14. Februar 2020 / 20:34 Uhr

Dynamo Dresden holt beim FC St. Pauli glücklich einen Punkt

Dynamo Dresden holt beim FC St. Pauli glücklich einen Punkt

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Neu-Dresdner gegen Ex-Dresdner: Josef Husbauer (re.) im Zweikampf mit Rico Benatelli. Am Ende heißt es für Dynamo gegen St. Pauli 0:0 © dpa
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Bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte erlebt Trainer Markus Kauczinski ein dramatisches 0:0-Unentschieden mit.

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Hamburg. Mit viel Dusel hat Dynamo Dresden in der Fremde einen Punkt erkämpft, tritt im Tabellenkeller aber weiter auf der Stelle: Am Freitagabend verteidigten die Männer von Trainer Markus Kauczinski vor 28.980 Zuschauern am Hamburger Millerntor beim FC St. Pauli zwar ein 0:0, blieben aber Letzter im Klassement. Der Punkt an der Elbmündung war äußerst glücklich, denn in der ersten Halbzeit waren die Gäste klar unterlegen. Da vergaben die Hausherren viele Chancen, Dynamo musste sich bei Torhüter Kevin Broll bedanken, dass die Partie nicht früh entschieden war. In der Nachspielzeit des zweiten Durchgangs scheiterten die Gastgeber dann noch zweimal am Aluminium (90.+4).

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Beim 0:0 am Millerntor nimmt die SG Dynamo Dresden gegen den FC St. Pauli einen glücklichen Auswärtspunkt mit. Zur Galerie
Beim 0:0 am Millerntor nimmt die SG Dynamo Dresden gegen den FC St. Pauli einen glücklichen Auswärtspunkt mit. ©

Die Begegnung begann verhalten, doch St. Pauli fasste schnell Mut und suchte von Minute zu Minute mehr die Offensive. Die mit Ex-Dynamo Rico Benatelli aufgelaufenen Kiez-Kicker kamen dann durch Viktor Gyökeres zur ersten von vielen Chancen: Kevin Broll parierte den Schuss des Schweden jedoch (9.). Glück hatte Dynamo dann, als Benatelli Gyökeres anspielte, doch der 21-Jährige seinen Landsmann Linus Wahlqvist anschoss (12.). Der Norweger Leo Östigard köpfte im Anschluss an die folgende Ecke knapp vorbei (13.). Dynamo kam in der Folge kaum noch zum Durchatmen, denn die Hamburger setzten nach: Der Japaner Ryo Miyaichi schoss aus wenigen Metern, doch Broll reagierte großartig (15.).

DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf in der Einzelkritik

(1) Kevin Broll:  In der 7. Minute erstmals leicht gefordert, als er eine Flanke des Gegners nach einer Ecke aus der Luft abfängt. In der 9. Minute klärt er gegen Paulis Viktor Gyökeres, der aus 18 Metern abzieht, hat dabei aber keine größeren Probleme. Bärenstark in der 15. Minute beim Abschluss von Ryo Miyaichi, als er die kurze Ecke reaktionsschnell zumacht. In der 28. Minute rettet er Dynamo erneut gegen Gyökeres vorm Rückstand, indem er den Ball, der noch von Florian Ballas abgefälscht war, mit der rechten Hand von der Linie fischt. Nach 33 Minuten im Duell mit Gyökeres nach einer Ecke erneut der Sieger. Kurz darauf gegen Miyaichi zur Stelle (35.). Hält die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte im Spiel. Nach dem Seitenwechsel bekommt er etwas Entlastung, von St. Pauli kommt weniger, Dynamo lässt weniger zu. Note 1,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll:  In der 7. Minute erstmals leicht gefordert, als er eine Flanke des Gegners nach einer Ecke aus der Luft abfängt. In der 9. Minute klärt er gegen Paulis Viktor Gyökeres, der aus 18 Metern abzieht, hat dabei aber keine größeren Probleme. Bärenstark in der 15. Minute beim Abschluss von Ryo Miyaichi, als er die kurze Ecke reaktionsschnell zumacht. In der 28. Minute rettet er Dynamo erneut gegen Gyökeres vorm Rückstand, indem er den Ball, der noch von Florian Ballas abgefälscht war, mit der rechten Hand von der Linie fischt. Nach 33 Minuten im Duell mit Gyökeres nach einer Ecke erneut der Sieger. Kurz darauf gegen Miyaichi zur Stelle (35.). Hält die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte im Spiel. Nach dem Seitenwechsel bekommt er etwas Entlastung, von St. Pauli kommt weniger, Dynamo lässt weniger zu. Note 1,5 ©

Dynamo gerät gewaltig unter Druck

Während die mit drei Änderungen in der Startelf aufgelaufenen Schwarz-Gelben die Bälle kaum halten und auch selten gezielt nach vorn spielen konnten, marschierte der FC St. Pauli weiter in Richtung Dresdner Tor. Die Hausherren gewannen mehr Zweikämpfe, mehr zweite Bälle und schnürten die Sachsen ein: Mittelstürmer Henk Veerman hatte die nächste Chance, schoss von Chris Löwe nicht hart genug bedrängt am langen Pfosten vorbei (20.). Der kaum zu stellende Gyökeres scheiterte zweimal an Broll (25./28.), der seine Mannschaft mit tollen Paraden im Spiel hielt. Erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit konnte die Kauczinski-Truppe mal gefährlich auf das Tor der Hanseaten schießen: Mittelstürmer Patrick Schmidt kam nach einem Terrazzino-Zuspiel mal aus 20 Metern zum Abschluss, doch Robin Himmelmann im Pauli-Kasten vereitelte die einzige Chance der Gäste (45.+2).

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Markus Kauczinski (Trainer Dynamo Dresden):
 Die erste Hälfte geht komplett an St. Pauli. Wir wussten, was uns hier erwartet. Aber wir waren immer einen Schritt zu spät, hatten im Mittelfeld zu wenig Zugriff. Kevin Broll hält uns im Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, es gab immer wieder Entlastung. Die Frage, ob Elfmeter ja oder nein, stört mich gar nicht mehr. Ich hoffe einfach nur, dass sich das am Ende ausgleichen wird. Am Ende gab es dann noch mal eine glückliche Situation gegen uns. Wir werden uns steigern müssen. Wir haben bis auf die erste Halbzeit gegen Darmstadt bisher gute Spiele gemacht, aber das heute gehört nicht dazu. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer Dynamo Dresden): "Die erste Hälfte geht komplett an St. Pauli. Wir wussten, was uns hier erwartet. Aber wir waren immer einen Schritt zu spät, hatten im Mittelfeld zu wenig Zugriff. Kevin Broll hält uns im Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, es gab immer wieder Entlastung. Die Frage, ob Elfmeter ja oder nein, stört mich gar nicht mehr. Ich hoffe einfach nur, dass sich das am Ende ausgleichen wird. Am Ende gab es dann noch mal eine glückliche Situation gegen uns. Wir werden uns steigern müssen. Wir haben bis auf die erste Halbzeit gegen Darmstadt bisher gute Spiele gemacht, aber das heute gehört nicht dazu." ©

Kauczinski bringt zur Halbzeit Klingenburg für Horvath

In der Halbzeitpause reagierte Kauczinski an seiner alten Wirkungsstätte, beorderte René Klingenburg für den enttäuschenden Österreicher Sascha Horvath auf dem Rasen. Klingenburg rückte auf die Zehnerposition, Baris Atik raus auf die rechte Seite, wo Horvath nur sehr wenig hatte inszenieren können. Und nach dem Kabinengewitter schienen die Dresdner etwas entschlossener, sich Spielanteile zu erobern. Atik bediente schließlich Schmidt, der am rechten oberen Eck vorbei schoss (56.). Ein Lebenszeichen, das dringend nötig war. Doch hinten mussten die Sachsen weiter höllisch aufpassen: Jannis Nikolaou konnte gerade noch einen Stellungsfehler von Löwe ausbügeln, als Luca-Milan Zander einen weiten Pass erlaufen wollte (61.).

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In der 68. Minute brachte Kauczinski Niklas Kreuzer für Wahlqvist, um vielleicht mehr Zug in die gegnerische Hälfte zu erzeugen. Dynamo stand jetzt auch nicht mehr so unter Druck, traute sich mehr zu als in der ersten Halbzeit. Doch es fehlte an zündenden Ideen, an Tempo und Genauigkeit im Spiel nach vorn. Aufregung gab es in der 78. Minute, als Josef Husbauer im Strafraum der Hamburger zu Boden ging, aber Bundesliga-Referee Daniel Schlager aus Hügelsheim gab keinen Elfmeter. Auch nicht, als Zander und Löwe ganz sachte aneinander gerieten. Zwar pfiff Schlager erst Strafstoß, nahm seine Entscheidung nach Begutachtung des Videobeweises aber zurück und zeigte Löwe Gelb für eine Schwalbe (86.). Danach blieb es bis in die Nachspielzeit hochspannend, doch die Latte und der Pfosten verhinderten in der Schlussminute den Siegtreffer der St. Paulianer. Weder Kapitän Daniel Buballa noch Ryo Miyaichi konnten den Knockout anbringen, sondern scheiterten an der Umrahmung des Dynamo-Tores (90.+4).

Dynamo: Broll – Wahlqvist (68. Kreuzer), Ballas, Nikolaou, C. Löwe – Petrak, Husbauer – Horvath (46. Klingenburg), Atik, Terrazzino (80. Hamalainen) – Schmidt