03. März 2019 / 15:30 Uhr

Dynamo Dresden erkämpft 2:2 gegen den VfL Bochum

Dynamo Dresden erkämpft 2:2 gegen den VfL Bochum

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
03.03.2019, Sachsen, Dresden: Fußball: 2. Bundesliga, Dynamo Dresden - VfL Bochum, 24. Spieltag, im Rudolf-Harbig-Stadion. Dynamos Baris Atik (r.) gegen Bochums Danilo Soares. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Nach einem 0:2-Rückstand nach den ersten 15 Spielminuten, schafft Dynamo Dresden noch ein 2:2-Unentschieden im Heimspiel gegen den VfL Bochum. © dpa
Anzeige

Nach zwei Toren Rückstand kämpfen sich die Schwarz-Gelben im Heimspiel gegen den VfL Bochum zurück und sichern sich mit einem 2:2-Unentschieden einen Punkt.

Anzeige
Anzeige

Dresden. Starkes Dresdner Comeback beim Debüt des neuen Cheftrainers Cristian Fiel: Vor 28153 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion holte Dynamo Dresden nach frühem 0:2-Rückstand immerhin noch ein 2:2-Unentschieden gegen den VfL Bochum. Im Zweitliga-Duell am Sonntagnachmittag hatten Hinterseer (10.) und Pantovic (14.) den VfL früh in Führung gebracht, doch Baris Atik (33.) sorgte noch vorm Seitenwechsel für den 1:2-Anschluss. Den umjubelten Ausgleich erzielte Jannis Nikolaou (59.). Über weite Strecken der Partie waren die Schwarz-Gelben spielbestimmend, hatten aber im Schlussspurt einen starken Bochumer Torwart gegen sich, der den Punkt für die Westfalen gegen deutlich überlegene Dresdner festhielt.

JETZT Durchklicken: Die Bilder zum Spiel!

SG Dynamo Dresden - VfL Bochum (2:2) Zur Galerie
SG Dynamo Dresden - VfL Bochum (2:2) ©
Anzeige

Cristian Fiel hatte im Vergleich zur 0:2-Pleite in Darmstadt, nach der das Aus für seinen Vorgänger Maik Walpurgis gekommen war, in der Dresdner Anfangsformation vier Stellen neu besetzt und einige weitere Positionen umgestellt. Baris Atik, Erich Berko, Haris Duljevic und Kapitän Patrick Ebert rückten neu in die Startelf für Sören Gonther, Max Kulke, den gelbgesperrten Aias Aosman und Lucas Röser. Vor Torwart Markus Schubert agierte keine Dreier, sondern eine Viererkette mit Jannik Müller und Jannis Nikolaou als Innenverteidiger, Linus Wahlqvist als rechtem und Niklas Kreuzer als linkem Außenverteidiger. Dafür rückte Dzenis Burnic auf die Sechserposition zentral vor der Abwehr. Davor zogen Ebert und Rico Benatelli die Strippen in der Zentrale, Atik und Duljevic kamen über die Flügel. Im Sturmzentrum lief Berko auf. Marco Hartmann, Brian Hamalainen, Florian Ballas und Moussa Koné fehlten verletzt.

Dynamo wollte die Euphorie aus dem Trainerwechsel mit in die Partie nehmen – und das schien zunächst auch zu gelingen. Der VfL kam in den ersten Minuten so gut wie gar nicht an den Ball. Gefährlich vorm Bochumer Tor wurde es jedoch nicht, da unter anderem Nikolaous Abschluss nach einer Ebert-Ecke frühzeitig geblockt wurde (5.). Auf der anderen Seite nutzten die Westfalen die erste sich ihnen bietende Chance sehr geschickt. Niklas Kreuzer und Jannik Müller trabten zu langsam nach vorn und hoben dadurch das Abseits auf, als Patrick Fabians weiter Ball aus dem Mittelkreis bei Lukas Hinterseer landete. Der hatte dadurch völlig freie Bahn und überwand den chancenlosen Markus Schubert im Dynamo-Kasten zum 0:1 (10.).

DURCHKLICKEN: Dynamo gegen Bochum in der Einzelkritik

Markus Schubert – Der Schlussmann bleibt auch unter Fiel die Nummer eins. Im ungewohnten weißen Trikot wurde der 20-Jährige in der Anfangsphase aber zweimal kalt erwischt. Beim 0:1 war er machtlos, beim 0:2 konnte er Hinterseers Schuss nur vor die Füße von Pantovic klären. Großartig parierte er im Eins-gegen-eins gegen Zoller (28.). Nach dem Wechsel wurde er kaum noch gefordert. Note: 3 Zur Galerie
Markus Schubert – Der Schlussmann bleibt auch unter Fiel die Nummer eins. Im ungewohnten weißen Trikot wurde der 20-Jährige in der Anfangsphase aber zweimal kalt erwischt. Beim 0:1 war er machtlos, beim 0:2 konnte er Hinterseers Schuss nur vor die Füße von Pantovic klären. Großartig parierte er im Eins-gegen-eins gegen Zoller (28.). Nach dem Wechsel wurde er kaum noch gefordert. Note: 3 ©

Es war mal wieder eine kalte Dusche für die Schwarz-Gelben – und es sollte aus Dresdner Sicht noch schlimmer kommen. Denn nach Simon Zollers Flanke unterlief Jannis Nikolaou ein Fehler bei der Annahme. Der Ball wurde zur unfreiwilligen Vorlage für Hinterseer, dessen Schuss Schubert noch abwehrte. Doch der Ball landete genau vor den Füßen von Milos Pantovic, der das Spielgerät ohne Mühe im langen Eck versenkte (14.). Nach nicht mal einer Viertelstunde lag die SGD aufgrund zweier Abwehrfehler schon mit 0:2 zurück. So hatte sich Cristian Fiel sein Debüt definitiv nicht vorgestellt. Bislang schien das offensive Spielkonzept des neuen Trainers einseitig zulasten der Defensive zu gehen, auch wenn seine Mannen kämpften und viel probierten.

Doch die Gastgeber steckten nicht auf. Schuberts langer Abschlag landete bei Haris Duljevic, dessen Abschluss zur Ecke abgefälscht wurde, die jedoch nichts einbrachte (18.). Die Gäste bekamen wegen des Spielstands nun noch mehr Raum. Dynamo musste mehr nach vorn tun, war dadurch aber schon zu einem extrem frühen Zeitpunkt in dieser Partie hinten offener. Und das hätte Bochum nutzen müssen. Schubert vereitelte eine Riesenchance von Zoller, der sich den Ball ein paar Zentimeter zu weit vorlegte (27.), und klärte mit abgespreizten Beinen. Mit seiner Klasse hielt der deutsche Junioren-Nationaltorwart die Dresdner im Spiel, denn bei einem 0:3 nach einer halben Stunde wäre es wohl schwer geworden.

90+3’ Schluss in Dresden. Dynamo holt nach einem leidenschaftlichen Auftritt und 0:2-Rückstand ein 2:2 und damit einen Punkt gegen den VfL Bochum 1848. #SGDBOC #sgd1953

Gepostet von SG Dynamo Dresden am Sonntag, 3. März 2019

So aber fand sich die neuformierte Dynamo-Elf immer besser zusammen. Und siehe da: Wenig später war der Bann endlich gebrochen: Nach 443 quälend langen Minuten ohne eigenen Treffer netzten die Dynamos mal wieder ein – und wie: Niklas Kreuzer fing an der Mittellinie einen Abschlag von Torwart Riemann ab, marschierte mit Glück und Verstand bis fast zur Grundlinie und feuerte den Ball in die Mitte. Dort wurde Atik fast unfreiwillig von dem kurz zuvor abgefälschten Geschoss am Kopf getroffen worden und schon stand es nur noch 1:2 aus Sicht der SGD. Der wichtige Anschlusstreffer sollte nun endlich für mehr Selbstvertrauen in den eigenen Reihen sorgen. Endlich hatten sich die Schwarz-Gelben mal wieder belohnt.

Hinten hatte Dynamo aber in der 37. Minute zum zweiten Mal Glück, als Jannik Müller für den bereits geschlagenen Schubert einen Abschluss von Zoller auf der Linie klärte. Den anschließenden Konter verstolperte Atik, in der zweiten Welle schloss Kreuzer mit strammem Schluss von der Strafraumgrenze ab. Riemann aber parierte den platzierten Schuss. Auch auf der anderen Seite wurde es vor der Pause noch mal spannend, als Fabian seinen Gegenspieler Atik auf der seitlichen Strafraumlinie foulte. Beim fälligen Freistoß fand Kreuzer in Riemann seinen Meister (45.). So ging es für die Dresdner mit knappem Rückstand in die Kabine, doch für Durchgang zwei war noch locker alles drin.

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Jannis Nikolaou: Ich glaube, wenn man nach 15 Minuten 0:2 zurückliegt, dann ist es schon ein gutes Gefühl, dass man das egalisieren konnte – vor allem in der Phase, in der wir uns vor dem Spiel befunden haben. Da haben wir sicherlich nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt. Dass noch nicht alles geklappt hat, hat man auch gemerkt. Aber es ist sehr wichtig, dass wir Comeback-Mentalität gezeigt haben. Darauf können wir jetzt aufbauen. 0:2 zurückzuliegen ist nie ein schönes Gefühl, aber der Trainer hat uns vorher eingetrichtert, dass Fehler passieren werden. Man hat aber unsere Moral gesehen, denn wir haben uns zurückgekämpft. In der zweiten Halbzeit hat vieles auch schon sehr gut geklappt. Deswegen, glaube ich, ist der Punkt sehr verdient. Zur Galerie
Jannis Nikolaou: Ich glaube, wenn man nach 15 Minuten 0:2 zurückliegt, dann ist es schon ein gutes Gefühl, dass man das egalisieren konnte – vor allem in der Phase, in der wir uns vor dem Spiel befunden haben. Da haben wir sicherlich nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt. Dass noch nicht alles geklappt hat, hat man auch gemerkt. Aber es ist sehr wichtig, dass wir Comeback-Mentalität gezeigt haben. Darauf können wir jetzt aufbauen. 0:2 zurückzuliegen ist nie ein schönes Gefühl, aber der Trainer hat uns vorher eingetrichtert, dass Fehler passieren werden. Man hat aber unsere Moral gesehen, denn wir haben uns zurückgekämpft. In der zweiten Halbzeit hat vieles auch schon sehr gut geklappt. Deswegen, glaube ich, ist der Punkt sehr verdient. © Dennis Hetzschold

In Durchgang zwei – Wechsel zur Pause blieben auf beiden Seiten aus – wurde es dann zunächst hinten wieder gefährlich, doch zum Glück für die Sachsen erreichte Hinterseer frei vorm Tor einen Querpass von Zoller nicht ganz. Die Dynamos bestimmten weiterhin die Partie. In der 55. Minute war nach Pass von Duljevic dann Baris Atik startbereit und hatte nur noch Torwart Riemann vor sich, wurde aber vom einstigen Dresdner Anthony Losilla umgerissen. Schiedsrichter Michael Bacher beließ es bei einer Gelben Karte für den VfL-Kapitän, da sich die Szenerie weit außerhalb des Strafraums abspielte und Patrick Fabian eventuell noch hätte eingreifen können. Die Entscheidung war vertretbar, Eberts direkter Freistoß wurde zur Beute von Riemann.

Dynamo hatte nun in seinem Offensivspiel gute Karten gegen die zu passiven Bochumer. Kurz darauf dann Riesenjubel: Nach einer Ecke von Niklas Kreuzer lief Nikolaou gekonnt vor Fabian ein und setzte einen wuchtigen Kopfball in Richtung Tor. Benatelli fälschte noch ab, diesmal hatte Riemann keine Abwehrchance – 2:2 (59.), Nikolaou machte seinen Fehler beim 0:2 wieder gut und Dynamo war spätestens jetzt wieder voll im Spiel. Der Ausgleich war in Unterzahl gefallen, da Danilo Soares außerhalb des Spielfelds behandelt wurde und kurz darauf ausgewechselt werden musste. Die SGD blieb am Drücker und spielte den Ballbesitzfußball, den Cristian Fiel propagiert hatte. Der nahm in Minute 66 seinen ersten Wechsel vor, brachte Patrick Möschl für Erich Berko.

59’ Der Ausgleich! Nikolaou köpft den Ball nach einer Kreuzer-Ecke aus 8 Metern in die Maschen. #SGDBOC #sgd1953 ➖ Liveticker 👉 Twitter.com/SGD_Liveticker

Gepostet von SG Dynamo Dresden am Sonntag, 3. März 2019

Mittlerweile waren die Schwarz-Gelben klar überlegen und wollten mehr als nur den einen Punkt. Großchancen sprangen in dieser Phase zur Mitte der zweiten Halbzeit allerdings nicht heraus. Den ausgepumpten Haris Duljevic, der nach vorn ordentlich Betrieb gemacht und nach Berkos Auswechslung als Mittelstürmer agiert hatte, ersetzte für die Schlussviertelstunde schließlich Lucas Röser (76.). In der 83. Minute kam außerdem der kopfballstarke Dario Dumic für Niklas Kreuzer und die SGD stellte auf Dreierkette mit Dumic, Nikolaou und Müller um. Beim anschließenden Eckball rang Fabian seinen Gegenspieler Lucas Röser nieder. Schiedsrichter Bacher zeigte erneut eine großzügige Regelauslegung und ließ Eberts Eckball wiederholen, der aber nichts einbrachte.

Mit einer Schlussoffensive drängte Dynamo aufs Siegtor, doch dabei sprangen zu wenig klare Einschussgelegenheiten heraus. Einen Distanzschuss von Möschl konnte Riemann entschärfen (87.). Erneut Möschl mit einem Knallbonbon in der zweiten Minute der Nachspielzeit verpasste das 3:2 aus spitzem Winkel nur knapp, weil Riemann wieder zur Stelle war. Bochum war nun hinten komplett eingeschnürt, rettete aber den einen Punkt ins Ziel. Denn nach einem vergebenen Röser-Kopfball nach Ebert-Ecke in der letzten Minute war Schluss. Der erste Schritt für Dynamo ist aber gemacht – zwar bleiben die Schwarz-Gelben 2019 weiter sieglos, aber sie haben spielerisch deutliche Fortschritte gemacht und endlich wieder das Tor getroffen.

ANZEIGE: Ab 15€ für dein #GABFAF Polo-Shirt! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Dresden
Sport aus aller Welt