21. August 2018 / 08:07 Uhr

Dynamo Dresden: Frage des Systems oder der Einstellung

Dynamo Dresden: Frage des Systems oder der Einstellung

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Uwe Neuhaus konnte mit dem Pokalauftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden sein.
Uwe Neuhaus konnte mit dem Pokalauftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden sein. © dpa
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Die Schwarz-Gelben betreiben nach dem peinlichen Pokal-Aus gegen Rödinghausen Ursachenforschung .

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Lotte/Dresden. Flexibel will Dynamo Dresden sein. Für jeden Gegner wenig ausrechenbar. Statt der Viererkette in der Abwehr mit dem 4-3-3-System setzt Trainer Uwe Neuhaus nun verstärkt auf eine Dreierkette mit dem 3-4-3, die im Defensivfall zum 5-2-3 wird. Trainiert wurde dies in der ganzen Vorbereitung. Wirklich drin in den Köpfen der Spieler ist es noch nicht. Probleme bereitet ihnen vor allem der Systemwechsel innerhalb einer Partie, so wie bei der 1:2-Niederlage bei Arminia Bielefeld und beim peinlichen Pokal-Aus durch ein 2:3 n. V. am Wochenende gegen Regionalligist Rödinghausen.

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SV Rödinghausen - Dynamo Dresden (3:2 n.V.) Zur Galerie
SV Rödinghausen - Dynamo Dresden (3:2 n.V.) ©
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Die Schwarz-Gelben begannen gegen den Viertligisten mit einer Dreierkette, stellten aber noch in Halbzeit eins erstmals um. Den Zeitpunkt dafür überließ Neuhaus der Mannschaft – „wenn sie das Gefühl hat, dass wir so nicht weiterkommen und uns schwertun.“ Anschließend attestierte der Trainer seinen Schützlingen, diese Sache gut umgesetzt zu haben. Die sahen die Umstellung teils anders: „Wir haben gesehen, dass es auf jeden Fall irritierend war, aber es darf nicht irritierend sein. Wir haben es genug geübt“, meinte Niklas Kreuzer nach der Blamage.

Nicht das Gegentor kurz vor Ende der ersten Halbzeit und der Siegtreffer der Rödinghäuser in der letzten Sekunde der Verlängerung seien das Problem gewesen. „Es lag da an sehr viel mehr“, so der Dresdner Außenverteidiger weiter. Nach der Halbzeitpause sei in der kompletten Mannschaft eine große Verunsicherung spürbar gewesen. „Wir hatten zu wenig Bewegung und nicht wirklich einen Plan, wie wir uns Chancen erarbeiten“, fuhr Kreuzer fort.

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Und defensiv lief es weder mit der Vierer-, noch mit der Fünferkette optimal. Uwe Neuhaus stellte unter anderem fest, dass Dynamo große Probleme mit den langen Bällen der großgewachsenen Gastgeber hatte. „Bei uns fehlen gerade mit Florian Ballas und Marco Hartmann zwei exzellente Kopfballspieler. Das darf aber trotzdem keine Entschuldigung sein“, so Neuhaus, der die Abwehrformation dabei nicht als wesentlichen Punkt sieht: „ Das war keine Systemfrage. Systeme spielen oft schon Mitte der zweiten Halbzeit keine Rolle mehr. Wer den Sieg und in jedem Zweikampf mehr will, das ist in solchen Spielen das Entscheidende – egal welches System.“

„Jeder hätte eine Schippe drauflegen müssen"

Auch mögliche Lehren aus der Vorsaison mit den vielen späten Gegentoren, die zahlreiche Punkte kosteten, spielen da eine Rolle. Auch wenn Neuhaus nicht glaubt, dass dies noch in den Köpfen seiner Akteure – neun davon sind Neuzugänge – drin ist. Aber: „Vielleicht hätte es noch drin sein sollen, um das 3:2 oder die Standardsituation noch besser zu verteidigen. Die Situation war fehlerbehaftet und da müssen wir sicherlich dran arbeiten“, gab der Cheftrainer zu. Viel zu tun also für ihn in dieser Trainingswoche.

Kapitän Patrick Ebert kritisierte die mangelnde Bereitschaft: „Jeder hätte eine Schippe drauflegen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Das ist nicht passiert. Da müssen wir uns hinterfragen, ob es vielleicht auch mit der Einstellung zu tun hat.“ Nach der Aufarbeitung werde Dynamo eine Reaktion im nächsten Heimspiel am Sonntag zeigen, ist sich Ebert sicher. Davon erhofft sich auch Niklas Kreuzer einen positiven Effekt: „Wenn wir gegen Heidenheim mit breiter Brust auftreten und hoffentlich die drei Punkte einfahren, sieht die Welt ein bisschen anders aus.“ Aber mit so einer Einstellung wie gegen Rödinghausen müsse sich die Mannschaft „gar nicht erst umziehen.“

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