29. August 2017 / 11:32 Uhr

Dynamo Dresden geht frustriert in die Länderspielpause

Dynamo Dresden geht frustriert in die Länderspielpause

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dresdens Lucas Röser steht nach der Niederlage in Bochum enttäuscht auf dem Platz.
Dresdens Lucas Röser steht nach der Niederlage in Bochum enttäuscht auf dem Platz. © dpa
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Die Elf von Coach Uwe Neuhaus hadert nach der zweiten Niederlage in Folge mit sich selbst.

Bochum/Dresden. Vier Punkte aus vier Spielen – der Saisonstart von Dynamo Dresden nimmt sich bescheiden aus. „Das ist keine gute Situation“, ärgerte sich Kapitän Marco Hartmann nach dem 2:3 in Bochum, bei dem die Mannschaft mindestens einen Zähler hätte mitnehmen müssen. Das späte Gegentor von VfL-Mittelstürmer Lukas Hinterseer konnten die Dresdner kaum fassen. „Das war ein richtig blödes Gegentor. Wir müssen den Ball einfach weghauen. Ich will den Gegner wegblocken, sodass der ,Manu’ (Manuel Konrad/d. Red.) den Ball raushauen kann, aber ,Manu’ hatte eine andere Idee“, stöhnte Innenverteidiger Jannik Müller. Rico Benatelli gab kleinlaut zu: „Der Ball war im Gewühl, dann krieg ich ihn, will klären, schieß den Gegner an. Das ist auf jeden Fall scheiße gelaufen.“

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BILDER zum Spiel in Bochum

Die SG Dynamo Dresden ging in Bochum in Führung, ließ dann aber merklich nach. (@ dpa) (2) Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden ging in Bochum in Führung, ließ dann aber merklich nach. (@ dpa) (2) ©

Trainer Uwe Neuhaus war richtig angefressen und fragte sich, was in dieser Szene in den Köpfen seiner Spieler vorgegangen war. „Dumm“ nannte er das Verhalten seiner Kicker: „Nach dem 2:2 hatten wir Situationen, wo wir den Ball bekommen haben und nicht unter Druck waren. Da haben wir den Ball quer über den Platz gehauen – und in so einer Situation, wo es wirklich eng war, machen wir genau das Falsche.“ Doch allzu sehr wollte sich der Coach gar nicht auf die 88. Minute versteifen, denn verärgert war er vor allem über den zögerlichen Beginn seiner Mannschaft. Körpersprache und Zweikampfverhalten hatten ihm anfangs gar nicht gefallen – erst recht, nachdem die Mannschaft durch Philip Heise in der 16. Minute in Führung gegangen war. „Trotz Führung haben wir es nicht geschafft, zu dem Spiel auf dem Platz zu finden, was wir können und was ich auch erwarten kann.“ Stattdessen habe man Geschenke verteilt. Zwar habe die Mannschaft nach dem Seitenwechsel eine Reaktion gezeigt, „aber mir stellt sich die Frage: Warum in der zweiten Halbzeit erst?“ 90 Minuten gepowert habe von seiner Mannschaft nur einer: Erich Berko.

Patzer zum 2:3 tut "richtig weh"

Marco Hartmann sah die Leistung der Mannschaft im ersten Durchgang genauso kritisch: „Die erste Halbzeit haben wir verpennt, da waren wir nicht konsequent genug im Spiel gegen den Ball.“ Die Abwehrfehler vor den beiden ersten Gegentoren ärgerten ihn maßlos: „Bei uns ist es zurzeit so einfach, Tore zu schießen. Dieser absolute Fokus, das Tor zu verteidigen, der fehlt.“ Dass nach der zunächst geglückten Aufholjagd noch ein großer Patzer passierte und der sicher geglaubte Punkt „durch so ein Ei“ noch flöten gegangen war, das tat ihm „richtig weh“. Aias Aosman, der sich für seinen schönen Flachschuss zum 2:2 nichts mehr kaufen konnte, haderte mit der Szene vorm 2:3: „Einer von uns muss den Ball ins Aus schießen!“

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Torschüsse: Dynamo einmal mehr ineffektiv - mehr Torschüsse, aber dennoch keine Punkte Zur Galerie
Torschüsse: Dynamo einmal mehr ineffektiv - mehr Torschüsse, aber dennoch keine Punkte ©

Uwe Neuhaus kündigte nach der Spielanalyse zwei harte Trainingswochen an, damit die Mannschaft nach der Länderspielpause im Heimspiel gegen Schlusslicht Greuther Fürth wieder zwei gute Halbzeiten abliefern kann. „Wir werden an einigen Dingen arbeiten“, sagte er und antwortete auf die Nachfrage eines Reporters nach dem Programm: „Das dauert zu lange, da müssen Sie einen zweiten Akku reinlegen!“ Seiner Meinung nach müsse sich die Mannschaft nicht beschweren, dass sie mit ihrem Auftreten in den letzten beiden Spielen leer ausgegangen ist: „Irgendwo ist es auch ein Stück Gerechtigkeit. Wenn du drei Halbzeiten von vieren so spielst, wenn du dann zu dämlich bist, das Ding nach Hause zu bringen, dann hast du es auch nicht verdient.“ Der Erfolg werde erst zurückkommen, wenn „wir mal ein paar Spiele so spielen wie in der zweiten Halbzeit“ – ohne Abwehrschnitzer wie vorm 2:3 freilich, versteht sich.