14. Januar 2022 / 20:25 Uhr

Dynamo Dresden erkämpft ein 1:1 gegen den HSV

Dynamo Dresden erkämpft ein 1:1 gegen den HSV

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Michael Akoto (re.) und die SG Dynamo Dresden holen einen starken Punkt gegen den HSV. © dpa
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Die Schwarz-Gelben liegen trotz starker erster Hälfte zur Pause in Rückstand, doch dann knipst einmal mehr Christoph Daferner und besorgt so den Punkt für Dynamo Dresden.

Dresden. Dynamo Dresden hat einen ordentlichen Start ins neue Fußball-Jahr hingelegt. Im ersten Pflichtspiel 2022 erreichten die Schwarz-Gelben gegen den Hamburger SV ein 1:1 (0:1)-Unentschieden. Robert Glatzel hatte die im Zweitliga-Duell favorisierten Gäste in Führung gebracht (37.), Tortorschütze Christoph Daferner glich vor 1000 Zuschauern mit seinem neunten Saisontor aus (61.). Genau wie im Hinrundenspiel (1:1) konnten die Dresdner damit die anfängliche HSV-Führung egalisieren.

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Hohes Pressing und Ballgewinne zu Beginn

Im Vergleich zur indiskutablen 0:3-Niederlage im letzten Spiel des alten Jahres gegen Mitaufsteiger FC Ingolstadt nahm SGD-Cheftrainer Alexander Schmidt zwei Änderungen in seiner Startelf vor. Auf dem frisch verlegten Rasen des Rudolf-Harbig-Stadions liefen am Freitagabend für Robin Becker (Bank) und Morris Schröter (Infekt) Julius Kade und Neuzugang Václav Drchal von Beginn an auf. Oliver Batista-Meier, der zweite Winter-Neuzugang, saß zunächst auf der Bank.

DURCHSCROLLEN: Die Bilder zum Spiel

Die SG Dynamo Dresden und der Hamburger SV teilen sich die Punkte: Vor 1000 Zuschauern in Rudolf-Harbig-Stadion heißt es am Ende 1:1. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden und der Hamburger SV teilen sich die Punkte: Vor 1000 Zuschauern in Rudolf-Harbig-Stadion heißt es am Ende 1:1. ©

Dynamo erwischte einen guten Start, stand den Gästen von der Unterelbe permanent auf dem Schlappen und schnürte sie besonders in den Anfangsminuten in der eigenen Hälfte ein. Nach einem Ballverlust von Jonas Meffert kam Kapitän Yannick Stark zur ersten Torchance für die SGD (4.), doch Torwart Daniel Heuer Fernandes hatte mit dem zu zentralen Abschluss aus 20 Metern keine Probleme.


Nach 15 Minuten tauchte der HSV erstmals halbwegs gefährlich vorn auf, aber Kevin Broll wehrte Kinsombis Hereingabe zur Ecke ab. Die wurde schnell zur Beute der Gastgeber und Brandon Borrello versuchte es gegen den noch weit aufgerückten Heuer Fernandes aus 70 Metern, allerdings fing Hamburgs Keeper den Ball an der Strafraumgrenze ab (16.). Auch danach wusste die SGD mit hohem Pressing und einigen offensiven Ballgewinnen zu gefallen.

Hoher Aufwand, wenig Ertrag

In der 30. Minute probierte Kade einen frechen Abschluss ins Torwarteck, doch Heuer Fernandes war wieder zur Stelle. Die Torschussbilanz aus der ersten halben Stunde von nunmehr 6:0 für die Gastgeber sagt viel über den bisherigen Spielverlauf, auch wenn der HSV nun etwas besser in die Partie kam. Als Brandon Borrello per Foul an Alidou einen HSV-Konter verhinderte, sah er Gelb (31.). Wenig später schoss der Australier vorm Tor Christoph Daferner ab, der Ball prallte ins Toraus (35.).

Die SGD spielte weiter nach vorn, wurde dann aber kalt geduscht. Die Hamburger blockten Königsdörffers Verlegenheitsschuss nach einem Freistoß und leiteten einen astreinen Konter ein. Kittel trieb den Ball nach vorn und flankte über Julius Kade hinweg, der gemeinsam mit Chris Löwe für die weit aufgerückten Dresdner absicherte. Letztlich war es Robert Glatzel, der den Ball über Kevin Broll chippte. Kevin Ehlers sprintete 80 Meter weit zurück, kam aber knapp zu spät.

DURCHSCROLLEN: Die Noten zum Spiel

(1) Kevin Broll: Der Schlussmann konnte nach überstandenen Nackenproblemen spielen. Er begann selbstbewusst, spielte die heranstürmenden HSV-Spitzen zweimal cool, aber etwas riskant aus. In der 16. Minute musste er gegen David Kinsombi klären, gegen Sonny Kittel parierte er auch sehr gut (42.). Beim Tor von Robert Glatzel hatte er keine Abwehrchance, wurde überlupft (37.). Nach der Pause war er wieder gefordert, als Glatzel erneut abzog (54.). Sonny Kittels Schuss holte er gut aus dem Eck, hielt so den Punkt fest. Note 2,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Der Schlussmann konnte nach überstandenen Nackenproblemen spielen. Er begann selbstbewusst, spielte die heranstürmenden HSV-Spitzen zweimal cool, aber etwas riskant aus. In der 16. Minute musste er gegen David Kinsombi klären, gegen Sonny Kittel parierte er auch sehr gut (42.). Beim Tor von Robert Glatzel hatte er keine Abwehrchance, wurde überlupft (37.). Nach der Pause war er wieder gefordert, als Glatzel erneut abzog (54.). Sonny Kittels Schuss holte er gut aus dem Eck, hielt so den Punkt fest. Note 2,5 ©

Der erste HSV-Torschuss saß (37.) und stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Das ging nicht spurlos an den Gastgebern vorüber. Zu ihrem Glück war Kevin Broll zur Stelle, als Kittel nach schlimmem Querpass von Chris Löwe eine gute Torchance hatte (42.). Mit einer schmeichelhaften 0:1-Führung für die Hanseaten ging es in die Pause. Dynamo betrieb nicht zum ersten Mal hohen Aufwand in einer Halbzeit, ohne sich dafür auch nur ansatzweise zu belohnen.

Am Ende defensiv gefordert

Nach dem Seitenwechsel war der HSV im Aufwind und bekam die Begegnung in den Griff, Glatzel schoss knapp links am Tor vorbei (49.). Dynamo schien der Spielplan abhanden gekommen zu sein, der permanente Druck auf den Ball war weg, aussichtsreiche Torraumszenen gab es zunächst auch keine. Ausgerechnet in dieser schwächsten Phase machten die Schwarz-Gelben jedoch den Ausgleich. Königsdörffer setzte mit schönem Pass Flankengeber Kade in Szene, der am zweiten Pfosten den freien Christoph Daferner fand, der beim 1:1 per Kopf keine Mühe hatte (61.).

DURCHSCROLLEN: Die Stimmen zum Spiel

Alexander Schmidt (Trainer SG Dynamo Dresden): Ich habe der Mannschaft im Kreis gesagt: Größten Respekt, Ihr habt alles reingehauen, alles gegeben, Leidenschaft und Herz gezeigt gezeigt! Man hat gemerkt, dass der Funke auf die wenigen Zuschauer übergesprungen ist. Zur Galerie
Alexander Schmidt (Trainer SG Dynamo Dresden): "Ich habe der Mannschaft im Kreis gesagt: Größten Respekt, Ihr habt alles reingehauen, alles gegeben, Leidenschaft und Herz gezeigt gezeigt! Man hat gemerkt, dass der Funke auf die wenigen Zuschauer übergesprungen ist." ©

Danach gewann plötzlich Dynamo wieder die Oberhand. Ransford Königsdörffer hatte gleich zweimal trotz spitzem Winkel gute Gelegenheiten auf dem Fuß, fand aber beide Male in Heuer Fernandes seinen Meister (69./72.). Zwischendrin gab es bei Dynamo die ersten zwei Wechsel: Brandon Borrello und Václav Drchal nach ordentlichem Debüt hatten Feierabend, für sie kamen mit Paul Will und Oliver Batista-Meier, der nun ebenfalls seinen Einstand im schwarz-gelben Trikot gab, zwei ehemalige Bayern-Spieler.

Mehr zur SGD

Der Hamburger SV lauerte weiter auf Konter, Dynamo aber ließ das nach der Erfahrung aus Durchgang eins nicht mehr so einfach zu. In der 82. Minute der nächste Dresdner Wechsel: Schmidt brachte Mörschel für Königsdörffer. Doch die SGD war nun vor allem in der Defensive gefordert. Kittels Distanzschuss (82.) hielt Broll, der Kopfball des eingewechselten Bakery Jatta ging knapp über den Kasten (84.). Doch die Schlussoffensive der Norddeutschen blieb erfolglos. In der Nachspielzeit kam noch Giorbelidze für Kade zum Kurzeinsatz, dann war Schluss. Dieser erkämpfte Punkt im Kampf gegen den Abstieg war für Dynamo mehr als verdient.