10. August 2019 / 17:22 Uhr

Dynamo Dresden quält sich gegen Fünftligist Dassendorf zu einem 3:0-Arbeitssieg im DFB-Pokal

Dynamo Dresden quält sich gegen Fünftligist Dassendorf zu einem 3:0-Arbeitssieg im DFB-Pokal

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Jubel bei Dynamo Dresden: In Zwickau besiegt das Team von Cristian Fiel TuS Dassendorf und zieht in Runde zwei des DFB-Pokals ein. © dpa-Zentralbild
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Dynamo Dresden hat die Hürde Dassendorf genommen. Ein Doppelschlag bringt die Entscheidung.

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Zwickau. Dynamo Dresden hat das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen die TuS Dassendorf mit 3:0 gewonnen. Vor 5673 Zuschauern in der Zwickauer GGZ-Arena zeigten die Dresdner gerade in Durchgang eins allerdings eine enttäuschende Vorstellung, lagen aber dennoch zur Pause durch Chris Löwes Treffer (37.) mit 1:0 gegen die munteren Dassendorfer in Führung. Im zweiten Durchgang mussten die Sachsen lange zittern, spielten die TuS aber schließlich müde. Ein Doppelschlag von Dzenis Burnic (75.) und Lucas Röser (77.) brachte die Entscheidung.

Im Vergleich zum Spiel gegen den Karlsruher SC aus der Vorwoche nahm Trainer Cristian Fiel fünf Änderungen in seiner Startelf vor. Moussa Koné, Chris Löwe, Niklas Kreuzer, René Klingenburg und Florian Ballas begannen statt Baris Atik, Patrick Möschl, Patrick Ebert, Matthäus Taferner und Kevin Ehlers. Der SGD-Coach wollte kein Risiko eingehen, schickte seine beste Elf auf den Rasen. Und das sollte sich auch als bitter nötig erweisen. Die Blamage war näher, als es das Ergebnis aussagt.

Die Partie begann mit einer zweiminütigen Pyroshow, die Dynamo wohl teuer zu stehen kommen wird. Dicker schwarzer Qualm quoll aus dem Dresdner Fanblock, trotzdem pfiff Schiedsrichter Jonas Weickenmeier pünktlich an. Eine Strafe durch den DFB ist der SGD gewiss. Rund 300 mitgereiste Dassendorfer Fans feierten ihr Team aus der Oberliga Hamburg dagegen für „das größte Spiel der Vereinsgeschichte“, wie es TuS-Sportchef Jan Schönteich im Vorfeld genannt hatte.

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Dynamo Dresden gewinnt in der 1. DFB-Pokal-Runde gegen TuS Dassendorf mit 3:0. Zur Galerie
Dynamo Dresden gewinnt in der 1. DFB-Pokal-Runde gegen TuS Dassendorf mit 3:0. ©
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Dassendorf mit Chancen

Den ersten Warnschuss in Richtung Dassendorfer Tor gab Sascha Horvath nach fünf Minuten von der Strafraumgrenze ab – kein Problem für TuS-Keeper Christian Gruhne. Der Einsatz der Dassendorfer stimmte, mit hohem Aufwand kämpften sie um jeden Ball und sie kombinierten sich schon in der Anfangsviertelstunde gelegentlich sogar bis zum gegnerischen Strafraum durch, ohne aber zu ernstzunehmenden Abschlüssen zu kommen.

Richtig gefährlich für das Dassendorfer Gehäuse wurde es erstmals in Minute 16, als nach schönem Pass von Jannis Nikolaou plötzlich der flinke Moussa Koné frei vor Christian Gruhne auftauchte und versuchte, den Torwart zu überlupfen. Doch der machte sich lang und fing den Ball ab. Insgesamt aber tat sich Dynamo schwer gegen den bissigen nominellen Gastgeber aus dem Großraum Hamburg.

Fast wären die Schwarz-Gelben sogar in Rückstand geraten, doch erst klärte Kevin Broll mit starkem Reflex gegen Sven Möller (22.) und kurz darauf hielt Pascal Nägele einfach mal drauf (23.). Florian Ballas stand aber in der Strafraummitte goldrichtig und drosch den Ball aus der Gefahrenzone. Spätestens jetzt wussten die Rand-Hamburger, dass gegen Dynamo was geht. Dassendorf musste mit seiner Abwehrreihe nur hinten warten und die vielen Fehlpass-Einladungen der Sachsen annehmen.

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Cristian Fiel (Trainer Dynamo Dresden): Ich gratuliere Dassendorf zu dem Pokalfight. Ich bin froh, dass wir in die nächste Runde eingezogen sind. Wir haben nicht gut gegen den Ball gespielt. Teils musste man denken, wir hatten zu viele Spieler auf dem Platz, die meinten, es geht irgendwie. Aber geht es eben nicht. Dassendorf hatte große Chancen, kann sogar in Führung gehen. Das Tor hat uns Ruhe gegeben, in der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Wichtig war, dass wir weitergekommen sind. Wir haben noch viel zu tun, aber das wussten wir vor dem Spiel auch schon. Zur Galerie
Cristian Fiel (Trainer Dynamo Dresden): "Ich gratuliere Dassendorf zu dem Pokalfight. Ich bin froh, dass wir in die nächste Runde eingezogen sind. Wir haben nicht gut gegen den Ball gespielt. Teils musste man denken, wir hatten zu viele Spieler auf dem Platz, die meinten, es geht irgendwie. Aber geht es eben nicht. Dassendorf hatte große Chancen, kann sogar in Führung gehen. Das Tor hat uns Ruhe gegeben, in der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Wichtig war, dass wir weitergekommen sind. Wir haben noch viel zu tun, aber das wussten wir vor dem Spiel auch schon." ©

Glückliche Halbzeitführung

Das taten die TuS-Kicker dankend und fuhren zwei, drei aussichtsreiche Konter. Von Dynamo war nur alle fünf, sechs Minuten mal eine halbwegs gelungene Aktion zu sehen. Nach schönem Doppelpass mit Dzenis Burnics Hacke schoss Sascha Horvath Dassendorfs Kerim Gemil Carolus ab, der folgende Eckball brachte nichts ein (25.). Auch der Fernschuss von Florian Ballas (31.) aus 30 Metern ist bestenfalls als Halbchance zu verbuchen.

In Minute 37 war der Bann dann aber gebrochen. Bei einem von Jannik Müllers Pass eingeleiteten Angriff bediente Burnic den in den Strafraum eingelaufenen Chris Löwe. Der gebürtige Vogtländer legte sich den Ball blitzschnell auf seinen starken linken Fuß und ließ TuS-Verteidiger Marcel Lenz damit ins Leere laufen. Dann schloss der Neuzugang aus Huddersfield mit einem Flachschuss ins lange Eck ab – Torwart Gruhne war ohne Chance.

Am Jubel der Dresdner Fans war erkennbar, dass ihnen gewaltige Steine vom Herzen fielen. Die Führung zu diesem Zeitpunkt wäre auf dem Papier selbstverständlich gewesen, nicht aber nach diesem Spielverlauf auf dem Rasen. So konnten sich die Zweitliga-Profis glücklich schätzen, mit einer knappen Führung im Rücken gegen Oberligist Dassendorf in die Pause zu gehen. Die schlimmsten Alpträume einiger SGD-Anhänger hätten sich fast bestätigt.

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(1) Kevin Broll: Erstmals in der 22. Minute ernsthaft gefordert, als er am Boden aus kürzester Distanz gegen Sven Möller klärt. Wichtige Aktion, denn er bewahrte Dynamo vor einem drohenden Rückstand. Ansonsten vor allem in den ersten 45 Minuten immer dann da, wenn er gebraucht wird, allerdings insgesamt ohne viel Spielanteil. Über das Spiel verteilt immer mal wieder mit ungenauen, riskanten Zuspielen, die den eigenen Mitspieler nicht immer souverän erreichten. Note 2,5. Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Erstmals in der 22. Minute ernsthaft gefordert, als er am Boden aus kürzester Distanz gegen Sven Möller klärt. Wichtige Aktion, denn er bewahrte Dynamo vor einem drohenden Rückstand. Ansonsten vor allem in den ersten 45 Minuten immer dann da, wenn er gebraucht wird, allerdings insgesamt ohne viel Spielanteil. Über das Spiel verteilt immer mal wieder mit ungenauen, riskanten Zuspielen, die den eigenen Mitspieler nicht immer souverän erreichten. Note 2,5. ©

Frischer Wind in der Offensive

Zu Beginn des zweiten Durchgangs betrat eine unveränderte Dynamo-Elf den Platz. Die erste Torchance hatte vier Minuten nach Wiederanpfiff jedoch Dassendorfs Mattia Maggio. Sein Schuss aber ging knapp links nebens Tor von Kevin Broll. Auf der Gegenseite blieb ein Elfmeterpfiff für Moussa Koné gegen Amando Aust aus – es gab zwar einen Kontakt, aber zwingend war der Strafstoß nicht (53.). Kurz darauf war der Senegalese nach schönem Pass in die Tiefe auf und davon, wurde aber kurz vorm Abschluss doch noch von Aust abgefangen (54.).

In der 62. Minute wechselte Dassendorf dann seinen Altmeister Marcel von Walsleben-Schied ein, der einst bei Hansa Rostock gestürmt hatte. Erst kurz darauf hatte Dynamo die erste richtig gute Chance in der zweiten Halbzeit zu verzeichnen, als Torwart Gruhne den schönen Schuss von René Klingenburg nach Burnic-Vorlage über die Latte lenken konnte (64.). Maggio antwortete mit einem Schuss aus 22 Metern, der jedoch genau in den Armen von Kevin Broll landete (68.).

Nichts war‘s mit der erhofften frühen Vorentscheidung. Mitte der zweiten Halbzeit jedenfalls war die Partie völlig offen, so dass die Dassendorfer Fans „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ skandieren konnten – und zwar mit wesentlich weniger Selbstironie, als Dynamo lieb sein konnte. Cristian Fiel reagierte mit einem Doppelwechsel, brachte frischen Wind in die Offensive. Baris Atik und Lucas Röser kamen positionsgetreu für René Klingenburg und Moussa Koné (69.).

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Doppelschlag Dynamo

Das erwies sich als Initialzündung für den Dresdner Angriff. Zwar geriet Sascha Horvath beim Versuch, Torwart Gruhne zu umkurven, aus dem Gleichgewicht und rannte mit dem Ball ins Toraus (70.). Und auch Chris Löwe hatte Pech, dass sein Schuss haarscharf am rechten Pfosten vorbeizischte (72.). Doch in Minute 75 war es soweit: Nach Atiks Vorlage schloss Burnic trocken von der Strafraumgrenze zum 2:0 für Dynamo ab.

Diesen Nackenschlag steckten die Dassendorfer nicht sofort weg. Der eingewechselte Lucas Röser traf nach erneuter Atik-Vorlage mit einem Abschluss von der linken Seite erst den Pfosten (76.), hatte bei seiner nächsten Offensivaktion eine Minute später aber mehr Glück und Erfolg: Mittig vorm Tor wurde er nicht energisch angegriffen und schoss ins linke Eck zum 3:0 (77.). Das war natürlich die Vorentscheidung, spiegelte den Spielverlauf aber keineswegs wieder.

Dann hatte Chris Löwe Feierabend, Brian Hamalainen kam für den linken Außenverteidiger positionsgetreu in die Partie (78.). In der Folge brannte bei den Schwarz-Gelben nichts mehr an, nennenswerte Offensivaktionen kamen aber auch nicht mehr zu Stande. Letztlich kam die SGD gegen die forsche Amateurtruppe aus dem Norden mit einem blauen Auge davon. Für Trainer Cristian Fiel gibt es nach dieser Begegnung jedenfalls eine Menge aufzuarbeiten.

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