08. Juni 2021 / 08:11 Uhr

Dynamo Dresdens Ex-Coach Kauczinski traut früheren Schützlingen eine gute Rolle in der 2. Liga zu

Dynamo Dresdens Ex-Coach Kauczinski traut früheren Schützlingen eine gute Rolle in der 2. Liga zu

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Markus Kauczinski konnte die Früchte seiner Arbeit in Dresden nicht selbst ernten.
Markus Kauczinski konnte die Früchte seiner Arbeit in Dresden nicht selbst ernten. © Robert Michael/dpa
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Der ehemalige Coach der SG Dynamo Dresden übernahm die Schwarz-Gelben als drittklassiges Team. Und Markus Kauczinski brachte die Kicker auf Zweitliga-Kurs. Die Früchte seiner Arbeit erntete der 51-Jährige nicht selbst. Denn als das SGD-Saisonziel in Gefahr geriet, beurlaubte ihn der Verein. Der vorzeitige Abschied habe wehgetan – doch sein Blick richtet sich in die Zukunft.

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Dresden. Sein Anteil an Dynamo Dresdens Zweitliga-Aufstieg war enorm, und doch durfte Markus Kauczinski die Früchte seiner Arbeit nicht selbst ernten. Er hatte eine neue Mannschaft aufgebaut und mit ihr 80 Prozent der zur Rückkehr ins Fußball-Unterhaus nötigen Punkte eingefahren. Doch dann kostete ihn eine Serie von vier sieg- und torlosen Punktspielen Ende April den Job als Trainer der Schwarz-Gelben. Alexander Schmidt übernahm und brachte die SGD ans gewünschte Ziel – nicht ohne seinem Vorgänger mehrfach Respekt für die geleistete Arbeit zu zollen.

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16 Monate druchgearbeitet

Nun traut Markus Kauczinski, der vor einem Jahr mit Dynamo in die 3. Liga abgestiegen war, seinem Ex-Verein mit Schmidt als Trainer einen Mittelfeldplatz im Gesamtklassement zu. Das sagte er in einem Podcast des Hamburger Abendblatts. „Das ist eine gute Truppe. Der Neuaufbau hat total Bock gemacht. Dieser Mix von Erfahrung und jungen Spielern war unheimlich gut – alle zusammen mit einer neuen Idee bei einem Verein, der irgendwie am Boden war. Das hat unheimlich Energie gegeben und Spaß gemacht“, berichtet der gebürtige Gelsenkirchener und blickt voraus: „Jetzt glaube ich, dass die Mannschaft von dieser Euphorie getragen wird. Sollten Zuschauer wiederkommen, dann mit einem Feuerwerk auf den Rängen. Egal, ob ausverkauft mit 30.000 oder nur 10.000 Leuten: Je nachdem, was Corona mit uns vor hat, glaube ich, dass die Mannschaft eine gute Rolle spielt.“

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Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. ©

Vielleicht hätte auch Kauczinski gern noch mehr erreicht mit ihnen, doch kurz vor Schluss wurde er beurlaubt, als Dynamos Saisonziel in Gefahr geriet. „Sowas tut immer weh. Mit der Zeit verblasst das natürlich. Diese Wunde jetzt mit Dresden ist noch frisch. Es hört sich abgedroschen an, aber mit jedem Tag wird es besser. Jetzt geht der Blick langsam wieder hoch“, erklärt der 51-Jährige, der dennoch keinen übermäßigen Groll hegt. Erst recht nicht auf seinen Nachfolger. „Alex Schmidt kenne ich, wir waren zusammen beim Fußballlehrer, haben uns dann untereinander noch geschrieben. Der Kollege kann ja nichts dafür, dass ich freigestellt werde. Da bin ich ganz sportlich.“



Wo es für ihn selbst jobmäßig weitergeht, ist offen. „Meine Erfahrung ist, dass es am Ende ganz schnell geht. Es ist Bewegung, aber es war noch nichts, wo ich sage, das muss ich unbedingt machen. Ich bin nicht müde oder ausgelaugt“, erzählt er. Und das, obwohl es in Dresden anstrengend gewesen sei: „Ich habe 16 Monate am Stück – auch mit dem Corona-Gedöns – durchgearbeitet. Zwischendurch haben wir innerhalb von zwei Wochen eine neue Mannschaft aufgebaut, 17 Spieler verpflichtet. Urlaubsmäßig war es dünn, deswegen genieße ich die Zeit jetzt“, gibt er zu.

Kauczinski denkt gerne an SGD-Zeit

An seine Zeit in Dresden denkt Markus Kauczinski dennoch gern zurück – vor allem an die Sternstunden. Eine davon war der 4:1-Erstrundensieg im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV im September 2020. „Das war eine Ansage. Alle waren heiß, das neue Dynamo Dresden zu sehen. Die Mannschaft war ein unbeschriebenes Blatt. Man hatte fünf Wochen Zeit, was Neues auf die Beine zu stellen, und dann das erste Spiel gleich so ein Hammer“, erinnert sich Kauczinski und fügt an: „Dann so eine Leistung abzurufen und so einen Kampf und so ein Spiel hinzulegen, war sensationell. Das war eins von diesen zwei, drei Spielen, die einem auf jeden Fall in Erinnerung bleiben!“

Diese Saison schaffen die Hamburger laut Kauczinskis Prognose die langersehnte Rückkehr in die Bundesliga. Zuvor aber erhalten sie Gelegenheit zur Revanche gegen die SGD. Der Zeitpunkt dafür steht am Freitag fest, wenn die Deutsche Fußball-Liga (DFL) den Spielplan veröffentlicht. Markus Kauczinski wird genauer hinsehen, denn mit Schalke, Karlsruhe, Ingolstadt, St. Pauli und Dynamo sind all seine bisherigen Trainerstationen nun in der 2. Liga. Und vielleicht ist ja auch er schon bald wieder dort beschäftigt.