09. Juni 2020 / 20:26 Uhr

Dynamo Dresden erkämpft ein 1:1 gegen Fürth

Dynamo Dresden erkämpft ein 1:1 gegen Fürth

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Nach einer starken zweiten Halbzeit spielt Dynamo Dresden 1:1 gegen Greuther Fürth und verpasst somit den Sprung auf Platz 17.
Eine gute Halbzeit reicht Dynamo Dresden nicht. In einem umkämpften Spiel holt die SGD nur einen Punkt. © dpa
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Die Sportgemeinschaft schließt nach Punkten zum SV Wehen Wiesbaden auf. Makienok schießt den Ausgleich gegen die "Kleeblätter".

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Dresden. Zum Verlassen des Tabellenendes hat es nicht gereicht, aber immerhin hat Dynamo Dresden nach Punkten zum Vorletzten Wehen Wiesbaden aufgeschlossen: In einer spannenden Nachholpartie erkämpfte das Team von Trainer Markus Kauczinski am Dienstagabend im leeren Harbig-Stadion ein 1:1 (0:1)-Unentschieden.

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Nach einer starken zweiten Halbzeit spielt Dynamo Dresden 1:1 gegen Greuther Fürth und verpasst somit den Sprung auf Platz 17. Zur Galerie
Nach einer starken zweiten Halbzeit spielt Dynamo Dresden 1:1 gegen Greuther Fürth und verpasst somit den Sprung auf Platz 17. ©

Drei Tage nach dem 3:2-Sieg in Wiesbaden hatte Kauczinski seine Startelf auf fünf Positionen umgebaut: Alexander Jeremejeff, Marco Terrazzino, Sascha Horvath, Brian Hamalainen und Jannik Müller kamen für Simon Makienok, Godsway Donyoh, Patrick Schmidt, Chris Löwe und René Klingenburg neu in die Anfangsformation. Dynamo begann mit einer Abwehr-Dreierkette, die sich bei Ballverlust in eine Fünferkette verwandelte, was gegen die Franken öfter eintrat, als den Schwarz-Gelben lieb war. Denn in der ersten Halbzeit spielte fast nur die Gastmannschaft, die Trainer Stefan Leitl auf vier Positionen gegenüber dem 1:2 gegen Sandhausen verändert hatte.

Schon in der 13. Minute gingen die „Kleeblätter“ mit ihrer ersten Chance in Führung: Linus Wahlqvist konnte die Flanke von Maximilian Wittek nicht verhindern, Florian Ballas sprang nicht hoch genug und Daniel Keita-Ruel köpfte unbedrängt das 1:0 für die Fürther. Ein Fehlstart für die Sachsen, das achte Saisontor für Keita-Ruel, der in der Vergangenheit schon mehrfach gegen Dynamo getroffen hatte.

Farbloser Müller in Halbzeit raus

Auch nach dem Rückstand konnte Dynamo den Schalter nicht umlegen, denn die Spielvereinigung nutzte ihre höhere Fitness, um sich weiter mehr Ballbesitz sichern und auch mehr Torgefahr zu erzwingen. Mittendrin in den Fürther Angriffsbemühungen konnten sich die beiden Ex-Dynamos Paul Seguin und Marvin Stefaniak wiederholt gut in Szene setzen. Erst schoss Seguin aus der Distanz über das Tor von Kevin Broll (16.), dann schickte „Paule“ seinen Mitspieler Stefaniak mit einem gefühlvollen Pass in Richtung Strafraum, doch der gebürtige Hoyerswerdaer traf nur den Außenpfosten (19.). Später versuchte es Seguin noch einmal selbst im Abschluss, sein Schuss nach Pass von Branimir Hrgota ging aber ans Außennetz (29.).

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(1) Kevin Broll: Beim 0:1 (14.) schuldlos, ansonsten muss er in Halbzeit eins nicht sonderlich oft eingreifen, obwohl die „Kleeblätter“ klar am Drücker sind. Wenn er gebraucht wird, ist er da, so bei Ernsts Hereingabe (61.) und gegen Hrgota (70.) sowie Green (82.). Note: 2,5. Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Beim 0:1 (14.) schuldlos, ansonsten muss er in Halbzeit eins nicht sonderlich oft eingreifen, obwohl die „Kleeblätter“ klar am Drücker sind. Wenn er gebraucht wird, ist er da, so bei Ernsts Hereingabe (61.) und gegen Hrgota (70.) sowie Green (82.). Note: 2,5. ©

Von Dynamo, das kaum einmal Zugriff fand, kam viel zu wenig. Nur ganz vereinzelt ging es mal über mehrere Stationen in Richtung Gästetor: Einmal wollte Wahlqvist den wirkungslosen Jeremejeff bedienen, doch seine Eingabe war zu ungenau und wurde von Torwart Sascha Burchert mühelos abgefangen (22.). Später schoss Wahlqvist noch einmal drüber (36.), doch mehr hatten die Dresdner bis zur Halbzeit offensiv einfach nicht zu bieten. Über die Außenpositionen fehlte es an Mut zum Dribbling, durch die Mitte konnten sich Kauczinskis Männer auch nicht durchspielen.

Zur Halbzeitpause wechselte Dynamos Coach den farblosen Müller aus, brachte für den Mittelfeldspieler Sturmkante Makienok. Mit einer Doppelspitze sollte vorn mehr passieren. Und in der 51. Minute kam sie die Riesenchance zum 1:1, als Nikolaou auf Ondrej Petrak spielte, dessen Flanke Jeremejeff nur knapp neben das Tor setzte. Drei Minuten später aber „klingelte“ es doch im Fürther Tor: Hamalainens Eckball nickte Makienok am zweiten Pfosten sein. Es war der dritte Saisontreffer des dänischen Angreifers – und das Tor brachte Dynamo Schwung. Jetzt erarbeitete sich die Heimelf mehr Spielanteile.

Schiri gibt Elfmeter nicht

Fürth blieb indes gefährlich: Sebastian Ernst prüfte Broll (61.), köpfte dann nach einer Ecke vorbei (68.). Dynamo aber hielt dagegen, suchte immer wieder den Weg an den gegnerischen Strafraum. Inzwischen waren Niklas Kreuzer und Chris Löwe für Wahlqvist und Hamalainen im Spiel. Doch der letzte Pass kam vorn nicht an, die Bälle gingen zu leicht verloren und Fürth baute wieder Druck auf. Julian Green prüfte Broll, Jamie Leweling schoss im Nachsetzen ans Außennetz (82.).

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Sascha Horvath (Spieler Dynamo Dresden): Wir sind in der ersten Halbzeit vorn viel gerannt und haben zu dritt versucht, das dort vorn irgendwie zu lösen. Die Fürther haben sich aber mit ihren Sechsern gut fallen lassen. Dennoch haben wir versucht, Druck aufzubauen. Und dadurch hatten sie in der ersten Halbzeit nicht viele Chancen. Das Tor passiert dann durch eine Flanke. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht. Wir haben das System umgestellt, waren präsenter, waren dann nicht mehr in den Halbräumen, sondern am Mann. Das hat uns einfach gut getan. Dann haben wir die zweite Luft bekommen und sind zu Chancen gekommen. Das sollte uns Hoffnung für die nächsten Spiele geben. Zur Galerie
Sascha Horvath (Spieler Dynamo Dresden): Wir sind in der ersten Halbzeit vorn viel gerannt und haben zu dritt versucht, das dort vorn irgendwie zu lösen. Die Fürther haben sich aber mit ihren Sechsern gut fallen lassen. Dennoch haben wir versucht, Druck aufzubauen. Und dadurch hatten sie in der ersten Halbzeit nicht viele Chancen. Das Tor passiert dann durch eine Flanke. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht. Wir haben das System umgestellt, waren präsenter, waren dann nicht mehr in den Halbräumen, sondern am Mann. Das hat uns einfach gut getan. Dann haben wir die zweite Luft bekommen und sind zu Chancen gekommen. Das sollte uns Hoffnung für die nächsten Spiele geben. ©

In der Schlussphase hatte die SGD aber noch gute Chancen zum Siegtreffer, doch Makienok nach Löwe-Flanke (86.) und Jeremejeff nach Kreuzer-Ecke (89.) verzogen. Ein elfmeterreifes Foul an Ransford-Yeboah Königsdörffer ahndete Schiedsrichter Christof Günsch aus Marburg in der Nachspielzeit nicht - so blieb es beim 1:1-Unentschieden. Ein Punkt für Dynamo, der noch sehr wertvoll sein kann.