14. Oktober 2021 / 08:41 Uhr

Dynamo Dresden erwartet verunsicherte Nürnberger

Dynamo Dresden erwartet verunsicherte Nürnberger

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
2017 sorgte Erich Berko beim 2:1 in Nürnberg mit dem Tor zum 2:0 für den bislang einzigen Dynamo-Sieg gegen den „Club“.
2017 sorgte Erich Berko beim 2:1 in Nürnberg mit dem Tor zum 2:0 für den bislang einzigen Dynamo-Sieg gegen den „Club“. © Archiv/Eisenhuth
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Der 1. FC Nürnberg ist in der 2. Bundesliga noch ungeschlagen, doch reist mit einer 0:7-Testspiel-Pleite im Rücken zur heimstarken SG Dynamo Dresden. Anstoß ist am Sonntag um 13:30 Uhr.

Dresden. Nach der Länderspielpause am vergangenen Wochenende erwartet Dynamo Dresden am kommenden keine leichte, aber eine lösbare Aufgabe. Am Sonntag (13.30 Uhr) empfangen die Schwarz-Gelben mit dem 1. FC Nürnberg nicht nur einen alten Angstgegner, sondern auch die einzige Zweitliga-Mannschaft, die in dieser Saison in Pflichtspielen noch ungeschlagen ist.

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Frisches Selbstvertrauen geholt

Der Tabellenfünfte hat dennoch nur zwei Punkte mehr auf dem Konto als der Aufsteiger aus Dresden, denn der „Club“ konnte erst drei seiner neun Spiele gewinnen, spielte sechsmal unentschieden. Im DFB-Pokal haben die Franken zwar die zweite Runde erreicht, die seit Sommer von Robert Klauß trainierte Mannschaft bekleckerte sich am 7. August beim Regionalligisten SSV Ulm (1:0) aber auch nicht mit Ruhm.

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Alles andere als ehrbar war zudem die 0:7-Schlappe, die die „Clubberer“ am vergangenen Freitag im Testspiel gegen den Liga-Rivalen FC Ingolstadt einsteckten. Am Valznerweiher blamierten sich die Gastgeber bis auf die Knochen, nachdem sich der kommende Kontrahent aus Dresden tags zuvor beim 4:0 gegen den Drittliga-Vierten Viktoria Berlin frisches Selbstvertrauen geholt hatte. Zwar hatte Klauß gleich sechs Spieler aus der zweiten Reihe in die Anfangsformation beordert, doch ein derartiges Debakel gegen das Zweitliga-Schlusslicht hatte der gebürtige Eberswalder nie im Leben für möglich gehalten. Obendrein flog Fabian Nürnberger wegen Nachtretens noch vor der Halbzeitpause mit Rot vom Platz. Der Mittelfeldspieler wurde für drei Freundschaftsspiele gesperrt, darf also in Dresden mitwirken.

Trainer Klauß, einst Assistent von Ralf Rangnick bei RB Leipzig, hofft, dass seine Spieler den „gebrauchten Tag“ als Lehrstück verstanden haben. Der 36-Jährige sagte nach der bösen Pleite gegenüber Mitarbeitern der FCN-Homepage: „Das Spiel hat uns eindrucksvoll gezeigt, was passiert, wenn wir nicht mit der nötigen Einstellung ins Spiel gehen und nicht an 100 Prozent in Sachen Basics herankommen. Ich hoffe, dass das den Jungs gezeigt hat, was notwendig ist in der 2. Liga.“ Er wünschte sich: „Idealerweise nutzen wir das als Aha-Moment und können dann auch wieder gestärkt daraus hervorgehen.“

Nur eine Heim-Niederlage

Auf Strafeinheiten verzichtete der Nürnberger Trainer. Er glaubt, dass die nicht notwendig waren. „Die Jungs sind selbst schon gestraft genug. Die wissen ganz genau, dass so ein Auftritt nicht geht. Ich bin mir sicher, dass sie die entsprechende Reaktion darauf zeigen“, sagte er dem Kicker. Ein Auswärtssieg in Dresden könnte den Imageschaden sicher schnell wettmachen.

Doch zu Hause sind die Spieler von Dynamo-Trainer Alexander Schmidt in dieser Spielzeit erst einmal ohne Punkte geblieben: beim 0:3 gegen den SC Paderborn. Die drei anderen Partien gegen Ingolstadt (3:0), Hannover (2:0) und Bremen (3:0) wurden klar gewonnen, das Pokalspiel gegen Paderborn immerhin knapp (2:1). Es wird sich zeigen, ob der 1. FC Nürnberg anno 2021 noch der Angstgegner ist, der er bisher war. In 14 Pflichtspielen in Liga eins und zwei sowie im DFB-Pokal waren die Sachsen nur einmal erfolgreich. Das war am 29. Januar 2017 unter Trainer Uwe Neuhaus, als Philipp Heise und Erich Berko mit ihren Toren für einen 2:1-Sieg in der fränkischen Metropole sorgten. Dem gegenüber stehen acht Siege des neunfachen deutschen Meisters, fünfmal trennte man sich remis.


Doch die Statistik vergangener Jahre interessiert Schmidt nicht. Er bewertet Testspiele auch nicht über, sondern wird nicht müde, auf die Leistungsdichte in der 2. Liga hinzuweisen: „Zwischen Erfolg und Misserfolg liegt ein Stück Papier.“ Der 52-Jährige ist aber froh, dass seine auswärts schwächere Mannschaft (erst vier Punkte) gegen Nürnberg zu Hause spielt: „Natürlich fühlt man sich zu Hause mit den Zuschauern im Rücken sicherer. In Dresden ist ja richtig Alarm, wenn Spiel ist.“