgeschlossen, die sieben Dritt- und Viertligisten aus dem Freistaat spielen den Sieger unter sich aus. Und erstmals wissen die Profis von Dynamo Dresden schon vor ihrem ersten Sachsenpokalspiel der Saison, dass sie bereits für den DFB-Pokal qualifiziert sind. Das ist der Fall, seit am 5. Mai der 1. FC Saarbrücken mit 0:3 gegen Magdeburg verlor und die Sportgemeinschaft dadurch nicht mehr von einem der ersten vier Plätze in der 3. Liga zu verdrängen ist, die kommende Spielzeit zur Teilnahme an dem bundesweiten Pokalwettbewerb berechtigen.

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Zudem liegt bei der Dresdner Mannschaft der Fokus bekanntermaßen vor allem auf dem nächsten Punktspiel gegen Türkgücü München, bei dem sie mit einem Sieg den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga perfekt machen könnte. Welche Bedeutung hat das Sachsenpokal-Viertelfinale am Mittwoch (18 Uhr) gegen Regionalligist Bischofswerdaer FV vor diesem Hintergrund überhaupt noch für die Schwarz-Gelben? „Wir werden das Spiel ganz normal ernst nehmen wie ein Punktspiel und dementsprechend auch eine gute Mannschaft auf dem Platz haben“, kündigt SGD-Cheftrainer Alexander Schmidt schon mal an.

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Dynamo Dresden kommt nach dem 2:0-Erfolg gegen Viktoria Köln dem Ziel Aufstieg immer näher. Zur Galerie
Dynamo Dresden kommt nach dem 2:0-Erfolg gegen Viktoria Köln dem Ziel Aufstieg immer näher. ©

„Wir haben zahlreiche Spieler, die Spielpraxis brauchen – die in den letzten Wochen nicht so die Spielminuten gehabt haben oder die aus einer Quarantäne oder einer Verletzung zurückkamen“, sagt der 52-Jährige, um anschließend auch schon recht detailliert preiszugeben, wer im Dresdner Kader stehen wird. Aus der ersten Riege des Profiteams fielen die Namen Jonathan Meier (überstandener Muskelfaserriss), Julius Kade (wieder fit nach Muskelverhärtung), Marvin Stefaniak, Niklas Kreuzer (beide zuletzt wenig Einsatzzeit), Ransford Königsdörffer und Pascal Sohm (beide nach überstandener Corona-Infektion). Wer am Sonnabend beim 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln durchgespielt hat, fehlt aus Gründen der Belastungssteuerung.



Anschluss an die erste Elf

Zum Einsatz kommen dagegen auch Spieler aus der zweiten Reihe wie Max Großer, Justin Löwe, Max Kulke und Jonas Kühn. Die übrigen Kaderplätze werden mit Talenten aus der U19-Bundesligamannschaft aufgefüllt – die wollen sich für die 3:4-Testspielniederlage rehabilitieren, die die A-Junioren vor zwei Monaten gegen Schiebock erlitt. Und im Tor baut Alexander Schmidt auf Kevin Brolls Ersatzmann Stefan Kiefer. „Er muss bereit sein, darum spielt er auch. Wir haben vollstes Vertrauen in ihn, er trainiert sehr gut. Wenn dem Kevin was passieren sollte, ist gut, wenn ,Kiefi‘ ein bisschen Spielpraxis hätte“, erklärt der Cheftrainer.

Paul Will hingegen, der gegen die Kölner schon nach einer knappen Stunde ausgewechselt wurde und am nächsten Sonnabend aufgrund einer Sperre nach seiner fünften Gelben Karte fehlt, wird auch am Mittwoch nicht dabei sein. „Weil er viel gespielt und vollen Einsatz gezeigt hat. Er musste rausgehen, weil er bis an die Leistungsgrenze gelaufen ist. Wir wollen die Zeit nutzen, dass wir ihn vollständig regenerieren. Er braucht keine Spielpraxis, die Woche tut ihm gut zum Durchschnaufen“, begründet Schmidt. Die Partie sei für jene wichtiger, die Anschluss an die erste Elf suchen.

Dabei sei sie viel wertvoller als ein Trainingsspiel, weiß der Chefcoach: „Wir haben es am Wochenende bei Königsdörffer gesehen: Er hat gut trainiert und sich frisch gefühlt, aber ein Spiel ist dann doch was anderes.“ Dem Dresdner Talent war in seinem ersten Spiel nach der Covid-19-Erkrankung nach einer knappen halben Stunde die Puste ausgegangen. „Ihm geht es wieder gut, von Tag zu Tag besser. Dass wir ihn von Beginn an gebracht haben, war wichtig. Dann das Pokalspiel, da kommt er immer besser rein. Dann sieht die Welt für ihn am Samstag schon wieder ganz anders aus“, geht Schmidt davon aus, dass der 19-Jährige schnell wieder seinen Rhythmus findet.

Nichts zu verschenken

Apropos: Den müssen auch die Schiebocker finden. Anfang November bestritt der BFV sein letztes Pflichtspiel, die Saison in der vierten Liga wurde mittlerweile abgebrochen. Nun muss der Regionalligist mit Freundschaftsspielen versuchen, wettkampftauglich zu werden – eine Mammutaufgabe, erst recht vorm Duell gegen ein Drittliga-Topteam. Nominell wäre Bischofswerda der Gastgeber der Begegnung gewesen, hat aber sein Heimrecht abgegeben, auch weil der Aufwand dafür in Pandemiezeiten zu groß gewesen wäre. Mit einem 1:0-Sieg gegen Luckenwalde und einem 0:0 beim Regionalliga-Topteam Energie Cottbus machte die Elf von Trainer Erik Schmidt zuletzt von sich reden.

Für ihn wäre es bei einem Ausscheiden nach acht Jahren das letzte Pflichtspiel als Bischofswerdas Chefcoach. Halten Dynamos Schmidt und seine Mannen also ein Abschiedsgeschenk für seinen Namensvetter bereit und lassen ihn in die nächste Runde einziehen? „Nein, das wollen wir nicht machen. Entsprechend auch unsere Aufstellung. Geschenke haben wir nicht zu verteilen. Das wäre auch sportlich nicht korrekt, wenn wir sagen, wir treten nur mit Jugendspielern an.“ Zieht Dynamo in die nächste Runde ein, würde man im Halbfinale auf Lok Leipzig treffen. Einen Termin gibt es noch nicht – klar ist nur, dass bereits am 29. Mai das Finale gespielt werden soll. Den möglichen Gegner dort kennt Dynamo ebenfalls schon vor Anpfiff: Am Mittwoch um 15 Uhr steigt das Halbfinale zwischen dem Chemnitzer FC und dem FSV Zwickau.

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„Das sind alles gute Mannschaften. Aber wir machen jetzt erst mal unsere Hausaufgaben bestmöglich, dann ist mir egal, gegen wen wir spielen“, sagt der SGD-Trainer, der den BFV noch nicht näher kennengelernt hat. Natürlich sei ihm aber der Name ein Begriff gewesen, da er die deutschen Regionalligen verfolge: „Gehört habe ich schon von Bischofswerda, aber es ist nicht so, dass ich mich extrem damit befasst habe, weil ich sehr viel mit Samstag im Kopf habe. Beim Spiel gegen Bischofswerda schaue ich eher auf meine Jungs, aber natürlich respektieren wir den Gegner. Der wird sehr motiviert sein, davon gehe ich aus. Ist ja klar, wenn es gegen Dynamo Dresden geht“, so Alexander Schmidt.

Dass ein mögliches Pokalaus gegen die Schiebocker negative Auswirkungen auf die letzten beiden Punktspiele haben würde, erwartet der Dynamo-Trainer übrigens nicht. „Nein, ich glaube, dass es keine Niederlage gibt. Wir nehmen das ernst, aber haben die Sicherheit, dass wir für den DFB-Pokal schon qualifiziert sind. Von daher können wir das Spiel ohne Druck angehen. Falls der Gegner viel besser sein sollte als wir, muss man das akzeptieren. Aber ich vertraue meinen Jungs und glaube, dass sie einfach mit Spaß, Spielfreude und Siegeswillen in das Spiel reingehen.“