14. Februar 2020 / 08:43 Uhr

Dynamo Dresden erhofft sich einen Sieg auf dem Kiez von St. Pauli

Dynamo Dresden erhofft sich einen Sieg auf dem Kiez von St. Pauli

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dresdens Cheftrainer Markus Kauczinski;
SG Dynamo Dresden - SV Darmstadt 98; Fußball; 2. Liga; Saison 2019/2020; 21. Spieltag; Rudolf-Harbig-Stadion; Dresden; 07. Februar 2020; Foto: Dennis Hetzschold
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski blickt mit Vorfreude auf das heutige Duell mit seinem Ex-Verein FC St. Pauli. © Dennis Hetzschold
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Der SG Dynamo Dresden trifft am Freitagabend im Kellerduell auf den FC St. Pauli. Das Spiel bietet für Cheftrainer Markus Kauczinski eine besondere Konstellation.

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Dresden. Schon 46 Wochen liegt Dynamo Dresdens letzter Auswärtssieg in der 2. Fußball-Bundesliga zurück. An diesem Freitag starten die Schwarz-Gelben um 18.30 Uhr den nächsten Versuch, diese Negativserie zu beenden. Rund 2000 SGD-Fans unter den insgesamt über 29 000 erwarteten Zuschauern im Hamburger Millerntor-Stadion werden ihre Mannschaft gegen den FC St. Pauli anfeuern, wenn es um wertvolle Punkte im Kampf gegen den Abstieg geht.

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17. August 2003: Christian Fröhlich und Ranislav Jovanovic bei den Dynamo-Fans im Stadion am Millerntor in Hamburg. Zur Galerie
17. August 2003: Christian Fröhlich und Ranislav Jovanovic bei den Dynamo-Fans im Stadion am Millerntor in Hamburg. ©

Dresdens Trainer Markus Kauczinski ist vor der erstmaligen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte – er war bis April 2019 Pauli-Coach – guten Mutes trotz Heimstärke der Hansestädter: „Wir sind in der Lage, auswärts zu überraschen, haben in Heidenheim ein gutes Spiel gemacht“, erinnert er ans 0:0 bei den favorisierten Schwaben vor zwei Wochen. Werde daran angeknüpft, sei am Millerntor ein Sieg drin, zumal die Gastgeber drei Tage weniger Zeit hatten als Dynamo, ihre jüngste Niederlage zu verdauen.

Lehren aus Spiel gegen Kiel gezogen

Am Montag hatte St. Pauli 1:2 in Kiel verloren, Dynamo bereits vergangene Woche Freitag daheim 2:3 gegen den SV Darmstadt. Beherrschendes Thema in den vergangenen Tagen war der Protest, den die Schwarz-Gelben wegen einer mutmaßlichen Schiedsrichter-Fehlentscheidung gegen die Spielwertung eingelegt haben. „Wichtig war, dass der Verein ein Zeichen gesetzt hat und gesagt hat, wir wollen das so nicht hinnehmen. Aber letzten Endes glaube ich nicht, dass irgendwas Zählbares für uns rauskommt“, blickt Markus Kauczinski noch mal zurück. Seine Mannschaft habe aus der Niederlage ihre Lehren gezogen und das Spiel abgehakt.

Aber wer weiß: Vielleicht klappt es ja gerade nach dem Rückschlag mit dem lang ersehnten ersten Auswärtssieg der Dresdner in Hamburg. Im Kellerduell geht es gegen den derzeit Viertletzten, den Dynamo noch tiefer in den Abstiegsschlamassel ziehen könnte. Kauczinski ist das herzlich egal: „Wir müssen gewinnen, egal wo, und auch in der Lage dazu sein, gegen Spitzenteams zu punkten. Ich glaube, wir haben das Zeug dazu. Ich spüre das. Wir wissen, dass wir liefern müssen“, gibt er sich vorab kämpferisch.

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Übrigens steht Kauczinski mit Jos Luhukay sein eigener Nachfolger als Pauli-Coach gegenüber. Und sein Insiderwissen als Ex-Trainer der Kiezkicker helfe ihm natürlich ein bisschen bei der Vorbereitung. Er war es übrigens auch, der Ex-Dynamo Rico Benatelli 2019 ans Millerntor lockte, um mit ihm sein Team zu verstärken. Nun hat er den laufstarken Mittelfeldmann aber schon wieder gegen sich. In Erinnerungen schwelgen will Kauczinski dennoch nicht lange – und nachtreten gegen seinen Ex-Verein nach seiner damaligen Beurlaubung trotz des immerhin sechsten Tabellenplatzes schon gleich gar nicht: „Ich bin hier Trainer mit Leib und Seele, das macht total Spaß. Es war eine schöne Zeit in St. Pauli, es hat Spaß gemacht, dort zu arbeiten. Es war ein gutes Team. Aber jede Zeit ist irgendwann zu Ende und dann geht’s weiter.“

Er sei „niemand, der erst eine Woche da ist und ein Wappen küsst. Trotzdem identifiziere ich mich sehr mit Dresden. Ich spüre die Hoffnung, die die Leute in mich setzen.“ Auf wen er selbst baut, wollte er im Vorfeld nicht so genau verraten. Den nach seiner zehnten Gelben Karte gesperrten Patrick Ebert könne Baris Atik ersetzen oder auch Godsway Donyoh, vielleicht spiele Dynamo ja sogar mit zwei Stürmern. Letzteres allerdings ist nach der Rot-Sperre für Simon Makienok und der Ausleihe von Luka Stor unwahrscheinlicher geworden. Neben dem weiterhin verletzten Kevin Ehlers (Sprunggelenk) fehlt wahrscheinlich auch Marco Hartmann, der in dieser Woche von einem Infekt geplant beim Training fehlte. Schiedsrichter der Partie ist Daniel Schlager.