05. Dezember 2020 / 16:14 Uhr

Dynamo Dresden erklimmt trotz 0:0 gegen Uerdingen die Tabellenspitze

Dynamo Dresden erklimmt trotz 0:0 gegen Uerdingen die Tabellenspitze

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
SG Dynamo Dresden-KFC Uerdingen.
Blieb gegen Uerdingen ohne Tor: Dresdens Philipp Hosiner. © Steffen Manig
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Die Sportgemeinschaft tut sich gegen den ehemaligen Europapokalgegner sehr schwer und muss sich nach vier Siegen in Folge mit einem Punkt begnügen. Der reicht aber trotzdem zu Platz eins, weil die Konkurrenz aus dem Saarland patzt und Ingolstadt nur 1:1 spielt.

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Dresden. Nach vier Erfolgen in Serie ist die Siegesserie von Dynamo Dresden gerissen. Gegen den KFC Uerdingen kamen die Kicker von Trainer Markus Kauczinski nicht über ein glückliches 0:0-Unentschieden hinaus. Das reichte aber zum Sprung an die Tabellenspitze, da der 1. FC Saarbrücken in Mannheim verlor und Ingolstadt auch nur einen Zähler holte.

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"Mehr war heute nicht drin"

SGD-Kapitän Sebastian Mai bilanzierte nach dem Abpfiff: „Den Punkt nehmen wir mit. Wir haben kein gutes Spiel gemacht gegen einen ekligen Gegner. Kämpferisch war es okay, aber spielerisch – das wissen wir – können wir es besser.“ Kauczinski sah es ähnlich: „Mehr war heute nicht drin. Wir haben heute nicht so die Wege nach vorn gefunden, um gefährlich zu werden.“

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Keinen Sieger gab es im Duell zwischen der SG Dynamo Dresden und dem KFC Uerdingen. Auch Tore fielen nicht. Beide Teams trennten sich 0:0-Unentschieden. Zur Galerie
Keinen Sieger gab es im Duell zwischen der SG Dynamo Dresden und dem KFC Uerdingen. Auch Tore fielen nicht. Beide Teams trennten sich 0:0-Unentschieden. © Steffen Manig

Der 50-Jährige vertraute auch diesmal der eingespielten Startfomation der letzten Spiele, nur für den verletzt fehlenden Paul Will (Bänderriss im Sprunggelenk) musste er den Ex-Unioner Julius Kade einbauen. So entschlossen und selbstbewusst wie zuletzt trat die Mannschaft gegen die Rheinländer aber nicht auf. Insbesondere fehlte es an Zug zum gegnerischen Tor. Und wenn sich eine der seltenen Gelegenheiten bot, dann stimmte der letzte Pass nicht. So eroberte Christoph Daferner in der 6. Minute zwar schön den Ball, aber Ransford-Yeboah Königsdörffer brachte keine verwertbare Eingabe zustande.

Dynamo nicht in Topform

So waren es die Gäste, die den ersten Torschuss abgaben, als Muhammed Kiprit aus 14 Metern abzog, aber Kevin Broll seinen Flachschuss sicher parierte (11.). Nach einer verunglückten Königsdörffer-Flanke, die nur zufällig am langen Eck des KFC-Kastens vorbei flog (13.), waren es wieder die Uerdinger, die zum Abschluss kamen. Heinz Mörschel hielt aus 20 Metern drauf, der Ball zischte aber rechts oben am Tor vorbei (16.). Die Gäste waren von zwei mäßig aufspielenden Teams noch das gefährlichere, da änderte auch Sebastian Mais Fernschuss (19./am langen Pfosten vorbei) nichts. Der Ex-Chemnitzer Kolja Pusch hatte in der 22. Minute aus Nahdistanz, aber spitzem Winkel die nächste Chance (drüber). Mitte der ersten Halbzeit aber konnte Dynamo weitere Gelegenheiten des KFC verhindern. Uerdingen versuchte es mit mehr Härte, kassierte noch vor der Pause dreimal Gelb für Edvinas Girdvainis, Pusch und Kiprit. Bis zum Seitenwechsel passierte ansonsten aber nichts Nennenswertes mehr.

In der zweiten Halbzeit taten sich die Schwarz-Gelben wieder schwerer, nach vorn ging weiter kaum etwas. Uerdingen hatte mehr vom Spiel, war bemühter um Offensivaktionen, hatte längst gemerkt, dass Dynamo an diesem Tag nicht in Topform war. Die Schussversuche der Krämer-Truppe aber verfehlten ihr Ziel oder wurden geblockt. Kauczinski reagierte, als ihm der Druck der Westdeutschen zu groß wurde und brachte mit Agyemang Diawusie einen frischen Stürmer für den diesmal wirkungslosen Philipp Hosiner (69.). Entlastung brachte das aber kaum. Immerhin: Einmal kam Dynamo zu einem schnellen Konter, bei dem Patrick Weihrauch den Ball schön auf den mitgelaufenen Julius Kade ablegte, doch der zögerte zu lange und schoss dann einen Gegenspieler an (71.). Da wäre mehr drin gewesen!

Drei Minuten später brachte Dresdens Trainer noch Marvin Stefaniak für den insgesamt enttäuschenden Weihrauch. Doch Uerdingen blieb druckvoller und torgefährlicher: Gino Fechners Schlenzer konnte Broll aber parieren (84.). Der Keeper musste auch noch einige Minuten zittern, doch seine Vorderleute schlugen in Unterzahl alle Bälle raus. Mehr war auch nicht mehr drin, weil Marco Hartmann mit Gelb-Rot das Spielfeld hatte verlassen müssen. Ihm war erst ein Foul und dann Ballwegschlagen zum Verhängnis geworden (83.). So fehlt er leider im kommenden Auswärtsspiel bei seinem Ex-Verein in Halle. Mit dem 0:0-Unentschieden gegen Uerdingen konnte er indes eher leben, denn an diesem Tag hatte Dynamo den Sieg einfach nicht verdient.