29. März 2019 / 07:56 Uhr

Dynamo Dresden im Sachsenderby nur in der Außenseiterrolle

Dynamo Dresden im Sachsenderby nur in der Außenseiterrolle

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Aues Fabian Kalig (l.) und Dynamos Moussa Kone werden am Montag wieder um den Ball und um die drei Punkte kämpfen.
Aues Fabian Kalig (l.) und Dynamos Moussa Kone werden am Montag wieder um den Ball und um die drei Punkte kämpfen. © imago/DeFodi
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Die Lila-Weißen aus Aue haben im Sommer in der Offensive besser eingekauft und nutzen ihr Potenzial besser aus, als es die Dresdner derzeit tun.

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Dresden. Es haben sicher nicht viele Fans beider Seiten damit gerechnet, dass der FC Erzgebirge Aue vor dem 27. Spieltag in der Zweitliga-Tabelle drei Plätze vor Dynamo Dresden stehen würde. Die „Veilchen“ galten – eigentlich wie immer – als einer der heißesten Abstiegskandidaten, den erst am letzten Spieltag geretteten Schwarz-Gelben traute man zwar keinen Spitzenplatz, aber doch immerhin einen gesicherten Mittelfeldplatz zu.

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Dynamo Dresden - Erzgebirge Aue (1:1) ©

Die Auer sah man vor allem deshalb in gewohnter Rolle, weil sie am Ende der vergangenen Saison die Klasse erst in der Relegation hatten halten können. Trotz des rettenden 3:1-Sieges im Rückspiel gegen den Karlsruher SC (Hinspiel 0:0) sorgten sich die Fans im Lößnitztal vor Beginn der laufenden Serie insbesondere um die mangelnde Torgefahr – kein Zweitliga-Team hatte in der vergangenen Spielzeit weniger Tore geschossen als die Truppe von Trainer Daniel Meyer. Ganze 35 Tore waren das damals – sogar weniger, als die beiden Absteiger Braunschweig (37) und Kaiserslautern (42) erzielt hatten.

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Doch das Bild hat sich inzwischen etwas gewandelt, denn nach 26 Spielen in dieser Saison haben die Erzgebirger schon 33 Mal getroffen. Dafür stehen vor allem zwei Namen: der des aus Dresden geholten Stürmers Pascal Testroet (28) und der des aus Braunschweig zurückgekehrten Mittelfeldspielers Jan Hochscheidt (31). Testroet, ab dem 2. Spieltag im Einsatz, schoss 13 Tore und bereitete drei weitere vor, Hochscheidt drückte die Kugel siebenmal über die Torlinie und steuerte drei Vorlagen bei. Beide Neuzugänge schlugen voll ein, erwiesen sich für die Offensive als enorme Verstärkung.

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8. Oktober 1999: Dynamo Dresden - FC Erzgebirge Aue 1:4, Goran Skeledzic (l.) mit Udo Tautenhahn im Zweikampf Zur Galerie
8. Oktober 1999: Dynamo Dresden - FC Erzgebirge Aue 1:4, Goran Skeledzic (l.) mit Udo Tautenhahn im Zweikampf ©

Und bei Dynamo? Da tat man sich in Sachen Stürmersuche schwer, wollte oder konnte keinen Ersatz für den als zu langsam eingestuften Testroet und den an Ladehemmung leidenden Peniel Mlapa (an Venlo ausgeliehen) präsentieren. Moussa Koné und Lucas Röser sollten es allein richten, Vasil Kusej und Osman Atilgan langsam in die Mannschaft integriert werden. Liegt Koné mit neun Treffern und sechs Vorlagen in 23 Einsätzen durchaus noch im Soll, hinkt Röser mit drei Treffern aus 15 Partien weit hinterher. Auch die offensiven Mittelfeldspieler Baris Atik (3 Tore/3 Assists) und Aias Aosman (3/1) können nicht mit der Bilanz eines Hochscheidt konkurrieren, Patrick Ebert (2/2) – wie Atik neu im Team – auch nicht.

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Die Auer präsentierten sich bisher insgesamt effektiver als die Dresdner, denen vor allem das schwache Abschneiden anno 2019 – sieben Siege ohne Sieg – zum Verhängnis zu werden droht. Die Lila-Weißen machen mehr Tore aus weniger Torschüssen, Ballkontakten und Standardsituationen, als sie die Schwarz-Gelben aufweisen. Sie laufen zwar im Schnitt knapp drei Kilometer mehr, bewegen sich aber offenbar mehr im torgefährlichen Raum. Sie holen aus ihrem Potenzial zweifellos mehr heraus als Dynamo, das so am Montag (20.30 Uhr) in Aue mit der Außenseiterrolle leben muss.