01. Juni 2020 / 10:46 Uhr

Dynamo Dresden ist „konkurrenzfähig“ aber ohne Zeit im Abstiegskampf

Dynamo Dresden ist „konkurrenzfähig“ aber ohne Zeit im Abstiegskampf

dpa
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Dynamo Dresdens Josef Husbauer im Kopfballduell mit Stuttgarts Wataru Endo. Die Schwaben konnten die Partie mit 2:0 für sich entscheiden. © dpa-Zentralbild
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Viel Zeit bleibt Dynamo Dresden zur Aufarbeitung der 0:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart nicht. Bereits am Mittwoch muss das Team von Markus Kauczinski bei Hannover 96 antreten. Drei weitere Tage erwarten die Schwarz-Gelben den SV Wehen Wiesbaden zum richtungsweisenden Abstiegskrimi. 

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Dresden. Die Überraschung blieb aus, dennoch machte der erste Auftritt von Dynamo Dresden nach der Corona-Pause Mut im Kampf um den Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga. „Wir haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Dass noch nicht alles da und man noch nicht so eingespielt ist, der letzte Moment im Abschluss fehlt, ist vergleichbar mit dem Saisonbeginn. Das kommt, die Zeit werden wir uns nehmen“, erklärte Trainer Markus Kauczinski nach der 0:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel gegen den VfB

Die SG Dynamo Dresden verliert das erste Spiel nach der Corona-Zwangspause gegen den VfB Stuttgart mit 0:2. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden verliert das erste Spiel nach der Corona-Zwangspause gegen den VfB Stuttgart mit 0:2. ©

Die Partie gegen den Aufstiegsaspiranten hat Dresden einiges an Kraft gekostet. Läuferisch und kämpferisch hat die Kauczinski-Elf in ihrem ersten Spiel nach 84 Tagen und nach nur einer Woche Training lange Zeit mitgehalten. Letztlich ließen die Kräfte aber doch nach, Offensivaktionen konnten kaum ausgespielt werden.

Schlüsselpartie gegen Wehen Wiesbaden

Viel Zeit, das Fehlende aufzuholen, bleibt nicht. Bereits am Mittwoch muss das Schlusslicht zu seinem ersten von drei Nachholespielen bei Hannover 96 antreten. Nur einmal kann Kauczinski vorher mit seinem Team regulär trainieren. „Wir haben das angenommen, jammern nicht und nehmen das in die Hand“, kündigte der 50-Jährige an. „Wir werden die zwei Wochen brauchen, und wenn wir gegen Wehen da sind, ist mir das auch recht.“

DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf in der Einzelkritik

(1) Kevin Broll: Muss in der 9. Minute zum ersten Mal eingreifen, der Abschluss von Gonzalo Castro kommt allerdings genau auf ihn und er fängt den Ball aus 16 Metern sicher ab. In der 10. Minute behält er im Strafraum den Überblick und verhindert erneut die Führung der Gäste. Beim 0:1 durch Al Ghaddioui in der 18. Minute dann chancenlos. Im restlichen ersten Durchgang wie gewohnt stets aufmerksam zur Stelle, verhindert so weitere Treffer der Gäste. Insgesamt gut gefordert. Nach dem Seitenwechsel wird er etwas entlastet und kann zumindest für einige Minuten durchpusten. Gute Leistung insgesamt. In der 88. Minute klärt er zunächst stark, doch der Abpraller landet bei Churlinov und dieser erhöht auf 0:2 – erneut trifft den Torhüter keine Schuld, seine Vordermänner sind zu inkonsequent. Note: 2 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Muss in der 9. Minute zum ersten Mal eingreifen, der Abschluss von Gonzalo Castro kommt allerdings genau auf ihn und er fängt den Ball aus 16 Metern sicher ab. In der 10. Minute behält er im Strafraum den Überblick und verhindert erneut die Führung der Gäste. Beim 0:1 durch Al Ghaddioui in der 18. Minute dann chancenlos. Im restlichen ersten Durchgang wie gewohnt stets aufmerksam zur Stelle, verhindert so weitere Treffer der Gäste. Insgesamt gut gefordert. Nach dem Seitenwechsel wird er etwas entlastet und kann zumindest für einige Minuten durchpusten. Gute Leistung insgesamt. In der 88. Minute klärt er zunächst stark, doch der Abpraller landet bei Churlinov und dieser erhöht auf 0:2 – erneut trifft den Torhüter keine Schuld, seine Vordermänner sind zu inkonsequent. Note: 2 ©

Am Samstag trifft das Schlusslicht auf den Vorletzten Wehen Wiesbaden. Beide Teams trennen sechs Punkte, acht hat Dynamo Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. „Es sind noch drei Spiele, die wir hinten dran haben. Deswegen ist nach wie vor alles möglich“, erklärte Florian Ballas. „Wir haben es vor der Partie gegen Stuttgart gesagt, es ist wichtig, sich von Spiel zu Spiel zu steigern. Die Tage sind kurz, wir müssen regenerieren.“

Dynamos Kapitän Florian Balls vor Rückkehr an alte Wirkungsstätte

Für Dynamos Kapitän wird die Partie in Hannover eine besondere. Im Sommer 2013 wechselte er in die niedersächsische Landeshauptstadt und stand mehrfach im Bundesliga-Kader. Letztlich kam der Innenverteidiger aber nur bei der zweiten Vertretung in der Regionalliga zum Einsatz und wurde nach nur einem halben Jahr wieder ausgeliehen. Bei seiner ersten Rückkehr mit Dynamo im September 2016 erzielte der Abwehrspieler zugleich ein Traumtor, traf per Distanzschuss mit über 100 km/h.

Sein Trainer hat dagegen noch nie gegen die Niedersachsen gespielt. Noch vor der Absage im März hoffte Kauczinski bei seiner Premiere auf eine lautstarke Unterstützung des Dynamo-Anhangs, der in großer Zahl in die niedersächsische Landeshauptstadt reisen wollte. Am Mittwoch werden sie, wie schon gegen Stuttgart, fehlen. „Das Zuschauer-Thema ist leidig, wir hätten es alle gern anders. Das ist nun mal das Salz in der Suppe und man merkt es dem Spiel an“, erklärte der 50-Jährige.

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): Erstmal Glückwunsch an den VfB Stuttgart. Ich glaube, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Dass der VfB Stuttgart natürlich mehr am Ball ist und mehr Spielkontrolle hat, war uns klar. Wir wollten aber immer wieder gefährlich werden und hatten schon in der ersten Hälfte gefährliche Möglichkeiten, gerade über die linke Seite, über Godsway. Da waren ein, zwei gefährliche Angriffe und ein, zwei halbe Angriffe, wo der letzte Ball nicht kommt, wo man die Angriffe viel, viel besser ausspielen kann. Das Tor fällt mir dann zu leicht. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): "Erstmal Glückwunsch an den VfB Stuttgart. Ich glaube, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Dass der VfB Stuttgart natürlich mehr am Ball ist und mehr Spielkontrolle hat, war uns klar. Wir wollten aber immer wieder gefährlich werden und hatten schon in der ersten Hälfte gefährliche Möglichkeiten, gerade über die linke Seite, über Godsway. Da waren ein, zwei gefährliche Angriffe und ein, zwei halbe Angriffe, wo der letzte Ball nicht kommt, wo man die Angriffe viel, viel besser ausspielen kann. Das Tor fällt mir dann zu leicht." ©

Kauczinski konzentriert sich lieber auf Dinge, die er beeinflussen kann. Bei acht Spielen in 22 Tagen ist das auch seine Startformation. Schon in Hannover könnte der 50-Jährige rotieren. Kapitän Ballas sieht dadurch keinen Qualitätsverlust: „Man hat gesehen, dass die Spieler, die reingekommen sind, sich nahtlos einfügen.“